Industrieflächen dringend benötigt

Erstellt: 1. April 2008, 00:00 Uhr
Industrieflächen dringend benötigt Schon weit gediehen ist der Erweiterungsbau der Firma Etzel in den Mühlacker Waldäckern. Foto: Sadler

Mühlacker hat Antrag auf Änderung des Regionalplans gestellt – Bürgermeister Abicht ist „optimistisch“

Mühlacker – Das Gewerbe- und Industriegebiet Waldäcker wächst und gedeiht. Neue Firmengebäude schießen aus dem Boden, bestehende Betriebsareale werden erweitert. Ungefähr die Hälfte der Fläche ist bebaut. „Wir sind dringend auf weitere Industrieflächen angewiesen“, begründet Bürgermeister Winfried Abicht die angestrebte rasche Vergrößerung des Gebiets.

VON THOMAS SADLER

Seit 1999 werden die Waldäcker von der Stadt Mühlacker vermarktet. Rund 22 von 30 Hektar Land einschließlich Grünflächen sind bebaubar. Etwa elf Hektar, so Bürgermeister Abicht, seien derzeit bereits besiedelt; auch ein Teil der zweiten Hälfte der Fläche ist praktisch schon an interessierte Firmen vergeben.

 Als die Stadt beschloss, die Waldäcker als Gewerbe- und Industriegebiet auszuweisen, galt es erst mal eine Hürde zu nehmen. Grund: Vor dem Startschuss musste der Regionalplan geändert werden, ehe Mühlacker grünes Licht bekam. Dabei drängte die Zeit. „Es war höchste Eisenbahn. Wir brauchten die Waldäcker, da schon Firmen aus Mühlacker aus Platzmangel abgewandert waren“, erinnert sich Bürgermeister Winfried Abicht.

 Gelohnt hat sich die Erschließung auf jeden Fall: „Es gibt eine hohe Nachfrage“, freut sich Abicht – sowohl von örtlichen Firmen, die sich vor den Toren der Stadt vergrößern wollen, als auch von Betrieben aus dem Umland. „Wir haben einen Zuwachs an Arbeitsplätzen, der sich sehen lassen kann.“ Als „großen Standortvorteil“ gegenüber anderen Kommunen sieht es der Bürgermeister an, dass sich in den Waldäckern, wo aus Rücksicht auf die Geschäfte in der City übrigens kein großflächiger Einzelhandel zugelassen ist, auch Industrieunternehmen niederlassen dürfen, die in einem Drei-Schicht-Betrieb arbeiten.

 Mittlerweile gehen der Stadt allerdings die für das Mittelzentrum wichtigen Industrieflächen aus. Um sich ein wenig Luft zu verschaffen, hat der Gemeinderat beschlossen, Gewerbegrundstücke in Industrieflächen umzuwandeln. Um dauerhaft über längerfristig ausreichenden Grund und Boden zu verfügen, bedarf es freilich einer Erweiterung der Waldäcker. Und die soll nach Osten in Richtung Illingen erfolgen. Um etwa 18 Hektar soll das heutige Gebiet ausgedehnt werden. Ungefähr zwei Drittel des dafür benötigten Bodens sind Äcker, ein Drittel ist Wald.

 Doch auch dieses Mal muss die Stadt ein planerisches Hindernis überwinden. Weil die gewünschte Erweiterung mit einer Grünzäsur kollidiert, müsste abermals der Regionalplan geändert werden. „Wir haben beim Regionalverband den Antrag dazu gestellt“, teilt Abicht mit, der sich zuversichtlich zeigt: „Wir sind optimistisch, dass wir die Erlaubnis kriegen.“

 Während die Verantwortlichen der Stadt versuchen, die Weichen für die Zukunft zu stellen, wird im erschlossenen Teil der Waldäcker weiter fleißig geschafft und gebaut. Zu den Unternehmen, die derzeit in den Waldäckern aktiv sind, gehört die Kunststoffverarbeitungsfirma Karl Etzel. Sie erstellt zurzeit direkt neben ihrem bereits bestehenden Gebäude einen Erweiterungsbau, wohl für Lagerung und Produktion, auf einer Fläche von rund 6700 Quadratmetern.

 Auch auf der Nachbarschaft tut sich etwas. Direkt gegenüber von Etzel sind in diesen Tagen Bagger im Einsatz, um Gelände auszuheben. Hier möchte die Remectro GmbH auf circa 4900 Quadratmetern eine Produktionshalle samt Verwaltungs- und Sozialbereich bauen. Die Fertigstellung ist nach Firmenangaben im letzten Quartal 2008 ins Auge gefasst. Mit dem Umzug in den geplanten Neubau in den Waldäckern wird das Unternehmen, das unter anderem elektrische Schaltschränke und Ventileinheiten montiert und wichtiger Zulieferer von Elumatec ist, seinen derzeitigen Standort in Lomersheim verlassen.

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