Keine Chance gegen Gaby & Co.

Erstellt: 30. August 2006, 00:00 Uhr
Keine Chance gegen Gaby & Co. Wasser marsch auch beim Sommerfest des OGV Mühlhausen. Foto: Appich

Tiefdruck-Damen lassen Festveranstalter im Regen stehen und reißen Loch in die Kasse.

Gaby, Florence, Isabel – gegen diese „Tiefdruck-Damen“ hat keine Schönwetterfront den Hauch einer Chance. Sie lassen vor allem Veranstalter von Freiluftfesten im Regen stehen. So klagte beispielsweise der Erste Vorsitzende der MGV Chöre, Peter Heinke, über einen 40-prozentigen Einnahmerückgang im Vergleich zu den letzten Jahren bei der diesjährigen Hocketse auf dem Kelterplatz am ersten Augustwochenende. Und dies obwohl der Verein mit fünf Partyzelten à 18 Quadratmetern Platz für mindestens 300 Leuten bot. „Aber man kann machen, was man will, wenn das Wetter schlecht ist, kommt bei den Leuten einfach keine Feststimmung auf. Für uns sind diese Veranstaltungen sehr wichtig, da wir einen ständigen Mitgliederschwund erleben“, sagt Peter Heinke. Die drei Gastchöre aus Enzberg, Mühlhausen und Iptingen konnten das schlechte Wetter wenigstens ein wenig kompensieren. „Sonst wären womöglich noch weniger Besucher gekommen“, vermutet der Erste Vorsitzende. Er könne sich durchaus vorstellen, die alljährliche Hocketse als Reaktion auf die schlechte Augustwetterlage künftig auf den Juli zu verschieben.

 Mit dem gleichen Problem wie die MGV-Chöre hatte auch der Liederkranz Mühlacker bei seinem Brunnengassenfest am vergangenen Wochenende zu kämpfen. „Was wir dieses Jahr eingenommen haben, war nur sehr knapp unter der Schmerzgrenze. Zum Glück war der Sonntag etwas freundlicher, sodass die Sonne die Besucher anlockte“, meint der Erste Vorsitzende des Liederkranzes, Wolfgang Hilsenbek. Ein 72 Quadratmeter großes Zelt schützte die Besucher vor dem Regen: „So sind wir nicht so sehr auf das Wetter angewiesen.“

 Ein 72 Quadratmeter großes Zelt hätte vielleicht auch den „Sommernachtstraum“ von Patrick Hammersky und seinen Freunden gerettet. Sie wollten am 12. August ein Fest am Flugplatzgelände in Mühlacker organisieren. „Wir wollten junge Menschen, die im Oktober studieren gehen und dann in ganz Deutschland verstreut sind, noch mal zusammenbringen“, erklärt der 21-jährige Patrick Hammersky. Doch auch hier machte das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Die Veranstalter mussten das Fest zwei Tage vorher absagen. „Wir haben Flyer gedruckt und in der ganzen Stadt verteilt sowie Essen eingekauft, auf dem wir sitzen geblieben sind. Die Dixi-Toiletten und die Getränke konnten wir zum Glück kostengünstig abbestellen.“ Im Winter wollen sie noch einmal einen Anlauf nehmen, dann aber eventuell in der Lomersheimer Festhalle, in der Hoffnung, dass nach dem „Sommernachtstraum“ nicht auch der „Winternachtstraum“ platzt.

 Kurzfristig abgesagt werden musste auch die Hocketse des Musikvereins Ölbronn am vergangenen Wochenende. Mit der Entscheidung haben die Verantwortlichen bis Samstag gewartet, dann blieb ihnen aber keine andere Wahl. „Wir haben kein Zelt. Das Orchester müsste dann im Regen spielen“, erläutert Joachim Neuhaus, Vorsitzender des Musikvereins.

 Auch die Veranstalter des Open-Air-Kinos in der Talaue in Illingen hätten sich ihr Event am Wochenende etwas anders vorgestellt. Sie mussten am Freitag in das Vereinsheim des SV Illingen umsiedeln. Für die Kleinen wurde Bernhard und Bianca gezeigt und abends für die Erwachsenen, Fluch der Karibik. Doch im Nebenzimmer des Vereinsheims kam bei anhaltenden Regenschauern draußen keine karibische Urlaubsstimmung auf.

 Mit bangem Blick verfolgt derzeit auch Albrecht Straub, Vorsitzender des OGV Illingen, den Wetterbericht. Am Sonntag planen die OGV’ler ihr diesjähriges Sommerfest an den Vereinsgaragen an der Ensinger Straße. Ob’s wirklich ein „Sommer“-Fest wird, ist sich Straub nicht sicher, bleibt aber Optimist: „Es kann doch nur besser werden.“ Die Besucherzahl hänge stark vom Wetter ab. „Wir rechnen mit rund 200 Gästen. Aber wenn’s regnet oder zu heiß ist, kann es sein, dass auch nur 100 kommen“, prognostiziert Straub. Sonnenschein und 25 Grad wünscht er sich. Na ja, zumindest ist die Gefahr einer plötzlichen Hitzewelle so gering, dass die OGV’ler sich in dieser Hinsicht wohl keine Sorgen machen müssen . . . jf/vh/fg

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