Kräfte bündeln für mehr Sportprojekte

Erstellt: 8. Februar 2007, 00:00 Uhr
Kräfte bündeln für mehr Sportprojekte Einen ersten Einblick in das Konzept eines Stadtsportverbandes gab Sybille Richter den Funktionären in Mühlhausen. Foto: Flößer

Zusammenschluss aller sporttreibenden Vereine soll Vorteile bringen – Auftaktveranstaltung in Mühlhausen:

Die Auftaktveranstaltung zur Umsetzung eines Stadtsportverbandes war am Dienstagabend recht überschaubar: Sechs Vertreter von insgesamt vier verschiedenen Vereinen waren in die Grundschule nach Mühlhausen gekommen. Sie diskutierten über die Vor- und Nachteile eines Zusammenschlusses zwischen den Mühlacker Vereinen in Form eines Stadtsportverbandes, einer Sportförderstiftung oder eines Sportausschusses.

VON CATHRIN FLÖßER

Die Idee klingt einfach und vernünftig: Die 62 sporttreibenden Vereine schließen sich zusammen und bewegen gemeinsam den Sport in Mühlacker. Die Umsetzung dagegen ist schwierig: Wie bekommt man möglichst viele Vereine ins Boot und wie kann ein Gremium gebildet werden, das alle Interessen vertritt? „Streitereien müssen wir durch die Satzung ausschließen“, betonte Sybille Richter, die das Projekt in einem Referat vorstellte.

 „Der Zusammenschluss sieht sich als Mittler zwischen Vereinen, Schulen, Stadtverwaltung, Gemeinderat und Verbänden“, erklärte Sybille Richter. Dadurch solle der Sport, insbesondere Sportprojekte gefördert werden. „So könnten beispielsweise eine größere Sportveranstaltung ermöglicht werden“, betonte die Vize-Präsidentin vom Deutschen Turner Bund (DTB). Des Weiteren könne der Zusammenschluss die Koordinierung der Förderungsmaßnahmen übernehmen und dafür eintreten, dass den Mitgliedern der Sportvereine und allen Mitbürgern der Stadt Mühlacker die Möglichkeit gegeben wird, unter zeitgemäßen Umständen Bedingungen Sport zu treiben.

Nicht jeder Verein soll in Zukunft sein eigenes Süppchen kochen. Harry Walbersdorf, der als Projekt-Leiter fungiert, drückte es mit einem konkreten Beispiel aus: „In den städtischen Sporthallen gibt es beispielsweise zig Geräteschränke von verschiedenen Vereinen, die aber oftmals den gleichen Inhalt haben. Die Garagen platzen aus allen Nähten, muss das denn sein?“ Reinhold Roller vom Hundesportverein hatte einen weiteren Vorteil vorzubringen: „Man könnte zusammen Großbestellungen machen und dadurch enorme Kosten sparen.“ Zur Kosteneinsparung stellten die Anwesenden einen weiteren Vorteil fest: Gemeinsame Fortbildungen für Trainer und Funktionäre. Als Nachteil gab Hugo Kurfiß vom TSV Großglattbach zu bedenken, dass die Verantwortung für den Sport nur noch auf wenigen Schultern verteilt sein werde.

 Trotzdem befürworten alle sechs Teilnehmer an diesem Infoabend das Projekt. „Wir müssen aber natürlich auch unsere Mitglieder davon überzeugen“, gaben sie zu bedenken. Für die nächsten beiden Veranstaltungen (Dienstag, 13. Februar in der Hartfeldschule in Enzberg und am Donnerstag, 15. Februar im Theodor-Heuss-Gymnasium in Mühlacker), die den gleichen Inhalt haben, erwarten Harry Walbersdorf und Sybille Richter mehr Teilnehmer. Alle Vereine aus der Region sind angesprochen. „Mit dem Termin in Mühlhausen wollten wir zeigen, dass uns auch etwas an den kleineren Stadtteilen liegt“, betonte Sybille Richter.

 Die nächsten Wochen sollen entscheiden, ob das Projekt fortgeführt wird oder nicht. „Wenn wir nicht mehr als 50 Prozent der Vereine ins Boot holen können, dann brechen wir ab. Wenn nicht, dann werden wir alle Kräfte in Bewegung setzen“, machte Richter klar. Am 1. März wird ein Vortrag zur Umsetzung in Lippstadt vorgestellt. Zur derzeitigen Projektgruppe gehören neun verschiedene Vereine aus Mühlacker und seinen Stadtteilen.

 Um das Interesse der Vereine festzustellen erhielten alle Vereine einen Fragebogen, den sie bis zum 15. März ausfüllen sollen. Wenn bis dahin mindestens die Hälfte der Vereine ihr „Ja“ gegeben haben, soll die Konzeptionsphase beginnen.

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