Jugendliche bilden ein super Team

Erstellt: 28. August 2007, 00:00 Uhr
Jugendliche bilden ein super Team Bunte, internationale Gruppe: In der Naturschule Stromberg, mitten im Grünen bei Schönenberg gelegen, übernachten die Europäer. Foto: Disselhoff

Europäische Jugendbegegnung gestartet – Wohnen im Naturhaus Stromberg – Paddeln auf der Enz

Mühlacker/Ötisheim – Von Sonntag auf Montag haben die 32 Teilnehmer des europäischen Jugendcamps in der Naturschule Stromberg bei Ötisheim ihre erste Nacht verbracht. Spiele im Wald, eine Kanufahrt und ein deutscher Abend standen gestern auf dem Programm der bunten Truppe, die den abstrakten Begriff europäische Integration mit Leben erfüllt.

VON MAIK DISSELHOFF

Mitten im Grünen, am Waldrand des Ötisheimer Ortsteils Schönenberg, rauchen die Köpfe der Jugendlichen, die aus vier Nationen stammen, über der Frage, was die drängendsten Umweltprobleme in ihren Heimatstaaten sind. Bis Thomas Köberle, einer der Betreuer des europäischen Jugendcamps (MT berichtete), den Projektteilnehmern erklärt hat, was sie machen müssen, dauert es eine Weile. Der Grund: Wie im EU-Parlament herrscht auch in der Naturschule Stromberg Sprachenwirrwarr Schließlich kommen die Teilnehmer des Camps nicht nur aus Mühlacker, Schmölln und Herford, sondern auch aus Bassano del Grappa, Voiron und Dobele. Der kulturelle Reichtum der Europäischen Union entpuppt sich in der Praxis als eine intellektuelle Herausforderung. Gut, dass es im Rahmen des Camps, das bis zum 1. September dauert, Menschen wie Sophie Pelican gibt. Die Französin ist mit Mühlacker über die Partnerstadt Bassano del Grappa verbunden. Denn die Bassanesen pflegen wiederum mit dem französischen Voiron eine Partnerschaft. Dort kommt auch Pelican her. Die 19-jährige Studentin arbeitet im Partnerschaftskomitee ihrer Heimatgemeinde und springt als Übersetzerin für die Camp-Teilnehmer aus ihrer Stadt ein, wenn es auf englisch nicht mehr geht.

Verständnis wecken für unterschiedliche Traditionen

Nachdem die Aufgabenstellung Köberles durch ein weiteres Sprachentalent ins Italienische transformiert ist, kann es losgehen. Die verschiedenen Teams machen sich an die Arbeit. Schnell stellt sich heraus, dass die Umweltprobleme im lettischen Dobele ähnlich aussehen wie die in Frankreich oder Italien. „Bei uns gibt es beispielsweise einen grünen Punkt, der in der Praxis nicht richtig funktioniert“, berichtet der 16 Jahre alte Lette Eriks Grandars in gutem Deutsch, das er als zweite Fremdsprache in der Schule lernt. Dobele ist die Partnerstadt von Schmölln, das mit Mühlacker eine innerdeutsche Verwaltungspartnerschaft verbindet.

 „Es geht darum, den Austausch untereinander und das Verständnis für unterschiedliche Traditionen und Kulturen zu fördern“, sagt Sabine Pörner, neben Thomas Köberle und Klemens Köberle Vorsitzende des Vereins Araneus, der die Naturschule am Waldrand bei Schönenberg gebaut hat und zusammen mit der Stadt Mühlacker Gastgeber des Jugendcamps ist. Für die Camp-Teilnahme, bei dem neben dem Austausch umweltpolitische Probleme erörtert und mögliche Lösungen für diese erarbeitet werden sollen, zahlten die Jugendlichen 100 Euro aus der eigenen Tasche, so Pörner. Dazu kämen ein Zuschuss durch die EU und Geld von der Stadt Mühlacker.

 Das Team von Araneus und die Betreuer und Helfer leisten eine ganze Menge, um den jungen Europäern etwas zu bieten. „Der Tag beginnt um 5.30 Uhr und endet für manchen Betreuer erst spät am Abend“, sagt Thomas Köberle. Während die Jugendlichen aus Herford und Schmölln draußen vor der Naturschule auf einer Bierbank über ihrer Aufgabenstellung brüten, sitzen Italiener und Franzosen im Gemeinschaftsraum im Schatten. Andrea Ceccato ist bereits zum dritten Mal bei dem Jugendcamp dabei, das jedes Jahr in einer anderen Stadt über die Bühne geht.

Camp erweitert Sprachhorizont

Der 14-jährige Italiener schielt beruflich nicht in Richtung der EU, doch wofür das Camp sich lohnt, weiß er: „Es ist gut für die Sprachkenntnisse“, sagt er auf englisch. Außerdem mache es Spaß. Der kam gestern bei Spielen im Wald und beim Kanufahren auf der Enz nicht zu kurz. Bei Letzterem engagierten sich Paddler des Kanu Clubs Mühlacker und Jörg Soulier von der Stadt, der das Camp zusammen mit Annette Kusche seitens der Verwaltung betreut.

 „Die Jugendlichen bilden ein super Team, alle machen mit und sind sehr interessiert“, lobt Thomas Köberle die Gäste der Naturschule. Würden sich in der EU alle Mitgliedsländer ein Beispiel an der Jugendcamp-Atmosphäre nehmen, gebe es vielleicht schon bald das ein oder andere Umweltproblem weniger.

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