Jugendpflegerin verlässt Illingen

Erstellt: 26. Februar 2010, 00:00 Uhr
Jugendpflegerin verlässt Illingen Jugendpflegerin Melanie Anthoni (re.) – hier bei einer Spendenübergabe – am Billardtisch im Illinger Jugendraum. Archivfoto: Fotomoment

Melanie Anthoni zeigt bei ihrem Tätigkeitsbericht trotzdem Zukunftsvisionen auf – Wunsch nach einer Dirt-Bike-Bahn

Viele gute Nachrichten und eine schlechte hat Jugendpflegerin Melanie Anthoni jetzt dem Illinger Verwaltungsausschuss präsentiert. Die schlechte Nachricht: Sie hat ihre Stelle zum 1. Mai gekündigt.

Von Frank Goertz

Illingen. Die guten Nachrichten: Anthoni erreicht mit ihren Angeboten einen Großteil der Illinger Jugendlichen. Das Jugendhaus in der alten Dillmannschule erfreut sich zunehmender Resonanz. „Derzeit kommen an den Öffnungstagen rund 30 Jugendliche“, berichtet Anthoni. „Tendenz steigend.“
 
 Vor anderthalb Jahren habe sie die Jugendarbeit in Illingen und Niefern-Öschelbronn übernommen, blickte Anthoni zurück. Was Illingen betrifft: Hier habe sie viel verändert – mit Erfolg. Das würde aber nicht bedeuten, dass sie keine Zukunftsvisionen mehr habe, die sie – ungeachtet ihrer Kündigung – dem Verwaltungsausschuss in ihrem Tätigkeitsbericht präsentierte.

 „Als ich nach Illingen gekommen bin, wurde das Jugendhaus nur von einer Handvoll Besucher im Alter zwischen elf und 13 Jahren frequentiert“, erinnert sich Anthoni. Sie habe sich zum Ziel gesetzt, auch ältere Jugendliche, zwischen 14 und 16 Jahren, anzusprechen. In diesem Zusammenhang seien die Öffnungszeiten des Jugendhauses in den Abendstunden ausgedehnt worden, was zu einer Belebung der Jugendarbeit geführt habe.

 Die Jugendlichen hätten sich auch selbst für „ihr“ Jugendhaus ins Zeug gelegt und sich an Renovierungsarbeiten beteiligt. Außerdem seien sie zeitweise mit einem Stand auf dem Wochenmarkt vertreten gewesen, um mit einem Kuchenverkauf das Geld für einen gewünschten Billardtisch zusammenzubekommen. Ganz hat es nicht gelangt. Aber da Bürgermeister Harald Eiberger sich auch erfolgreich um Spender bemüht hat, rollen seit einiger Zeit in Illingen die Billardkugeln.

 Weniger gut als in Illingen sei die Entwicklung in Schützingen gewesen, musste Anthoni einräumen. Die Gruppe, die sich dort anfangs einmal die Woche mit ihr getroffen hat, habe sich zerschlagen. „Ich musste feststellen, dass es in Schützingen offensichtlich keinen Bedarf für betreute Jugendarbeit gibt“, bedauert Anthoni. „Was auch daran liegen mag, dass sich die Schützinger Jugendlichen selbst den Schlüssel zum Jugendraum holen könnten und lieber unter sich blieben.“

 Als Zukunftsvision für die Jugendarbeit in Illingen hob Anthoni vor allem eine mögliche Kooperation mit der künftigen Schulsozialarbeit in der Gemeinde hervor. Wie Sven Holz vom Hauptamt ergänzte, gebe es derzeit sieben geeignete Bewerber für die Stelle des Schulsozialarbeiters. Die ersten Vorstellungsgespräche würden im März geführt.
 Die scheidende Jugendpflegerin Melanie Anthoni regte auch an, den Jugendlichen mehr Selbstständigkeit einzuräumen, beispielsweise indem sie einen Jugendrat wählen dürfen, der über ein gewisses Budget selbst entscheidet.

 Als Zukunftsvision, die allerdings peu à peu aufgebaut werden müsse, brachte Anthoni eine Selbstverwaltung des Jugendhauses ins Gespräch.

 Zum Schluss ihres Berichts konfrontierte sie den Verwaltungsausschuss auch noch mit einem großen Wunsch der Jugendlichen: einen Platz in Illingen für eine Dirt-Bike-Bahn. „Diese Bahn könnte mit Mitteln aus dem Jugendfonds des Enzkreises finanziert werden“, erklärte Anthoni. „Schließlich legen die Jugendlichen selbst Hand an, um die Bahn zu bauen.“ Der bei Zuschüssen aus dem Jugendfonds geforderte pädagogische Zweck sei also erfüllt.

Weiterlesen

SV Illingen muss wohl auf zwei Hochzeiten tanzen

Den Fußballern des SV Illingen steht nach allem Dafürhalten ein Spagat bevor. Die erste Garnitur bestreitet mit großer Wahrscheinlichkeit die Aufstiegsrelegation zur Bezirksliga, jedoch muss die Reserve zur selben Zeit… »