Kämmerer will Schultes werden

Erstellt: 31. August 2006, 00:00 Uhr
Kämmerer will Schultes werden Tritt in Ölbronn-Dürrn an: Norbert Holme. Foto: p

Bürgermeisterwahl Ölbronn-Dürrn: Norbert Holme (Wiernsheim) ist dritter Kandidat.

Ölbronn-Dürrn – Norbert Holme, Kämmerer der Gemeinde Wiernsheim, möchte der künftige Bürgermeister von Ölbronn-Dürrn werden. Gestern Morgen hat er, als dritter Kandidat, seine Bewerbung abgegeben.

VON THOMAS SADLER

Norbert Holme ist ein Mann vom Fach. Und außerdem kein Unbekannter im Enzkreis, schließlich fungiert er seit fast 20 Jahren als Kämmerer von Wiernsheim, womit er auch gleich auf einige Routine im Umgang mit den Finanzen und den finanziellen Schwierigkeiten einer Kommune verweisen kann.

 In der Plattengemeinde, wo der gebürtige Pforzheimer arbeitet und wohnt, ist er auch bereits aufgewachsen. Ebenfalls in Wiernsheim sowie in Mühlacker absolvierte Holme, wie er selbst erklärt, eine „fundierte Verwaltungsausbildung“ im mittleren und gehobenen Verwaltungsdienst. „Ich kenne die kommunalen Aufgabenstellungen in der gesamten Bandbreite“, wirbt er für sich. In der Tat kann er auf eine ganze Reihe verantwortlicher Positionen verweisen. Zuerst bekleidete er den Posten des stellvertretenden Haupt- und Ordnungsamtsleiters, dann ist er zum Kämmerer und Stellvertreter des Wiernsheimer Bürgermeisters Karlheinz Oehler aufgestiegen. Darüber hinaus ist Holme Geschäftsführer des Schulzweckverbandes Platte mit rund 550 Schülern einer Grund-, Haupt- und Werkrealschule sowie Geschäftsführer eines Abwasserzweckverbandes und des Gemeindeverwaltungsverbands Heckengäu.

 Nachfolger von Adalbert Bangha als Schultes in Ölbronn-Dürrn zu werden, würde für Norbert Holme den Karrierehöhepunkt bedeuten. „In meinem Alter kann man zwei Amtsperioden anstreben“, sagt der 48-Jährige.

 „Adalbert Bangha, dessen Amtszeit Anfang Januar 2007 endet, hinterlässt wohl geordnete Verhältnisse“, anerkennt Holme, der aus der Bürgermeisterwahl am 8. Oktober – die Bewerbungsfrist endet am 11. September – gerne als Sieger hervorgehen würde. Falls sich die Wählermehrheit für ihn entscheiden sollte, wolle er sich für ein „liebenswertes Ölbronn-Dürrn“ einsetzen und dessen „ländlichen Charme“ und „hohen Wert an Wohn- und Lebensqualität“ erhalten – und dies bei „gleichzeitiger behutsamer und bedarfsgerechter Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten“, so der Parteilose in einem verbalen kommunalpolitischen Rundumschlag.

 „Ölbronn soll eine Gemeinde für alle Generationen sein“, lautet eine weitere Maxime, die für Norbert Holme, vorausgesetzt er könnte auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen, gälte. Besonders wichtig seien Investitionen für Kinder, Jugendliche und Familien, wobei der Kandidat aus Wiernsheim an eine ausreichende Kleinkind- und Ganztagsbetreuung denkt. Nicht vergessen will er überdies die Interessen von Senioren, Vereinen, Kirche und Unternehmen. Freilich: Grundlage für eine gesunde kommunale Entwicklung sei eine solide Finanzpolitik. „Dazu gehört für mich das Sparen am richtigen Platz. Auch in Zukunft müssen wir Einsparpotenziale ausschöpfen.“ Sein Appell an die Öffentlichkeit: „Das Wünschenswerte muss vom Machbaren unterschieden werden.“

Der Bürger als Kunde

Über allem steht für den Kämmerer die Vorstellung einer kundenorientierten Kommune „mit einer kompetenten und motivierten Verwaltung“, die für die Belange der Bürger stets ein offenes Ohr haben müsse.

 Würde Norbert Holme zum Rathauschef von Ölbronn-Dürrn gewählt, verbliebe ihm vielleicht etwas weniger Zeit für seine Familie – Ehefrau Lily, ein Sohn (24) und eine Tochter (18). Ähnliches könnte für seine Hobbys gelten: Er ist Mitglied des DRK Wiernsheim und Vorsitzender des Mundharmonika-Orchesters Knittlingen.

 Für ihn ist es übrigens der zweite Versuch, Schultes zu werden. Den ersten unternahm er im Februar 2002 in Friolzheim, wo insgesamt vier Kandidaten angetreten waren und auch Holme scheiterte.

 Seine bisherigen zwei Konkurrenten in Ölbronn-Dürrn sind, wie berichtet, Reiner Damaschke aus Maulbronn und Jürgen Moll aus Dürrn. Der 44-jährige Damaschke ist Verwaltungsbeamter bei der Stuttgarter Bundesanstalt für Post und Telekommunikation, der 39 Jahre alte Moll Diplom-Ingenieur für Elektrische Energietechnik.

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