Jäger protestieren gegen ihre Besteuerung

Erstellt: 29. April 2008, 00:00 Uhr
Jäger protestieren gegen ihre Besteuerung Rundgang durch die Ausstellung: Abgeordnete, Landrat und Bürgermeister lassen sich von den Jägern über ihr Metier – und ihre Sorgen – informieren. Fotos: Appich

Grüne Zunft informiert in der Erlentalhalle –  Forderung an die Politik nach einer Abschaffung der Zusatzabgabe

Ötisheim – Die Jäger sehen in der speziellen Jagdsteuer eine anachronistische und ungerechtfertigte Belastung – und fordern deshalb von der Politik die Abschaffung dieser Abgabe.

VON RAINER APPICH

„Die Jagd als Naturerlebnis“: Unter dieses Motto hatte die Jägervereinigung Enzkreis Pforzheim ihre Informationstage in der Erlentalhalle in Ötisheim gestellt und dafür ein beachtliches Naturdiorama mit Präparaten heimischer Wildtierarten gestaltet. Angeschlossen war eine Ausstellung des Forstamts Enzkreis zum Thema „Unser heimischer Wald“. Zu den ersten Gästen, die von den Forstleuten und Jägern durch die Ausstellung geführt wurden, gehörten Landrat Karl Röckinger, Ötisheims Bürgermeister Werner Henle, die Bundestagsabgeordneten Katja Mast und Gunther Krichbaum und die Landtagsabgeordneten Winfried Scheuermann und Dr. Hans-Ulrich Rülke. Vor allem den Politikern gegenüber beklagte der Geschäftsführer des Landesjagdverbandes, Martin Bürner, dass die im 18. Jahrhundert als „Luxusabgabe“ eingeführte Jagdsteuer nach wie vor erhoben werde. „Die Steuer ist eine Diskriminierung. Wir sind der einzige anerkannte Naturschutzverband, der mit einer Strafsteuer belegt wird.“

 Die Zeiten hätten sich geändert, gab Bürner zu bedenken. Die Jagd sei heute kein Privileg der Reichen mehr, und es sei damit kein Geld mehr zu verdienen. Freiwillig würden die Jäger die Aufgaben der öffentlichen Hand übernehmen und zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken, um bei Wildunfällen tätig zu werden, ergänzte Rüdiger Schmidt, der Pressereferent der Jägervereinigung. Die Jagd selbst werde immer schwieriger, und die Zunahme von Wildschäden machten eine Jagdpacht zu einem unkalkulierbaren Risiko. Daher sei es an der Zeit, zusätzliche finanzielle Belastungen für die Jäger zu überdenken.

 Die Jäger dürften in der öffentlichen Wahrnehmung nicht nur auf das Erlegen des Wildes reduziert werden, bekräftigte Landrat Röckinger. „Sie sind ehrenamtliche und hoch engagierte Naturschützer und in vielfacher Hinsicht Sponsoren zur Erhaltung artgerechter Lebensräume.“

 Die Jagdhornbläsergruppe Mühlacker gab das Signal zum Unterhaltungsprogramm. Der Musikverein, das Mundharmonika-Quartett Knittlingen und der Parforcehorn-Bläserkreis Stromberg umrahmten den „Grünen Abend“. Stirnrunzelnd registrierten allerdings der Kreisjägermeister Dieter Krail und der Hegeringleiter Horst Maier die vielen leer gebliebenen Plätze.

 Den Sonntag begannen die Hubertusjünger mit einem ökumenischen Gottesdienst, danach wurden den Gästen auf der Wiese neben der Erlentalhalle die verschiedenen Jagdhundrassen vorgestellt.

 Noch bis heute ist die Ausstellung in der Erlentalhalle für Kindergartengruppen und Schulklassen geöffnet. Wie Jürgen Förschler, Obmann für Umweltschutz und Biotopgestaltung des Jägerverbands, informierte, hätten sich Gruppen mit über 300 Kindern für die Führungen angemeldet.

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