Knittlinger Verkehrsströme im Visier

Erstellt: 30. März 2007, 00:00 Uhr
Knittlinger Verkehrsströme im Visier Neunt- und Zehntklässler der Knittlinger Dr. Johannes-Faust-Schule wollen von den Verkehrsteilnehmern Ausgangspunkt, Ziel und Zweck der Fahrt wissen. Foto: p

Auto-, Lkw- und Kradfahrer befragt und gezählt – Daten fließen in Gutachten ein – Rund 70 Schüler im Einsatz

Knittlingen – Woher, wohin, wieso? Viele, die in dieser Woche motorisiert nach Knittlingen unterwegs waren, sahen sich mit solchen Fragen konfrontiert. Die Antworten fließen in ein Verkehrsgutachten ein, das als Diskussionsgrundlage dienen soll, wenn es darum geht, die Pkw- und Lkw-Ströme zukünftig anders zu lenken.
 
VON CAROLIN BECKER

Der Knittlinger Gemeinderat hatte Ende Februar dem Karlsruher Ingenieurbüro Koehler, Leutwein und Partner den Auftrag erteilt, eine Verkehrsuntersuchung durchzuführen. Will die Stadt, wie zuletzt diskutiert, im stark frequentierten Bereich des Rathauses eine Abstufung der Landesstraße erreichen, muss sie dazu mit konkreten Zahlen aufwarten.

 Diese wurden jetzt in Absprache mit dem Hauptamt der Stadt und der Polizeidirektion unter Bedingungen ermittelt, die eine realistische Einschätzung des Berufsverkehrs liefern können, wie Bauingenieur Bernd Nitsche vom Büro Koehler, Leutwein und Partner die Terminwahl begründet. Zwischen 6 und 10 Uhr sowie von 15 bis 19 Uhr hatten sich an sieben Befragungsstellen rings um Knittlingen rund zehn Mitarbeiter des beauftragten Ingenieurbüros und etwa 70 Schüler der Dr. Johannes-Faust-Schule mit ihren Fragebögen postiert, um von den Chauffeuren Quell-, Zielort und Zweck der Fahrt zu erfragen und um Zahl der Insassen, Art des Fahrzeuges und anhand des Kennzeichens dessen Herkunft festzuhalten.

„Schüler fanden Aufgabe angenehm“

Drei Polizeibeamte und weitere zwölf Angehörige der Bereitschaftspolizei hielten die Verkehrsteilnehmer an. Durch die Befragungen, die, wie Bernd Nitsche schätzt, jeweils 20 bis 30 Sekunden gedauert hätten, sei allenfalls kurz ein kleiner Rückstau entstanden, der sich aber nicht auf die Bundesstraße ausgewirkt habe.

 „Es war zwar frühmorgens bitterkalt, aber dennoch fanden die meisten Schüler die Arbeit angenehm und abwechslungsreich“, blickt Reinhold Hartmann, Konrektor der Faust-Schule, im Gespräch mit unserer Zeitung auf den etwas anderen Schultag zurück. „Nichts Negatives zu Ohren gekommen“ ist auch dem Pforzheimer Polizeisprecher Wolfgang Schick. „Es ging ja schließlich nicht um eine Sanktion, sondern darum, dass etwas verbessert wird“, führt er als Ursache dafür an, dass sich der überwiegende Teil der Gestoppten kooperativ gezeigt habe, was auch Bernd Nitsche festgestellt hat. „Zusätzlich zu den Befragungen wurden an mehreren Knotenpunkten Verkehrszählungen durchgeführt, die sich unter anderem an der Rathauskreuzung über 14 Stunden erstreckten“, berichtet der Bauingenieur.

 Hier wie an den Befragungsstellen waren Gruppen von zwei bis fünf Schülern der neunten und zehnten Realschulklassen im Einsatz. Am Vortag waren sie von einem Vertreter des Ingenieurbüros instruiert worden, dann hieß es für die ersten, bereits um 5.45 Uhr an Ort und Stelle zu erscheinen. „Einige der von uns ausgewählten Schüler haben 14 Stunden durchgearbeitet“, erzählt Reinhold Hartmann. Ein Springer habe sich an den Zähl- und Befragungsstellen jeweils als Ablösung bereitgehalten. Lohn der Mühe: bis zu 75 Euro pro Schüler.

 Für die Stadt soll sich das Verkehrsgutachten so auszahlen, dass es dazu dienen kann, „die Herausforderung einer verbesserten Verkehrsführung“ (Bürgermeister Heinz-Peter Hopp) zu meistern. Eine der vordringlichsten Aufgaben wartet gewissermaßen direkt vor der Haustür des Rathauschefs: „Das übliche Chaos“ registrierte Hopp am Befragungstag an der Kreuzung Marktstraße/Stuttgarter/Freudensteiner Straße. Insofern habe es sich um einen „typischen Tag“ gehandelt.

 Woher, wohin, wieso? Diese Fragen sind bald geklärt, wenn die Daten codiert sind und dann nicht nur die vorhandenen Verkehrsströme abbilden, sondern auch Prognosen zulassen. Noch offen ist, wann das fertige Gutachten dem Gemeinderat vorgelegt werden kann. „Wenn es nach mir geht, noch vor der Sommerpause“, formuliert Hauptamtsleiter Stephan Hirth seinen Wunsch. Bernd Nitsche mag allerdings keinen genauen Zeitpunkt nennen, verweist er doch darauf, dass bisher erst der kleinere Teil der Arbeit getan sei.

Weiterlesen

Freilichttheater lockt mehr Gäste

Maulbronn (pm/cb). In seiner nächsten Sitzung am Mittwoch beschäftigt sich der Verwaltungsausschuss des Maulbronner Gemeinderats mit dem Freilichttheater im Klosterhof. Das Hauptamt will dem Gremium eine Bilanz der abgelaufenen Saison… »