Jaqueline Schellin mit vollem Risiko zu WM-Bronze

Erstellt: 30. September 2012, 23:30 Uhr
Jaqueline Schellin mit vollem Risiko zu WM-Bronze Jaqueline Schellin berät sich mit ihren Trainern und findet im Kampf um Bronze die richtige Strategie. Foto: Richter

Strathcona-Country. Für die Sportsoldatin, die in diesem Jahr bereits EM-Bronze gewonnen hat und 2010 Junioren-Europameisterin war, ist WM-Bronze der bisher größte Erfolg ihrer Laufbahn.

Da bei den Olympischen Spielen lediglich vier von sieben Gewichtsklassen auf dem Programm stehen, finden im gleichen Jahre zusätzlich Weltmeisterschaften statt. Für Olympia hatte der Deutsche Ringerbund (DRB) für die Qualifikationsturniere Alexandra Engelhardt den Vorzug vor Schellin gegeben, Engelhardt flog in London dann aber gleich im ersten Kampf aus dem Turnier. Für die WM war Engelhardt wieder in ihrer normalen Klasse bis 51 Kilogramm nominiert, musste ihren Start aber wegen einer Verletzung absagen.

Von den drei in Kanada vertretenen deutschen Ringerinnen nutzte die 22-jährige Sportsoldatin Jaqueline Schellin ihre Chance: Im Auftaktkampf schlug sie Davassuren Bayarmagnai aus der Mongolei nach einem großen Kampf mit 2:1 Runden (0:3, 3:1, 4:0) und traf dann auf die Japanerin Eri Tosaka. Bei Punktgleichheit (1:1) entschied die erste Runde durch die letzte Wertung für Tosaka gegen Schellin, die Runde zwei dann mit 0:4 abgeben musste. Tosaka kam danach ins Finale, wo sie jedoch gegen Vanesa Kaladzinskaya aus Weißrussland mit 1:2 unterlag.

Jaqueline Schellin hatte nun die Chance auf Bronze über die Hoffnungsrunde: Da schlug sie Lenka Matejova aus der Slowakei mit 1:1 (letzte Wertung) und 6:0 und traf im Kampf um Bronze auf Patimat Bagomedova aus Aserbeidschan.

Spannungsgeladen dieser Kampf, wo Schellin die erste Runde mit 0:1 verlor, dann aber mit 1:0 in Runde zwei ausglich. Die dritte Runde musste entscheiden, und da lag Schellin kurz vor Kampfende mit 1:2 Punkten zurück. Mit vollem Risiko bestritt sie die Schlusssekunden des Kampfes, wo zunächst eine Wertung gegen sie gegeben wurde. Bundestrainer Jörg Helmdach legte mit der so genannten „Challenge“ Einspruch gegen diese Wertung ein. Nach genauem Videostudium entschied das Oberkampfgericht dann für eine „Eins“ zugunsten von Schellin, für die beim 2:2 die letzte Wertung für den Gewinn der Bronzemedaille entschied. Die beiden weiteren DRB-Starterinnen konnten sich nicht im Vorderfeld platzieren: Maria Selmaier (72kg) wurde Achte, Aline Focken (63kg) Neunte.

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