Knittlingen hat ein Luxusproblem

Erstellt: 30. Juli 2010, 00:00 Uhr
Knittlingen hat ein Luxusproblem Mit scheinbar stoischer Gelassenheit nehmen die Knittlinger ihre Erfolgsserie hin. Nun wartet mit dem SVK Beiertheim ein Landesligist. Foto: Schäfer

Viele Spieler kommen für Pokalspiel gegen Beiertheim infrage – Bei einem Sieg hieße der Gegner möglicherweise Neckarelz.

Eberhard Braun ist total baff. In jedem Spiel, das er mit dem FV Knittlingen dieser Tage bestreitet, drängen sich weitere Spieler für die Stammelf auf.
neue Trainer hat nun vor dem Heimspiel im badischen Verbandspokal gegen den SVK Beiertheim (Sonntag, 17 Uhr) die Qual der Wahl.

Von Steffen-Michael Eigner

Knittlingen. Der FV Knittlingen hat einen Lauf, der sogar den neuen Trainer Eberhard Braun verblüfft. Die beiden Testspielsiege gegen die B-Ligisten TSV Zaisenhausen (3:0) und VfB Bretten II (6:0) lagen noch im Rahmen des Erwarteten. Doch dann folgte am vergangenen Sonntag der 2:1-Erfolg nach Verlängerung gegen den Landesliga-Absteiger Sportfreunde Forchheim, der den A-Ligisten unerwartet in die zweite Runde des badischen Pokals brachte. Und vorgestern Abend putzte Knittlingen den Kreisligisten 1. FC Bauschlott in einem weiteren Testspiel mit 4:1 weg. „Das hat mich schon ein bissele überrascht. Wir müssen jetzt echt auf dem Boden bleiben“, sagt Braun. „Aber das Pokalspiel am kommenden Sonntag wird uns die Grenzen aufzeigen“, glaubt der Knittlinger Coach.

Bei den Gästen sitzt ein
UEFA-Cup-Sieger auf der Bank

 Zu Gast in Knittlingen ist der Landesligist SV Karlsruhe-Beiertheim, auf dessen Trainerbank ein Europapokalsieger sitzt. SVK-Coach Michael Künast durfte in seiner Zeit als aktiver Fußballer mit Eintracht Frankfurt 1980 den UEFA-Cup hochhalten. Ein Jahr später gewann Künast mit der Eintracht den DFB-Pokal. Später spielte der heute 49-jährige Beiertheimer Coach noch einige Jahre für den Karlsruher SC und Darmstadt 98 in der ersten und zweiten Bundesliga.

 Kampflos geschlagen geben will sich Knittlingen dem Landesligisten freilich nicht. Schließlich winkt im Falle eines Sieges ein Drittrundenmatch gegen die Spvgg Neckarelz. Der Oberligist, im vergangenen Jahr noch hartnäckiger Gastgeber des FC Bayern München im DFB-Pokal (1:3), muss allerdings auch erst sein morgiges Zweitrundenspiel gegen den TSV Unterschüpf aus der Landesliga Odenwald gewinnen. Die Partie Neckarelz gegen Knittlingen – so es dazu kommt – würde am 7. oder 8. August in Neckarelz ausgetragen.

 Unterdessen hat Eberhard Braun die Qual der Wahl. Etliche Spieler drängen sich für die Stammelf auf – mehr als der FVK-Coach auf den Rasen schicken kann. Und es kommen immer neue Kandidaten hinzu. Etwa Sascha Bergemann, der nach Trainingsrückstand erst vorgestern gegen Bauschlott sein erstes Spiel bestritt. „Der war ganz stark, den hatte ich vorher noch gar nicht auf der Rechnung“, so Braun.

 Auch im defensiven Mittelfeld hat der Trainer ein Luxusproblem. Sein Sohn Maxi Herzog, der gegen Forchheim den wichtigen 1:1-Ausgleich erzielte, harmonierte zuletzt mit Tekin Kaya als Doppelsechs prima. Infrage kommt für diese Position jedoch auch José Carrero. „Der hat gegen Forchheim ganz stark gespielt“, so Braun, der hinzufügt: „Das mit den beiden Viererketten läuft gut. Die Mannschaft nimmt das an, und es macht den Spielern offenkundig Spaß.“ Allerdings muss er die Abwehrreihe für das Pokalspiel gegen Beiertheim neu formieren, weil Alexander Zimmermann in den Urlaub fährt.

 Im Mittelfeld beobachtet Braun wohlwollend die ansteigende Formkurve von Alexander Genthner, und im Sturm hält der Trainer große Stücke auf Hans Tödter. „Der ist ein positives Phänomen, der hängt sich rein. Wir kommunizieren über Tafeln miteinander“, ist Braun voll des Lobes über den gehörlosen Torjäger, der obendrein auch fleißig trifft: viermal gegen Bretten, zweimal gegen Bauschlott; und auch in Zaisenhausen trug sich Tödter in die Torschützenliste ein. „Wenn jetzt auch noch Ufuk Kocaoglu zurückkommt…“, freut sich derweil Bauer schon auf die nächste Verstärkung in der Offensive. Der Stürmer, vor wenigen Tagen 24 Jahre alt geworden, absolviert nach seinem Mittelfußbruch laut Braun ein spezielles Aufbautraining.

 Das einzige, was den Knittlinger Trainer dieser Tage stört: „Ich hätte die Schraube gerne ein wenig mehr angezogen, verstärkt Kraft und Ausdauer trainiert. Aber die Pokalspiele lassen das nicht zu. Da wollen wir schließlich bestehen.“

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