Kooperation anstatt Alleingänge

Erstellt: 21. Juli 2006, 00:00 Uhr
Kooperation anstatt Alleingänge Gemeinsam stark sein: So hätte das Motto des gestrigen Wirtschaftsforums im Rathaus lauten können. Foto: Sadler

Wirtschaftsforum mit Informationsmarkt im Mühlacker Rathaus – Teilnehmer diskutieren in Workshops

Mühlacker – „Strategien für die Zukunft – Kooperationen gewinnen“, hat das Motto gelautet, unter dem gestern das Wirtschaftsforum im Mühlacker Rathaus stand. Nicht das erste Wirtschaftsforum, aber, so Mitorganisatorin Anette Leitner, Wirtschaftsförderin der Stadt Mühlacker, das erste mit Workshops. Die Teilnehmerzahl schätzte sie auf „50 bis 60“ Personen.

VON THOMAS SADLER

Trotz Arbeitsteiligkeit neigten viele Firmen dazu, alles selber machen zu wollen, stellte Professor Dr. Norbert Höptner fest. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH, Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums und Europa-Beauftragte des baden-württembergischen Wirtschaftsministers, moderierte und hielt, nach der Begrüßung durch Oberbürgermeister Arno Schütterle, die „Impulsrede“. „Die Frage ist, ob wir im lokalen Alleingang im globalen Wettbewerb bestehen können?“, fragte er rhetorisch und gab die Antwort unverzüglich selbst: „Nein.“ Deshalb riet er zu Kooperationen zwischen Unternehmen. In Asien sei dies längst Usus. Dadurch „ist man schneller am Markt“, und man könne besser „Nischen besetzen“. Als Felder, auf denen sich eine Zusammenarbeit zwischen Unternehmen anbiete, nannte er den Einkauf von Produktionsteilen, aber auch die gemeinsame Bereitstellung von Betriebskindergärten.

 Gerade diese gewinnen an Bedeutung in einer Zeit, in der die Zahl junger Arbeitskräfte schwindet, die der erwerbstätigen Frauen jedoch steigt. „Der zukünftige Arbeitsmarkt ist weiblich“, prophezeite Edith Köchel vom Landes-Wirtschaftsministerium. Umso wichtiger seien Formen betriebsnaher Kinderbetreuung. Dr. Günter Lambertz informierte über das Förderprogramm PRO INNO II. „Europäische Forschungskooperationen – eine Zukunftsstrategie für Unternehmen“ brachte Dr. Petra Püchner, Leiterin des Steinbeis-Europa-Zentrums in Stuttgart, den Teilnehmern des Wirtschaftsforums näher. Einen Erfahrungsbericht der Handwerker-Kooperative lieferte der Freie Architekt Klaus Kyras, und Achim Mergl, Leiter der E.G.O.-Lehrwerkstatt, berichtete über Formen gemeinsamer Ausbildung.

 Darum drehte sich auch die Arbeit in einem von vier zeitgleich laufenden Workshops. In einer anderen Gruppe, an dem Ute Beierle vom Verein Rabennest und Ute Fleig von der Geschäftsleitung der Mühlacker Firma Heinzelmann mitwirkten, ging es um die geforderte flexible betriebsnahe Kinderbetreuung. In einem weiteren Workshop erhielten die Diskussionsteilnehmer Auskünfte zu der Frage, wie Firmen in den Genuss von Fördermitteln für Kooperationsprojekte kommen. Ein zusätzliches Thema lautete: „Fehler vermeiden – Erfahrungen und Konsequenzen“, wobei der Schwerpunkt hierbei auf dem Bauhauptgewerbe lag.

 Doch nicht nur die Hauptteile der Veranstaltung in den Rathaus-Sitzungssälen warteten mit viel Diskussionsstoff und Tipps auf, sondern auch der Informationsmarkt im Foyer. Hier hatten die Teilnehmer die Chance, Kontakte zu Anlaufstellen und Netzwerken in der Region Nordschwarzwald zu knüpfen.

 Die Agentur für Arbeit etwa informierte über Frauenförderung und die Weiterbildung Geringqualifizierter und Älterer in Unternehmen. Die Arbeitsgemeinschaft für berufliche Fortbildung Mühlacker und das Regionalbüro für berufliche Fortbildung standen ebenfalls mit Rat und Tat zur Verfügung wie die Bildungsakademie Handwerkskammer Karlsruhe mit ihren Beratungsangeboten für Betriebe.

 Der Gewerbe-, Handels- und Verkehrsverein (Mühlacker Card) war vertreten, und auch das Sprungbrett („Frauen – ein Plus für Ihr Unternehmen“), die IHK, die Gleichstellungsbeauftragte des Enzkreises, Martina Klöpfer, das Rabennest, die Stadt Mühlacker, das Steinbeis-Europa-Zentrum und die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald, bei der es Wissenswertes über Unternehmer-Plattformen zu erfahren gab, zeigten im Foyer Präsenz.

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