Im Galopp von Sieg zu Sieg

Erstellt: 30. Mai 2006, 00:00 Uhr
Im Galopp von Sieg zu Sieg Das nächste Hindernis schon im Visier: Eckhard Sauer und sein Hengst „Goofy“.

Die Spitzenreiter des TV Mühlacker dominieren das eigene Reit- und Springturnier:

Im Galopp auf dem Weg zur Titelverteidigung des Ringcups vom Reiterring Hügelland sind Eckhard Sauer und Alexandra Pfeil vom TV Mühlacker. Auf heimischen Boden sind die beiden Spitzenreiter am Wochenende beim Reit- und Springturnier in Mühlacker von Sieg zu Sieg geritten und konnten außerdem zahlreiche Platzierungen einheimsen.

VON ISABEL HANSEN

Es hätte noch eine Schleife mehr werden können. Pech für Pfeil: Der kleine Lord, ihr bestes Pferd, vertrat sich während der M-Dressur das Bein, lahmte, und die Reiterin musste die Aufgabe abbrechen. Es hätte auch eine Schleife weniger sein können, denn beinahe wäre Eckhard Sauer beim M-Springen am letzten Hindernis vorbei ins Ziel geritten und hätte das Stechen verfehlt. Zum Glück für Eckhard Sauer war die Springprüfung der Klasse M mit Stechen am Sonntagnachmittag der Publikumsmagnet des Turniers.

 Die Zuschauer fieberten nicht nur mit, sondern sie dachten auch mit: Als Lokalmatador Sauer nach einer Null-Fehler-Runde über die 1,30 Meter hohen Hindernisse Richtung Ziel galoppierte, ohne Sprung Nummer elf zu nehmen, erinnerte ihn ein lautes Raunen an die letzte Hürde vor dem Stechen. Statt Disqualifikation oder einer Zeitstrafe durch sekundenfressende Umwege konnte Eckhard Sauer auf seinem selbstgezogenen neunjährigen Hengst „Goofy“ einen dritten Platz im M-Springen auf seinem Erfolgskonto verbuchen.

 „Ich bin zufrieden“, so Sauers Bilanz, der außerdem einen Sieg beim ersten Wertungsspringen für den Ringcup vom Reiterring Hügelland, zwei Platzierungen bei L-Springen sowie mit seinem fünfjährigen Nachwuchspferd „Karino“ einen ersten Platz bei der Springpferde-Prüfung mit nach Hause nehmen konnte. Hengst „Goofy“, den beim Stechen zwei schnellere Konkurrenten vom ersten Platz des Springens, KlasseM, verdrängt hatten, war mit seinem Abschneiden offensichtlich unzufrieden. Bei der Ehrenrunde nach der Siegerehrung versuchte er sich am Zweitplatzierten vorbeizudrängeln.

 Nicht weniger erfolgreich war Alexandra Pfeil, das Dressur-Ass des TV Mühlacker. Mit ihrem Pferd „Der kleine Lord“ konnte sie am Samstag die zweite Wertung für den Ringcup des Reiterring Hügelland, einem Zusammenschluss von rund 30 Vereinen, gewinnen. Jetzt fehlt nur noch ein Sieg, um mit der Maximal-Punktzahl von 30 in das Finale zu gehen und ihren Titel zu verteidigen. Bei der Dressur-Prüfung der Klasse L landete sie mit Paraguay und Lao Lucca auf dem ersten und zweiten Platz. Nachdem „Der kleine Lord“ ausgefallen war, hat sie die M-Dressur auf dem 15-Jährigen Routinier „Paraguay“ gewonnen.

 „Rückwärtsrichten sicher, promptes Antreten“ – bevor Richter zu fast jeder Bahnfigur positive Kommentare ins Bewertungsprotokoll schreiben lassen, wie bei der M-Dressur von Alexandra Pfeil, benötigen Reiter und Pferd intensives Training. Lange Anfänger, nie perfekt – wer sich für den Reitsport begeistert, muss eine lange Lehrzeit absolvieren. Die Bezeichnungen der verschiedenen Prüfungen führen Laien schnell in die Irre. Selbst ein Jugendlicher, der eine Dressurprüfung der KlasseE, die Abkürzung für Einsteiger oder A, die Abkürzung für Anfänger, gewinnt, reitet schon mehrere Jahre.
 Das gilt auch für ausgewiesene Talente wie Alexandra Pfeil. „Bevor ich das erste Mal bei einer E-Dressur gestartet bin, habe ich rund drei Jahre Reitstunden genommen“, erinnert sich die erfolgreiche Dressurreiterin an ihre Anfänge. Dann allerdings ging es Schlag auf Schlag: Ein Jahr später schon folgten Preise bei A- und L-Dressuren, dann die Aufnahme in den Landeskader. Im Alter von elf Jahren ist Alexandra Pfeil zum ersten Mal aufgesessen. Damit gehört sie eher zu den Spätzündern. „Meine Mutter war dagegen. Sie glaubte, dass ich beim Reiten ebenso wenig bleibe, wie bei vielen anderen Dingen“, gibt sie zu.

 Ein Irrtum: Heute hat sie sechs Pferde, darunter noch die Begleiterin der Jugendjahre, das mittlerweile 27 Jahre alte Pony „Flora“. Und Reitsport ist Familiensache. Vater Adolf Pfeil ist Erster Vorsitzender der Reitabteilung des TV Mühlacker. Lebensgefährte Tierarzt Dr. Jan Schraishuhn sitzt selbst gerne im Sattel und bewegt ihre Pferde, wenn die Zeit knapp wird. Zum Beruf hat die 33-Jährige das Reiten nicht gemacht, im Stall ist sie aber trotzdem jeden Tag zu finden.

 In den Wochen vor dem Turnier stand dabei allerdings nicht nur die Ausbildung der Vierbeiner auf dem Stundenplan, sondern auch die Vorbereitung der Reitanlage auf das Turnier. „Die Grünflächen wurden gestutzt, Stall und Außenanlagen geputzt, Hallenboden erneuert, der Springparcours gesandet, die Parkplätze abgesteckt, die Anfahrt ausgeschildert, die Nennungen bearbeitet“, zählen Alexandra Pfeil und ihr Vater auf. Die gründliche Vorarbeit der Mitglieder des Reitvereins machte sich für knapp 300 Reiter und rund 350 Pferde bezahlt, die trotz Regenwetter gute Bodenverhältnisse auf Springparcours, Abreiteplatz und in der Halle vorfanden.

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