Läden verbuchen Umsatzeinbußen

Erstellt: 31. August 2007, 00:00 Uhr
Läden verbuchen Umsatzeinbußen Enzstraße voll gesperrt: Seit gestern bringen Arbeiter den neuen Fahrbahnbelag auf. Foto: Sadler

Belagsarbeiten wirken sich aus – Wenn Wetter mitspielt: Enzstraße morgen frei

Mühlacker – Seit gestern ist die Enzstraße voll gesperrt, weil der neue Belag aufgebracht wird. Spielt das Wetter mit, ist die Straße im Laufe des morgigen Samstags wieder befahrbar. Derweil beklagen Dürrmenzer Geschäftsleute schmerzliche Umsatzeinbußen während der Arbeiten.

VON THOMAS SADLER

Hans-Dieter Slobodkin hat mit seiner Bäckerei nach eigenen Schätzungen ungefähr 30 Prozent weniger Umsatz erzielt als sonst – bedingt durch die Baustelle, die, ehe sie komplett gesperrt wurde, Staus hervorrief, die manche Kunden davon abhielt, nach Dürrmenz zu fahren. Slobodkin hofft, dass die Enzstraße am Samstagmorgen wieder für den Verkehr freigegeben wird.

 Während der Vollsperrung muss er beim Ausliefern seiner Backprodukte mit der sprichwörtlichen Kirche ums Dorf fahren: Eine Tour zum Altenheim St. Franziskus etwa führt umständlich über Pinache und Lomersheim in die Kernstadt. Auf die Straßenbauer ist der Geschäftsmann trotzdem nicht sauer: „Die haben sauber geschafft“, lobt er. Und eine zweitägige Vollsperrung gelte es nun eben hinzunehmen. Kritische Worte findet er allerdings für die Stadtverwaltung. Zwischen dem Rathaus, dem für die Maßnahme verantwortlichen Regierungspräsidium und den Geschäftsleuten gebe es keine befriedigende Kommunikation, moniert er.

 Auch Manfred Rapp, Inhaber des Naturkostladens „Grünes Blatt“, hat in den letzten Tagen „30 bis 50 Prozent“ weniger Geld in seiner Kasse registriert als gewöhnlich. „Viele Kunden haben sich über die Staus auf der Enzstraße beschwert“, sagt er. Damit, dass die Enzstraße vorübergehend völlig tabu für Autofahrer ist, kann er leben. Zumal er Verdruss dieser Art gewohnt ist: „Fast jedes Jahr wird irgendwo die Straße aufgerissen.“

 Für gestern und heute stehen weniger Namen im Kundenbuch der selbstständigen Friseurin Elvira Federl. Vor allem Auswärtige, die durch die Sperrung verunsichert seien, blieben momentan lieber weg. Bislang habe sie jedoch keine Rückgänge festgestellt; es sei lediglich vorgekommen, dass Kunden mit Verspätung erschienen seien, sagt die Dürrmenzerin.

 Auswirkungen hat die komplette Abriegelung der Enzstraße indes auch auf den Busverkehr, für den vorläufig ein geänderter Fahrplan gilt. Die Linie 103 wird zurzeit ab der Haltestelle „Kelter“ durch die Stuttgarter Straße über Lomersheim und Pinache nach Dürrmenz geführt, wo alle Haltestellen im Stundentakt angefahren werden. Die Haltestellen in Lomersheim werden jedoch mit der Linie 103 – in Gegensatz zu 101 und 102 – nicht bedient.

 Wie hart es Betriebe, Autofahrer oder Busfahrgäste auch treffen mag: Bald ist die Zeit der Umleitungen und Umwege wegen der Enzstraße Vergangenheit. „Wenn uns das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht“, so Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums Karlsruhe, seien die Arbeiten am heutigen Freitagabend abgeschlossen. Zwar müsse das aufgebrachte Belagsmaterial noch auskühlen, doch gehe dies wegen der relativ niedrigen Temperaturen vermutlich schnell vonstatten. „Wahrscheinlich“ – sprich: Wenn es nicht regnet und dadurch alles verzögert wird – könne die Enzstraße im Laufe des morgigen Samstags wieder geöffnet werden.
 Sollen motorisierte Verkehrsteilnehmer Umwege in Kauf nehmen, suchen sie gerne Abkürzungen. Aber nicht alle sind zu jeder Zeit erlaubt. So dürften den Fischeräckerweg zwischen dem Sender und dem Lomersheimer Wohngebiet Hagen-Nord unter der Woche nur Fahrzeuge bis zu sechs Tonnen befahren, so Ordnungsamtsleiter Peter Laible. Und sonntags gilt ein generelles Fahrverbot, was viele Autofahrer nachweislich ignorieren. Zweimal führten Stadt und Polizei Kontrollen durch. Während am letzten Sonntag nur wenige Verstöße verbucht worden seien, hätten am Sonntag zuvor innerhalb von zwei Stunden rund 60 Verwarnungen ausgesprochen werden müssen, so Ordnungsamtschef Peter Laible zu unserer Zeitung.

 Ebenfalls kontrolliert werde, wie Verkehrsbehördenleiter Ulrich Saur sagt, auch auf dem Bodenrainweg, der einen Abschnitt des Enztalradwegs darstelle und auf dem Autos nicht zugelassen seien.

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