Kloster als geistlichen Ort erleben

Erstellt: 29. Mai 2006, 00:00 Uhr
Kloster als geistlichen Ort erleben Meditation beim Maulbronner Klostertag: Aus dem Schweigen die Stimme kommen lassen. Fotos: Stahlfeld

Über 100 Teilnehmer beim Klostertag in Maulbronn – Abschlussgottesdienst mit Landesbischof July

Maulbronn – Sich aus dem Alltag ausklinken und an einem Ort großer Spiritualität dem eigenen Glauben nachspüren: Auf diesen Weg begaben sich am Samstag die rund 100 Teilnehmer des Maulbronner Klostertags 2006 unter dem Thema „Atem, Geist und Gotteshauch“. Wie einst bei den Mönchen gliederten liturgische Tagzeitengebete den Tag im Kloster, den ein Abendgottesdienst mit Landesbischof Frank Otfried July beschloss.

VON ULRIKE STAHLFELD

Frank Otfried July stattete dem Kloster zum ersten Mal in seiner Funktion als Landesbischof einen Besuch ab. Er zeigte sich von der Arbeit, die hier geleistet werde, beeindruckt. Vor allem die Bildungsarbeit im Seminar sei ihm ein besonderes Anliegen, so der Bischof. Er betonte die Verknüpfung mit der spirituellen Tradition.

„Projekte haben ein Anfang und ein Ende“, meinte Landesbischof July zum Projekt „Kloster für das Volk“, in dessen Rahmen der Klostertag stattfand und das nach fünf Jahren Ende 2006 abgeschlossen wird. Der Bischof: „Man muss hören, welche Erfahrungen gemacht wurden und dann überlegen, ob es in veränderter Form weitergeführt wird.“ Er sprach sich dafür aus, dass auch weiterhin in diese Richtung Akzente gesetzt werden. Eine Entscheidung werde im Kollegium gefällt.

In sechs Gruppen Themen erarbeitet

Von eben einem dieser besonderen Angebote des „Klosters für das Volk“ hatten sich am Samstag einmal mehr die rund 100 Teilnehmer des Klostertags angesprochen gefühlt. Sie nutzen die Möglichkeit, das Kloster als geistlichen Ort zu erleben und waren dazu unter anderem aus den Bereichen Stuttgart, Göppingen, Karlsruhe und sogar aus Frankfurt angereist.

 „Die Kirche hat sich mit dem Heiligen Geist nicht immer leicht getan und der Geist Gottes hat es mit der Kirche nicht immer leicht gehabt“, so Pfarrer Klaus Hoof am frühen Morgen in der Klosterkirche bei der Begrüßung der Gäste, die in sechs Gruppen das Thema „Atem, Geist und Gotteshauch“ erarbeiteten. Impulse aus der klösterlich-mystischen Tradition gab dazu Ephorus Tobias Küenzlen.

 Ob Meditation, gregorianischer Gesang oder Instrumentenbau – jeder der Teilnehmer hatte seinen Weg gewählt, um für sich den Zusammenhang von Atem, Geist und Gotteshauch zu gestalten und erlebbar zu machen. „Der Atem beseelt den Körper und lässt ihn als Leib erfahren, als mit dem Göttlichen verbundene Erfahrung“, so Günter Hammerstein, Leiter des Kurses „Meditativer Tanz“. „Es ist eine schöne Gelegenheit, zu sich zu kommen“, so Thomas Dreher, der aus Bietigheim-Bissingen nach Maulbronn gekommen war. Auf der Suche nach Impulsen für die eigene Frömmigkeit hatte sich der Pfarrer für die Meditationsgruppe entschieden. Er finde es gut, dass die Kirche wieder in ihrem ursprünglichen Sinne genutzt werde.

 Die Kombination von Meditation, Stimmklang und Bewegung faszinierte ebenfalls Ira Weinmann aus Pforzheim. Gerade die Bewegung ermögliche es ihr tiefere Ebenen zu berühren. Die zweifache Mutter hatte sich bewusst für den Klostertag entschieden, um sich aus dem Alltag rauszunehmen. Nicht als Gesang, sondern als Gebet wollte Bärbel Tschochohei, Bezirkskantorin aus Bretten, die gregorianischem Gesänge verstanden wissen, die sie mit ihrer Gruppe einstudierte. Immer wieder seien ursprünglich die Psalmen wiederholt und dadurch vertieft worden: Eine Art der direkten Glaubenserfahrung, der die Teilnehmer des Klostertag auf vielfältige Weise nachspürten.

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