Kirche steht für Besucher offen

Erstellt: 30. März 2009, 00:00 Uhr
Kirche steht für Besucher offen Pfarrer Thomas Koser-Fischer (r.) mit den Paten der Cyriakuskirche. Foto: Stahlfeld

Illinger Gotteshaus lädt täglich von 10 bis 16 Uhr zur geistigen Rast ein

Illingen – „Eine Kirche sollte nicht nur sonntagmorgens für die Menschen da sein“, sagt der Illinger Pfarrer Thomas Koser-Fischer. Sein Gotteshaus ist deshalb ab sofort verlässlich für Besucher täglich von zehn bis 16 Uhr geöffnet. Sichtbares Zeichen: ein gestern eingeweihtes Signet am Toreingang.

VON ULRIKE STAHLFELD

Die Cyriakuskirche nimmt damit eine Vorreiterrolle in der Region ein und reiht sich zugleich in die Reihe der 93 verlässlich geöffneten evangelischen Kirchen in Baden-Württemberg ein. Deutschlandweit wollen zukünftig evangelische Gemeinden tagsüber ihre Kirchen öffnen.

 Für die Illinger ist die Sache nicht ganz neu. „Wir hatten vorher schon ab und zu geöffnet“, sagt Pfarrer Koser-Fischer und berichtet zugleich von einschlägigen Erfahrungen wie aufgebrochenen Opferbüchsen. Deshalb sammelte der Geistliche gestern fleißig Unterschriften von Menschen, die sich als Paten zur Verfügung stellen. 15 Gemeindeglieder werden regelmäßig zu den Öffnungszeiten in der Kirche sein. Andere haben ebenfalls zugesagt, ab und zu verbeisehen zu wollen.

 „Die Leute nehmen das Angebot gern in Anspruch, viele besuchen die Kirche lieber in aller Stille“, berichtet der Pfarrer. Aus eigener Erfahrung weiß er, wie wohltuend es ist, im Alltagstrubel innezuhalten. Bereits wenige Minuten genügten, um neue Kraft zu tanken.
 Zwar sei man in der evangelischen Kirche der Meinung, es komme nicht auf den Raum an, in dem man bete. Doch das ist nach Meinung des Illinger Seelsorgers „zu kurz gedacht“. Kerzen und Symbole in einer Kirche machten den Menschen den Zugang zum Glauben leichter.

 Auf brennende Kerzen an einem Holzkreuz werden die Kirchenbesucher in Illingen allerdings verzichten müssen. Das erschien nach Rücksprache mit der Feuerwehr zu gefährlich. Jetzt sucht man in der Gemeinde nach anderen Wegen, den Gläubigen die Möglichkeit zum Entzünden von Kerzen zu geben. Auf jeden Fall erwartet sie ein Andachtsbuch und vor allem ein kleiner Kirchenführer. Denn schließlich werden in der Cyriakuskirche in Zukunft nicht nur Einheimische erwartet. Die verlässlich geöffnete Kirche soll in Rad- und Wanderkarten aufgenommen werden und Ausflügler anlocken. Und weil der Bau aus dem Jahre 1488 direkt am Radweg von Mühlacker nach Vaihingen und unweit des Radweges in Richtung Lienzinger Tal liegt, erhofft sich Pfarrer Fischer-Koser viele Radler, die einen Abstecher zur Kirche machen: „Vielleicht werden wir so eine Art Radfahrerkirche, nachdem es ja bereits Autobahnkirchen gibt.“

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