Krise bremst Traum vom Häusle aus

Erstellt: 8. Juni 2010, 00:00 Uhr
Krise bremst Traum vom Häusle aus Im neuen Wohngebiet „Lochmanns Kreuz/Schelmenäcker“ laufen die Erschließungsarbeiten. Der Gemeinde sind dort 110 Bauplätze zugeteilt worden. Rund 40 wurden bisher verkauft. Foto: Franz

Gemeinde Wiernsheim muss Bauplätze verkaufen, um ihren Haushalt ausgleichen zu können

Der Gemeinde Wiernsheim sind im neuen Wohngebiet Lochmanns Kreuz/Schelmenäcker 110 Bauplätze zugewiesen worden. Doch die Wirtschafts- und Finanzkrise macht es der Enzkreis-Kommune nicht leicht, die Bauplätze zügig an den Mann zu bringen.

Von Gerhard Franz

Wiernsheim.  „In der heutigen Zeit ist die Vermarktung von Bauplätzen nicht mehr so einfach wie noch vor 20 Jahren“, stellt Bürgermeister Karlheinz Oehler fest. Mittlerweile seien 29 Bauflächen der unterschiedlichsten Größen verkauft worden, bei zehn Plätzen stehe der Notartermin kurz bevor.

 Immer wieder seien in den letzten Monaten Kaufinteressenten doch noch abgesprungen, bedauert Bürgermeister Karlheinz Oehler. Häufig hätten Banken oder Bausparkassen den Wunschtraum von den eigenen vier Wänden gestoppt. Karlheinz Oehler: „Die Finanzierung bereitet manchen Interessenten Kopfzerbrechen.“ Aus den Regionen rund um Wiernsheim kommen die Bauplatzinteressenten – so aus Leonberg, Rutesheim, Pforzheim oder Ditzingen im Landkreis Ludwigsburg. Gebaut wird aber auch von jungen Familien aus der Gesamtgemeinde Wiernsheim.

 Nach den Worten von Bürgermeister Karlheinz Oehler sei der Bauplatzverkauf Anfang des Jahres recht gut gelaufen. Doch seit rund vier Wochen gebe es immer wieder Interessierte, die von einem Bauplatzkauf zurücktreten.

„Viele Leute wissen nicht, wie es beruflich weitergeht“

 Der Wiernsheimer Rathauschef führt das auf die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise zurück. Oehler: „Viele Leute wissen nicht, wie es beruflich weitergeht.“ Die Gemeinde Wiernsheim verkauft ihre Plätze im neuen Wohngebiet Lochmanns Kreuz/Schelmenäcker voll erschlossen zum Preis von 210 Euro pro Quadratmeter. Der Wiernsheimer Schultes hat festgestellt, dass die Interessenten bei größeren Plätzen weniger häufig vom Kauf zurücktreten als bei kleineren Plätzen. Die Gründe sieht Karlheinz Oehler hauptsächlich in der Tatsache, dass junge Familien Schwierigkeiten mit der Baufinanzierung hätten. Laut Oehler sei der Aufwand, einen Bauplatz zu verkaufen, deutlich größer geworden. Bis es zum Kaufvertrag komme, seien großer persönlicher Einsatz und zahlreiche Gespräche notwendig. Die Gemeinde Wiernsheim ist dazu verdammt, noch in diesem Jahr möglichst viele Bauplätze im künftigen Wohngebiet in Richtung Serres zu verkaufen, um ihre Gemeindefinanzen deutlich zu verbessern. Schließlich wurden bereits mehrere Millionen Euro in das neue Wiernsheimer Baugebiet investiert.

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