Infektionsrisiken gefährden Putzkräfte

Erstellt: 18. August 2008, 00:00 Uhr
Infektionsrisiken gefährden Putzkräfte Pieks kann Leben retten. Foto: p

Kampf gegen Hepatitis: Gewerkschaft fordert lückenlosen Impfschutz im Krankenhaus

Mühlacker (pm) – Putzen ohne Risiko: Vor einer Gefährdung von Reinigungskräften im Gesundheitswesen im Enzkreis warnt die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. Dabei hat die Gebäudereiniger-Gewerkschaft das Infektionsrisiko durch Hepatitis im Blick.

Für Gebäudereinigerinnen, die nicht gegen die Krankheit geimpft seien, bestehe in Krankenhäusern, Arztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Alten- und Pflegeheimen eine erhöhte Ansteckungsgefahr, sagt Wolfgang Kreis, Vorsitzender des IG Bau Bezirksverbandes Nordbaden.
 
„Die Gesundheit hat oberste Priorität. Reinigungskräfte brauchen einen konsequenten Impfschutz“, fordert Kreis. Putzkräfte hätten ein vergleichbares Risiko wie Ärzte, Schwestern und Pfleger. Das sei vielen jedoch nicht bewusst. Gerade Operationssäle oder Labore seien sensible Bereiche. Das Reinigen im Krankenhaus setze eine umfangreiche Einweisung voraus. „Wer dort sauber macht, kommt mit vielen Ansteckungsherden in Berührung. Die gebrauchte Spritze oder Kanüle, die durch den Müllsack sticht, ist da nur eine unter vielen Infektionsrisiken“, erklärt Kreis. Neben Schnitt- und Stichverletzungen könnten die Beschäftigten auch über die Haut, Schleimhäute oder die Atmung Krankheitserreger aufnehmen.

 „Gebäudereinigungsfirmen und Krankenhausleitungen müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass ihre Beschäftigten umfassend über Risiken und Schutzmaßnahmen informiert werden. Dabei muss den Reinigungskräften auch deutlich empfohlen werden, sich beispielsweise gegen Hepatitis A und B impfen zu lassen“, fordert Wolfgang Kreis. Die Kosten hierfür habe der Arbeitgeber zu tragen. Zudem müssten Putzkräfte im Krankenhaus intensiv mit dem Hygieneplan vertraut gemacht werden. Das gelte auch für Urlaubsvertretungen.

 Gerade von Krankenhäusern beauftragte Reinigungsfirmen müssten sicherstellen, dass dort nur geschultes Personal eingesetzt werde. Kreis: „Wischen ist nicht gleich Wischen: Eine Intensivstation muss anders gereinigt werden als ein Treppenhaus.“ Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft verwies zudem auf die vorgeschriebenen arbeitsmedizinischen Untersuchungen. Sie seien Pflicht. Und es mache Sinn, den Gesundheits-Check vor Antritt der Beschäftigung zu machen und nicht erst, wenn die Reinigungskraft bereits drei Monate beschäftigt sei. Die Untersuchungen müssten regelmäßig wiederholt werden. Die IG Bau appelliert an alle medizinischen Einrichtungen und Gebäudereinigungsfirmen im Enzkreis, für ein Angebot zum lückenlosen Impfschutz, für eine umfassende Einweisung und für eine regelmäßige Untersuchung von Putzkräften zu sorgen.

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