In einem Lokalderby wird nichts geschenkt

Erstellt: 27. April 2007, 00:00 Uhr
In einem Lokalderby wird nichts geschenkt Volle Konzentration bis zum Schluss gefordert Vor knapp zwei Wochen habe der TSV Wiernsheim (in rot) bei der Last-Minute-Heimniederlage (4:5) gegen Sternenfels zu überheblich gespielt, so das Urteil von Trainer Kai-Uwe Kussmaul. Das soll gegen Großglattbach nicht noch einmal passieren.Foto: Eigner

Für Phönix Lomersheim zählen in Eltingen nur drei Punkte – Wiernsheim empfängt Großglattbach

Lomersheim – George Carter freut sich aufs Wochenende. Zuerst spielt sein Lieblingsklub Borussia Mönchengladbach gegen den VfB Stuttgart – für beide Vereine hat der Trainer des TSV Phönix Lomersheim schon gespielt. Und am Sonntag will er mit seinem Team dann gegen den Tabellenletzten Eltingen wieder drei Punkte einfahren.

VON DOMINIQUE JAHN
UND STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Als B- und A-Jugendlicher hat George Carter die Kickstiefel für den VfB Stuttgart, geschnürt, unterschrieb dann einen Vorvertrag als Profi in Mönchengladbach. Ein Jahr spielte er dort für die Amateure. „Für Gladbach ist es vorbei“, bedauert er schon mal den Abstieg seines Klubs. Sein Tipp: „2:0 für den VfB.“ Den „Roten“ traut Carter sogar die Meisterschaft zu, „wenn die anderen Federn lassen. Der VfB spielt eine tolle Saison.“

 Über den ein oder anderen Spielzug der Schwaben wird auch beim Training des Bezirksligisten gefachsimpelt. Die Umsetzung sieben Klassen tiefer lässt allerdings noch zu wünschen übrig. Deshalb heißt es für Roller und Co. am Sonntag auswärts in Eltingen ganz einfach: Konzentriert und schnörkellos spielen. Doch Carter warnt: „Das wird keine leichte Aufgabe. Die werden auf ihrem kleinen Rasenplatz kämpfen bis zum Umfallen, schließlich ist für sie noch alles möglich.“ Die Vorgabe ist klar: „Es zählen nur drei Punkte.“

Trotz Personalsorgen für das Spiel in Eltingen guter Dinge

Verzichten muss der Lomersheimer Trainer beim Gastspiel im Leonberger Stadtteil auf Jochen Menge, der privat unterwegs ist. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Simon Roller. Der Stürmer hat im Training einen Schlag auf den Knöchel bekommen. Einen Rüffel hat unterdessen Kapitän Frank Scheible von seinem Physiotherapeuten bekommen. Er habe nach seinem Innenbandanriss im Knie zu früh mit dem Lauftraining begonnen, so die Kritik. „Wir müssen ihn bremsen, aber er will eben so schnell wie möglich wieder dabei sein“, sagt Carter. In zwei oder drei Wochen könnte er vielleicht wieder mitmischen. Aber vielleicht reicht es beim Tabellenletzten auch so. Schließlich hat sich Phönix Lomersheim zuletzt auswärts immer von seiner besten Seite gezeigt.

Demonstrative Gelassenheit vor dem Duell der Nachbarn

Keinerlei Kribbeln verspüren dagegen die Wiernsheimer und Großglattbacher vor dem Lokalderby am Sonntag. Zumindest behaupten das einhellig die beiden Trainer Kai-Uwe Kussmaul und Martin Weeber. „Wir haben viele Derbys“, sagt Kussmaul. Obwohl: „Gegen einen Club aus der direkten Nachbarschaft zu spielen, ist schon was anderes“, räumt der Wiernsheimer Trainer dann doch ein. Von seinen Spielern fordert Kussmaul deshalb, nicht überheblich zu spielen, wie bei der Last-Minute-Niederlage gegen Sternenfels vor knapp zwei Wochen und individuelle Fehler wie zuletzt in Bönnigheim zu vermeiden.

 Auch Martin Weeber hält den Ball flach: „Man kennt sich, aber eine Extra-Rivalität gibt es nicht.“ Der Großglattbacher Coach hat offenbar Personalsorgen. Dirk Treciak habe sich am Dienstag im Training verletzt. „Damit fehlt uns ein wichtiger Spieler“, klagt Weeber. Christian Gläser falle nach seiner Operation ebenso aus wie Gerhart Brian und Peter Baumgartner. „Aber das zählt am Ende alles nicht. Wir fahren da hoch, um zu punkten“, gibt Weeber sich plötzlich kämpferisch. „Die Wiernsheimer haben einen guten Sturm, eine gute Offensive. Es wird sich zeigen, ob wir dagegenhalten können.“

 Zumindest hoffen die Großglattbacher auf Unterstützung von der Tribüne. Schließlich sind es nach Wiernsheim nur gut fünf Kilometer. „Ich nehme an, dass einige Fans mitgehen werden“, sagt der Spielleiter Werner Geiger. Dass den TSV Wiernsheim im Mittelfeld anders als Großglattbach keine Abstiegssorgen plagen, sieht Geiger nicht als Vorteil: „In einem Lokalderby wird nichts geschenkt.“

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