Kampf zwischen Natur und Kultur

Erstellt: 29. April 2011, 00:00 Uhr
Kampf zwischen Natur und Kultur Ute Bauer mit Ehemann Thomas Hertzke und Enkelin Leyla. Im Hintergrund sind der Badeteich und ein Teil der alten Remise zu sehen. Fotos: Stahlfeld

Gartenidyllen in der Region: Dürrmenzer Ehepaar gewinnt Feldzug gegen Efeu und Brombeeren

Die Ortskernsanierung in Dürrmenz verleiht auch dem Gartenparadies von Ute Bauer und Thomas Hertzke neues Flair. Einst hinter einer hohen Mauer versteckt, ist die grüne Oase mittlerweile nach deren Abriss von Licht durchflutet.

Von Ulrike Stahlfeld

Mühlacker. Die Giebelseite des ebenfalls abgerissenen Nachbarhauses sowie die 2,10 Meter hohe Mauer in Richtung Kazenmaier-Haus und Kannesaal schützte nicht nur die Gartenbesucher vor unerwünschten Blicken, sondern auch die Pflanzen vor allzu strengen Witterungseinflüssen. Schon vor rund 30 Jahren pflanzte deshalb ein früherer Gartenbesitzer eine Kiwi-Pflanze, die jetzt von ihrer Größe her dem benachbarten Nussbaum fast Konkurrenz macht.

 Kistenweise ernten die Eheleute jährlich rund 30 Kilogramm Kiwis, die, im Keller gelagert, bis zur Ernte der nächsten Früchte genießbar bleiben. „Sie sind vom Geschmack her anders als gekaufte Kiwi“, erklärt Ute Bauer. Vor der Ernte sollte ein leichter Frost über die Früchte gehen. Auch Beeren-Sträucher und Rhabarber fühlen sich im Dürrmenzer Garten wohl.

 Den Gemüseanbau haben Thomas Bauer und seine Ehefrau, die seit 2006 in der Hofstraße in Dürrmenz leben, indes mittlerweile aufgegeben. „Sogar Knoblauch, Zwiebeln und das Karottenkraut haben die Schnecken gefressen“, bedauert Ute Bauer, dass jedes frische Grün den kleinen Kriechern zum Opfer fällt.

 Dahlien schmecken den Schnecken ebenfalls. Ute Bauer: „Und Rittersporn hat auch keinen Wert.“ Stattdessen freut sich die Heilpraktikerin über manches Kraut, das im eigenen Garten wächst. Der Stinkende Storchschnabel sei ein tolles Lymphmittel. Die Expertin: „Es genügen ein paar Blättchen im Salat, oder man setzt die Kräuter als Tinktur mit Alkohol an.“ Brennnessel sei immer gut, so die Heilpraktikerin weiter. Die Pflanze werde als Tee oder Gemüse zum Blutreinigungsmittel. Der Spitzwegerich, ein altbewährtes Hustenmittel, wuchs von alleine im Garten. Auch der Löwenzahn darf „in Maßen“ Akzente setzen.

 Ihre eigenen Akzente setzten die Eheleute, als sie vor fünf Jahren den Garten übernahmen. Der ruhte quasi im Dornröschenschlaf. Thomas Hertzke: „Der Boden war zu 80 Prozent mit Efeu und Brombeeren zugewuchert.“ Stück für Stück eroberte er mit seiner Frau den Garten zurück: „Es war ein Kampf zwischen Natur und Kultur.“ Einige der wilden Obstbäume mussten weichen. An ihrem Platz entstand ein 26 Quadratmeter großer und teilweise bis zu 1,10 Meter tiefer Badeteich. Ute Bauer: „Im heißen Sommer ist es schön zum Abkühlen.“ Ein kleiner Bachlauf sorgt für die Zufuhr von Sauerstoff, am Ufer wachsen Reinigungspflanzen. Eine Pumpe wälzt das Wasser um, in dem sich inzwischen auch Fische wohlfühlen.

 Zwei Jahre arbeiteten Ute Bauer und Thomas Hertzke schwer und schufen unter anderem Platz für eine Grünfläche, auf der jetzt Enkelin Leyla krabbeln kann. In dieser Zeit bedeutete der sieben Ar große Garten schon auch einmal Stress. Mittlerweile dient er der Entspannung. Ute Bauer: „Es tut gut, draußen zu sein.“ Für sie und ihren Ehemann ist die Gartenarbeit Ausgleich zu den Anforderungen im Beruf. Obwohl im Garten niemals Feierabend ist. So warten eine Remise mit Pferdeboxen, in der einst eine Pferdekutsche und Pferde untergebracht waren, sowie ein alter Ziegenstall darauf, aus ihrem Märchenschlaf geweckt zu werden. Ute Bauer: „Das wird irgendwann ein größeres Projekt.“

Weiterlesen
Manche machen spontan mit

Manche machen spontan mit

Sogar zufällige Passanten zieht das 24-Stunden-Schwimmen in seinen Bann Zum zehnten Mal hat die DLRG Mühlacker das Senderstädter 24-Stunden-Schwimmen veranstaltet. Das überwiegend aus Breitensportlern bestehende Teilnehmerfeld zeigte großen Einsatz. Im… »