Kampftalent hat schwarzen Gürtel im Visier

Erstellt: 25. Oktober 2006, 00:00 Uhr
Kampftalent hat schwarzen Gürtel im Visier Zwei Brüder beim Kräftemessen: Nikolas und Louis Nupnau (v.l.) treten im Training gegeneinander an. Foto: Flößer

Louis Nupnau aus Enzberg ist Landesmeister im Karate – Nachwuchstalent will Deutscher Meister werden:

 Louis Nupnau hat sich mit großem Erfolg durchgeschlagen. Der Zehnjährige sicherte sich kürzlich den Landesmeistertitel im Karate. Der Enzberger wird zusammen mit einigen anderen Kindern und Jugendlichen im Maulbronner Karateverein trainiert.

VON CATHRIN FLÖßER

 „So, jeder sucht sich einen Partner, und dann schlagen wir uns ein“, sagt Trainerin Desiree Gode-Elchlepp. Es ist Freitag, 16 Uhr. In der Sporthalle der Schule am Silahopp in Maulbronn sind acht Kampfsportler im Alter von acht bis 16 Jahren versammelt. Louis ist einer von ihnen. Das Nachwuchstalent wird im November elf Jahre alt und hat einen großen Traum: „Ich will mal deutscher Meister werden“, sagt er mit leuchtenden Augen. Den blauen Gürtel besitzt er schon. Auf den schwarzen muss er allerdings noch eine Weile warten: Denn er kann ihn frühestens im Alter von 18 Jahren erwerben. „Dafür musst du aber noch viel trainieren“, betont die Trainerin.
 Für diesen großen Traum übt Louis nicht nur während der Trainingseinheiten, sondern auch mit seinem ein Jahr älteren Bruder Niko. „Vor den Wettkämpfen wird manchmal unser Wohnzimmer zum Kampfring“, lacht Mutter Silvia, die beim Training manchmal zuschaut. „Oder wir kämpfen mit dem Papa“, merkt Louis an.

„Heute üben wir Timing, Technik und Stand“Er und sein Bruder Nikolas sind bereits vor Jahren zum Karate gekommen. „Vor vier Jahren hatte einer meiner Freunde die Idee und er hat uns mitgenommen“, erinnert sich der junge Karate-Kämpfer. Ansonsten haben die beiden Brüder Nupnau nicht viel gemeinsam. „Niko ist der typische große Bruder, der alles erklärt“, charakterisiert Mutter Silvia den Älteren. „Louis ist eher der Draufgänger, ein Spitzbub’, der gerne etwas anstellt.“ Trotzdem unternehmen die beiden Jungs viel zusammen und gehen zum Fußball oder Basketball spielen.

 „Als Mutter ist man natürlich zunächst skeptisch, wenn die Kinder Kampfsport machen wollen. Aber ich habe es mir einfach angeschaut und war begeistert“, erzählt Silvia Nupnau. Vor allem die Disziplin „Kata“ hat es ihr angetan. Hier handelt es sich um den Kampf mit einem imaginären Gegner nach festgelegten Mustern. Louis dagegen gefällt das „Kumite“ besser. Hier kämpfen die Athleten gegen einen echten Kontrahenten und versuchen sich mit verschiedenen Grundelementen zu verteidigen. Dazu gehören unter anderem Faust- und Beintechniken.

 „Heute üben wir Timing, Technik und Stand“, erklärt Gode-Elchlepp. Und der Kampfschrei, der „Kiai“, darf auch nicht fehlen, denn „die Energie muss raus“, betont die Trainerin. „Außerdem wollen wir unseren Gegner damit auch beeindrucken“, fügt sie hinzu. Am Ende der Einheit gibt es Trainingskämpfe. Vier Hütchen markieren den Kampfring. Louis muss gegen die zwölfjährige Viktoria ran. „Stopp!“, die Trainerin greift ein. „Viktoria, du bekommst eine Verwarnung“, sagt sie. Viktoria weiß genau warum, denn sie hat Luis am Kopf getroffen und das ist verboten. „Ich möchte, dass ihr lernt, euren Kampf zu kämpfen“, erklärt Gode-Elchlepp. „Lasst euch nicht den Kampf von eurem Gegner aufzwingen – er soll genau das machen, was ihr wollt.“

 Karate ist im richtigen Leben höchstens zur Selbstverteidigung gedacht. Das bekommen die Kinder im Unterricht von Anfang an mit auf den Weg. „Die Kinder gehen selbstbewusster durchs Leben und sind selten Opferkinder“, so die Ansicht der Trainerin. Silvia Nupnau teilt diese Ansicht: „Louis hat schon häufiger Streit geschlichtet.“ Am selben Trainingsabend absolvieren die Nupnau-Brüder noch eine weitere Einheit bei den Erwachsenen. Denn eines haben sie schon begriffen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

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