Künftige Fachkräfte dringend gesucht

Erstellt: 29. September 2008, 00:00 Uhr
Künftige Fachkräfte dringend gesucht Ein weites Feld der Möglichkeiten präsentiert sich den Besuchern der Börse im Mühlehof.

Bei der siebten Aus- und Weiterbildungsbörse informieren sich rund 1500 Besucher über Zukunftschancen

Mühlacker – Eine positive Bilanz haben die Organisatoren und Teilnehmer der siebten Aus- und Weiterbildungsbörse in Mühlacker gezogen. Rund 1500 Besucher kamen am Samstag in den Mühlehof. Die Messe gewinnt vor allem für die Unternehmen an Bedeutung.

VON ULRIKE STAHLFELD

„Messen wie diese werden immer gefragter, weil die Betriebe auf sich aufmerksam machen müssen“, ordnete Michael Kinzel, Berufsberater bei der Agentur für Arbeit in Mühlacker, die Veranstaltung ein. Aufgrund der demografischen Entwicklung werde es immer schwieriger, geeignete Bewerber für offene Lehrstellen zu finden. Einige Firmen hätten im letzten Jahr reagiert, manche Berufe könnten wieder mit Hauptschulabschluss erlernt werden. Die Chancen der Hauptschüler auf dem Arbeitsmarkt seien größer geworden, betonte Kinzel. „Wer sich nicht verkauft, kriegt keine guten Auszubildenden“, erklärte Borislav Kampman von der Fachgruppe Berufsbildung der Dehoga (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) Enzkreis. Die Gastronomie habe wegen der schwierigen Ausbildungssituation schon lange Probleme, gute Lehrlinge zu bekommen. Durch die demografische Entwicklung werde sich die Lage „drastisch verschlechtern“. Kampmann: „Wir sind im Zugzwang.“

 Unterstützung bei der Lehrstellensuche kommt von den Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald. „Bosse als Lehrer“ heißt ihr Bewerbungstraining für Haupt- und Realschüler, informierte Lydia Schüle. Das soll in Zukunft auch in Mühlacker angeboten werden. Erste Kontakte mit der Georg-Kerschensteiner-Schule seien geknüpft.
 Ausbildungsplätze werden bei der Firma Behr für Herbst 2009 noch vergeben. Auch dort hat man auf den Fachkräftemangel reagiert und bildet erstmals seit acht Jahren wieder für den eigenen Bedarf zum Werkzeugmechaniker aus, teilte Ausbildungsleiter Gerhard Fode mit. „Wir suchen guten Nachwuchs, den brauchen wir dringend“, erklärte Anita Wessinger, Personalleiterin von Grohmann Aluminiumtechnik, warum sich das Unternehmen entschlossen hat, dieses Jahr erstmals an der Börse teilzunehmen. „Wir müssen uns unseren eigenen Nachwuchs ziehen“, so die Personalleiterin. Einen Auszubildenden hat das Unternehmen schon, jetzt soll jährlich ein weiterer dazukommen. Markus Riek, Bereichsleiter Sandguss, zeigte sich mit der Resonanz auf den Messeauftritt zufrieden. Er rechne im Anschluss mit Bewerbungen.

 Eine Bewerbung möchte auch Jennifer Hartig aus Enzberg möglichst bald schreiben. Zusammen mit Denise Kansy (14 Jahre) war die 17-Jährige am Samstag im Mühlehof unterwegs, um Adressen von Firmen zu sammeln. Im Bereich Kraftfahrzeug-Mechatroniker wolle sie arbeiten, auf jeden Fall aber eine technische Lehre absolvieren, sagte sie. Auf der Messe gebe es viel Interessantes zu entdecken.
 Zufrieden zeigten sich auch die rund 50 Teilnehmer der Börse. Die Schüler stellten ihren Beobachtungen nach qualifiziertere Fragen als noch in den Vorjahren. „Wahrscheinlich, weil sie von den Schulen gut vorbereitet wurden“, sagte Gabriele Hildwein vom Organisationsteam. Auch seien viele Jugendliche karrierebewusster geworden. Sie erkundigten sich beispielsweise nach Möglichkeiten der Weiterbildung schon während der Ausbildung. „Teilweise wurden ,typische‘ Frauen- oder Männerberufe auch vom anderen Geschlecht angefragt“, zog Gabriele Hildwein eine insgesamt positive Bilanz.

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