Kinderbetreuung: Kommunen rüsten auf

Erstellt: 30. August 2008, 00:00 Uhr
Kinderbetreuung: Kommunen rüsten auf Das Mühlacker „Rabennest“ ist ein Pionier-Kindergarten. Andere Kommunen wollen bald nachziehen. Foto: Stahlfeld

Städte und Gemeinden weiten ihre Angebote deutlich aus – Viele neue Projekte starten in einer Woche.

Enzkreis – Nicht nur Mühlacker versucht, sich als „Junge Stadt“ zu positionieren. Auch die Nachbarkommunen weiten ihre Kinderbetreuungsangebote kräftig aus, um den Bedürfnissen junger Familien Rechnung zu tragen.

VON GERHARD FRANZ

„Für uns ist es wichtig, dass wir uns den gesellschaftlichen Bedürfnissen anpassen“, erklärt Arno Schütterle, Oberbürgermeister in Mühlacker. Auch die Wirtschaft signalisiere immer mehr den Bedarf, dass ihre Fachkräfte Familie und Beruf vereinen können. So bietet in Mühlacker beispielsweise die Ulrich-von Dürrmenz-Schule eine Nachmittagsbetreuung an. Ferner zahle die Stadt 12 000 Euro im Jahr an den Verein „Tagesmütter Enztal“. Als Gegenleistung bieten 25 Tagesmütter 66 Betreuungsplätze an. Auch das „Rabennest“ direkt am Krankenhaus bietet ein Ganztagesangebot für Kinder ab sechs Monaten bis zum Schuleintritt. Darüber hinaus bestehen im Mehrgenerationenhaus flexible Kinderbetreuungsangebote. Die Beiträge für Ganztagesplätze in den städtischen Einrichtungen bewegen sich zwischen 103 und 397 Euro je nach Einkommen und Anzahl der Kinder in der Familie.

 Ötisheim will seine Betreuungsangebote ausbauen. In zwei Jahren will die Gemeinde zusätzlich 20 Krippenplätze schaffen, wo bereits Einjährige aufgenommen werden. Außerdem sollen die Betreuungsangebote an der Schule mit Unterstützung des Schulfördervereins und der örtlichen Vereine ausgebaut werden.

Planungen für neue Angebote laufen auf Hochtouren

In Maulbronn laufen schon Vorplanungen für eine Kinderkrippe und einen Mittagstisch für Schüler des Salzach-Gymnasiums und der Schule am Silahopp.

 Für den städtischen Kindergarten Goethestraße hat der Knittlinger Gemeinderat erst jüngst ein „Top-Angebot“ geschaffen, wie Bürgermeister Heinz-Peter Hopp die einzelnen Maßnahmen in Knittlingen zusammenfasst. Dem Trend folgend, dass immer mehr Eltern den Wunsch nach einer Ganztagsbetreuung signalisieren, wird der kommunale Kindergarten künftig von 7 bis 17.30 Uhr durchgehend öffnen. Ganz neu entsteht eine Krippengruppe für Kinder im Alter von null bis drei Jahren. Die Mittagsmahlzeit, die nach dem einstimmigen Beschluss des Gremiums ebenfalls im Kindergarten Goethestraße eingeführt wird, liefert ein Knittlinger Partyservice. Im Herbst finden zudem Gespräche statt, möglicherweise eine Ganztagsbetreuung an der Knittlinger Schule einzurichten.

 Auch in Illingen hat der Gemeinderat erst kürzlich grünes Licht für bessere Betreuungsangebote gegeben. Ab 2009 wird eine Kleinkindergruppe für zwei- und dreijährige Kinder im Kindergarten Ensinger Straße zur Verfügung stehen. In den sechs Kindergärten der Gemeinde gibt es bereits Gruppen als Ganztagesbetreuung. In der Grundschule Illingen wird mit dem neuen Schuljahr außerdem eine Kernzeitbetreuung bis 17 Uhr eingeführt.

 Große Pläne in Wiernsheim: In zwei Jahren soll in der Nähe der Schule für 2,5 Millionen Euro ein Bildungszentrum gebaut werden. Dort finden drei Kleingruppen (unter drei Jahren) und zwei Regelgruppen Platz. Ein Ruheraum für Kleinkinder ist ebenso vorgesehen wie eine Mensa, in der Schul- und Kindergartenkindern ein Mittagessen angeboten wird.

 In Sternenfels laufen derzeit die Vorbereitungen für die Ganztagsbetreuung für Kinder von zwei bis zehn Jahren auf Hochtouren. Im September soll das neue Angebot starten. Künftig wird auch eine Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder angeboten. „Sie kommen nach der Schule in das benachbarte Kinderhaus an der Kraichquelle, essen dort zu Mittag, und für die Nachmittage sind eine Hausaufgabenbetreuung, Sport und Spiele vorgesehen“, erklärt Bürgermeisterin Sigrid Hornauer. „Unser Ziel ist es, Familien bestmöglich zu unterstützen. Deshalb bieten wir unterschiedliche Betreuungen an, von der verlässlichen Grundschule bis hin zu individuell buchbaren Betreuungszeiten im Rahmen unserer verlängerten Öffnungszeiten.“

 Die Mehrheit der Eltern in Ölbronn und Dürrn ist offenbar mit dem bestehenden Kindergartenangebot zufrieden. Allerdings gibt es in der Gemeinde den Wunsch, die Betreuung für kleinere Kinder ab zwei Jahren auszuweiten. Dies hat die Auswertung der Fragebogen ergeben, die die Gemeinde im Frühjahr an 113 Familien in den beiden Teilorten verschickt hatte.

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