Kein Traum Mit Schumi am Ball

Erstellt: 28. Juli 2006, 00:00 Uhr
Kein Traum  Mit Schumi am Ball Im Team „Rot spielen Thomas Häßler, Jan-Josef Liefers, Hansi Müller und ... Simon Roller: Für den 32-jährigen, fußballverrückten Lomersheimer ging am Mittwoch ein Traum in Erfüllung. Foto: p

„Spiel der Herzen“: Simon Roller kickte und feierte in Mannheim mit den Stars und Sternchen

Wenn Formel1-Flitzer Michael Schumacher zu seinem „Spiel der Herzen“ nach Mannheim einlädt, dann geben sich Prominente die Klinke in die Hand. So geschehen wieder am Mittwochabend. Stars und Sternchen aus Sport, Unterhaltung und Medien kamen zum Benefiz-Fußballmatch. Der Fernsehsender „Premiere“ war live dabei. Mittendrin, statt nur dabei auch der Lomersheimer Torjäger Simon Roller. Kein Witz! Er kickte rund 60 Minuten an der Seite von Schumi und versenkte am Ende sogar einen Elfmeter im Kasten von Claus Reitmaier.

VON MIRKO BÄHR

„Ein unvergessliches Erlebnis“, schwärmt Roller. Eine tolle Sache. „Das Beste, was ich bisher erlebt habe“, kann der Phönix-Angreifer sein Glück noch gar nicht so richtig fassen. Die Erlebnisse sind noch frisch, der Chip der Digitalkamera voll. Es sprudelt nur so heraus aus dem 32-Jährigen. Kein Wunder. Stars ohne Ende, und er mittendrin. Mal ein nettes Pläuschchen mit Schumi höchstpersönlich, dann ein Small-Talk mit Til Schweiger, wenig später eine Runde Bier mit Mario Basler.

 In Team „Rot“ kam Simon Roller zum Einsatz. Ex-VfB-Coach Ralf Rangnick wechselte ihn kurz vor der Pause und nochmals in der 60. Minute ein. „Viel zu spät“, wie Roller grinsend klar macht. Schließlich scharrte er schon kräftig mit den Hufen. „Der Rangnick hat doch keine Ahnung, er hätte mich viel früher bringen müssen“, lacht der Bankkaufmann. Rangnick hatte in Mannheim den „Klinsi“-Part übernommen, als „Jogi“ fungierte Antony Baffoe. „Eine echte Stimmungskanone“, lässt Roller wissen. Der Bezirksligakicker kam beide Male für Formel-Pilot Vitantanio Liuzzi in die Partie.

 Allerdings nicht vorne auf der Gerd Müller-Position. „In der Vierkette habe ich neben Mario Basler erst einmal mächtig abgeräumt“, blickt der Lomersheimer voller Emotionen auf dieses besondere Ereignis zurück Auf der linken Seite wechselte er sich mit Sänger Sasha ab, was die Vorstöße in die gegnerische Hälfte anbelangt. Für einmal hießen seine Mitspieler nicht Benjamin Bäuerle, Sebastian Knapp, Sven Mürle, Michael Wirthle oder Alexander Riede. Mit der Rückennummer 32 („die Nummer zehn hat sich Häßler weggeschnappt, dann hab ich halt mein Alter genommen“) kickte er zusammen mit: Weltklasse-Torhüterin Silke Rottenberg, Technik-Ikone Maurizio Gaudino, Thomas „Icke“ Häßler, Tatort-Star Jan-Josef Liefers, VfB-Legende Hansi Müller und natürlich Ferrari-König Michael Schumacher.

 Wie kam‘s dazu? „Die Bild-Zeitung hat anfangs der Woche einen Platz an Schumis Seite verlost, da hab ich einfach mal mitgemacht und am Dienstag kam dann der Anruf“, erklärt Simon Roller. „Ich bin aus allen Wolken gefallen und konnte es kaum glauben“, so der Köln-Fan. Baff sei er gewesen. Nichtsdestotrotz machte er sich am Mittwoch dann auf den Weg. Zusammen mit Teamkamerad Frank Scheible ging es nach Mannheim. Kurz nachdem das Duo im Steigenberger-Hotel eingecheckt hatte, brachte sie eine Limousine ins Stadion. „Ich war der erste in der Kabine“, erzählt Roller. Alles lag parat. Das Trikot mit Namen hing am Bügel, Hose und Stutzen langen davor. Dazu ein Handtuch und rote Kickschuhe. Der 32-Jährige nutzte erst einmal die Ruhe vor dem Sturm, um gemütlich ein paar Bildchen zu schießen und sich das Stadion anzuschauen.

 Nach und nach trudelten die Stars ein. „Die waren alle total freundlich“, blickt Simon Roller gerne zurück. Als letztes kam Michael Schumacher. „Der hat mir dann gleich gratuliert. Außerdem wollte er wissen, wo ich Fußball spiele“. Keiner der Promis war hochnäsig oder abgehoben. Beim Plausch mit Ralf Rangnick kam unter anderem heraus, das sich der neue Hoffenheimer Trainer und Phönix-Coach George Carter aus gemeinsamen Backnanger Zeiten kennen.

 Dann der Auftritt des Lomersheimers, der vor ein paar Jahren schon zusammen mit Jürgen Klinsmann beim 3-Löwen-Cup in Pforzheim in einem Team spielte. Eine Promi-Erfahrung, die ihm am Mittwoch natürlich zu Gute kam. Roller stolperte nicht vor Aufregung über den Ball, sondern ließ gleich sein ganzes Können aufblitzen, was die „Premiere“-Kommentatoren doch hörbar überraschte. Kai Dittmann und Jaques Schulz konnten es kaum glauben, als der Gewinner der Bild-Aktion in gekonnter Manier das Leder per Flugkopfball an die Latte wuchtete oder wenig später per Drehschuss nur knapp an „Pannen-Oli“ Reck scheiterte.

 Vor rund 20000 Zuschauern ging es dabei im Mannheimer Carl-Benz-Stadion torreich zu. 6:6 stand es nach der regulären Spielzeit. Der Sieger in diesem Benefiz-Kick musste also im Elfmeterschießen ermittelt werden. Nachdem Sasha für Team „Rot“ getroffen hatte, war Simon Roller an der Reihe. „Icke Häßler meinte zu mir, dass ich vor gehen und das Ding versenken solle.“ Gesagt, getan. „Beim Elfmeter bringt mich nichts aus der Ruhe“, lässt Roller wissen. Und tatsächlich. Ohne Herzrasen zimmert der Phönix-Stürmer das runde Leder ins rechte Eck. Claus Reitmaier hatte keine Chance, wurde klassisch verladen. Ein kurzer Dank ins jubelnde Publikum und schon kamen die Mitspieler und klatschten ab.

 Bevor es zurück ins Hotel zur „Players Party“ ging, hockten die Akteure noch über eine Stunde in der Kabine. „Es gab warmes Bier, bis sich Willi Weber dieser Sache angenommen hatte“, lacht Roller, der sich genauso wie Mario Basler den einen oder anderen Schluck genehmigte. Zusammen mit Frank Scheible ging es dann wieder zurück. „Wir haben uns schnell frisch gemacht und haben uns dann ins Partygetümmel geworfen.“ Im Steigenbergerhotel wurde dann die Nacht zum Tag gemacht. „Da ist es heftig abgegangen“, zwinkert Roller einen Tag später. Unzählige Unterhaltungen mit Liefers, Keller und Schweiger später fielen die beiden Phönix-Kicker um 5 Uhr früh ins Bett.

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