Keine Facebook-Party, aber Abfall-Ärger

Erstellt: 31. Juli 2011, 23:00 Uhr
Keine Facebook-Party, aber Abfall-Ärger Achtung! Radfahrer müssen absteigen, weil beim Kinderspielplatz nicht nur Abfälle, sondern auch Scherben liegen.

Mühlacker. Samstag, kurz vor 10 Uhr. Ruhig fließt die Enz in Richtung Mühlhausen. Vom Aufmarsch einer großen Kanu-Partygesellschaft weit und breit keine Spur. Lediglich zwei Damen und zwei Herren gesetzten Alters lassen am Wertle ihre Kanus zu Wasser und fahren los.

Wenige hundert Meter Luftlinie entfernt, macht sich eine Gruppe Jugendlicher ebenfalls startklar. „Wir haben unsere Kanufahrt angemeldet“, erklären auch sie, dass sich nichts mit dem Party-Aufruf zu tun haben. Die Info-Kette im Internet scheint funktioniert zu haben.

Nur vier junge Männer beobachten vom Waldensersteg aus das Geschehen. „Schade, dass die Party abgesagt wurde“, bedauern sie. Einerseits könnten sie ja verstehen, dass es Bedenken wegen der Umweltverschmutzung gab: „Aber jedes andere Fest wird auch gefeiert. Und nach dem Straßenfest sieht es hier aus wie Sau.“ Sie könnten sich vorstellen, dass man den Spaß auf der Enz zur offiziellen Veranstaltung mache.

„Die mehrfachen Überprüfungen ergaben nichts“, betonte am Samstagabend Thomas Schneider, Polizeiführer vom Dienst bei der Polizeidirektion Pforzheim. Bei Kontrollen seinen keine Personen festgestellt worden: „Da läuft nichts.“ Im Übrigen wolle man den Ball bei der Geschichte flach halten.

Der Partyspaß ist ins Wasser gefallen, und so hätten die Beamten vom Polizeirevier Mühlacker, die den Samstag über immer wieder kontrollierten, praktisch nichts zu tun gehabt, wäre da nicht noch ein anderes Ärgernis gewesen.

„Fahren Sie bloß im Gras!“, warnt ein Fußgänger den Radfahrer, der gerade über den Waldensersteg in Richtung Wertle fährt. Auf Höhe des Kinderspielplatzes liegen Scherben auf dem Radweg. Und auch auf dem Spielplatz selbst beginnt eine Mutter gerade damit, den gröbsten Unrat wegzuräumen. Ein grüner Mülleimer indes liegt ebenfalls auf dem Gelände. Sein Inhalt verteilt sich auf dem braunen Häckselbelag des Spielareals.

„Vor 14 Tagen haben sie das Salz aus der Salzkiste verteilt“, schimpft eine Passantin. Jetzt sei die Kiste an der Schulstraße umgeworfen worden. „Das ist immer freitags auf samstags“, beklagt sie, dass derlei Vandalismus immer wieder vorkomme. „Das passiert alle drei bis vier Wochen. Das sind immer die Gleichen.“ Fragt sich nur: Wer? Im Enzvorland liegen Papierblätter. Ein Unbekannter hat zahlreiche Seiten der „Gefahrstoffverordnung – ein Wegweiser für die Apotheke“ zerrissen und auf der Wiese verteilt.

„Ich bin gespannt, was da noch alles passiert, wenn die kleine Gartenschau kommt“, fragt sich nicht nur ein Passant, wie Randale und Grünprojekt zusammenpassen sollen. Drei Spritzen habe er bereits beim Spielplatz gefunden, regt sich der Nächste auf. Er habe schon mehrmals selbst dort aufgeräu „Ein Streetworker gehört her.“ Fehlende Polizeipräsenz beklagen die Nächsten: „Die wissen doch auch, was hier los ist. Da kann man doch kein Kind mehr herlassen.“

Während auf dem benachbarten Parkplatz Laub gesaugt wird, fühlt sich für die auf dem Radweg liegenden Scherben zunächst keiner verantwortlich. Der Polizeibeamte ruft vergeblich beim Bauhof an. Die Feuerwehr werde aufräumen, teilt er dann mit.

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