Im All trifft Harry Fritsch alte Bekannte

Erstellt: 17. Februar 2009, 00:00 Uhr
Im All trifft Harry Fritsch alte Bekannte Faszinierender Kosmos: Der Ötisheimer Harry Fritsch wirbt im „Jahr der Astronomie“ für den Blick in die grenzenlose Weite des Universums. Foto: Tilo Keller

Der Ötisheimer Sternenfreund will im Jahr der Astronomie 2009 für sein spannendes Hobby werben

Ötisheim – Harry Fritsch nimmt seit 40 Jahren die Sterne und andere Glanzlichter am Nachthimmel ins Visier. Im „Jahr der Astronomie“ 2009 will der 54-jährige Ötisheimer die Menschen in Mühlacker für sein Hobby begeistern.

 VON MAIK DISSELHOFF

Es scheint paradox: Zwar gibt es im unendlich großen Weltall kein Oben und kein Unten, doch der Blick in die grenzenlose Weite des Universums gibt dem Hobby-Astronomen Harry Fritsch einen festen Halt. „Wenn ich in den Nachthimmel schaue, sehe ich immer wieder alte Bekannte“, sagt der 54-Jährige.

 Wenn Fritsch eines seiner Teleskope auf das Firmament richtet, stellt sich bei ihm ein „erhabenes Gefühl“ ein. „Ich begreife dann meine eigene Winzigkeit“, berichtet der Ötisheimer Sternengucker von seinen Erfahrungen.

 Vor 400 Jahren haben die Menschen das All zum ersten Mal mit Fernrohren erforscht. Deshalb sei 2009 zum Jahr der Astronomie ausgerufen worden, erklärt Harry Fritsch. Der Ötisheimer ist kein studierter Mathematiker oder Physiker. Er hat sich den professionellen Blick in die Weiten des Kosmos über Jahre hinweg mühevoll erarbeitet.
 
 Seine Liebe zu den Sternen entdeckte Harry Fritsch mit 16 Jahren. „Während meiner Ausbildung zum Dreher bekam ich ein Büchlein über Astronomie in die Hände“, erinnert er sich. Bis heute haben sich viele weitere Bände und Fachzeitschriften zu dem kleinen Buch hinzu gesellt. Und auch einige Fernrohre hat der Ötisheimer bereits „durchgemacht“.

 Als Hobby-Astronom müsse man kein Rechen-Genie sein, räumt Harry Fritsch, der als Pflegefachkraft im Altenzentrum St. Franziskus arbeitet, mit einem Klischee auf. Richtige Profis säßen eigentlich nur noch am Computer. Damit habe seine Hobby-Astronomie jedoch nichts gemein. Ihn interessiere mehr die Schönheit der unzähligen Objekte am Sternenhimmel. Er beobachtet Kometen, Mond- und Sonnenfinsternisse. Einen neuen Stern habe er leider noch nicht entdeckt. Obwohl er sich diesem Ziel kürzlich sehr nah glaubte. „Ich war an einem kleinen Doppelstern dran, habe aber später bemerkt, dass der auch schon auf einer Karte verzeichnet war.“

 Harry Fritsch steckt wegen so etwas nicht den Kopf in den Sand. Es geht ihm nicht um Sensationen. „Ich will die Menschen im Jahr der Astronomie für die kleinen Highlights am Himmel sensibilisieren“, betont er. Mit einem bebilderten Vortrag im Gemeinschaftsraum des Altenzentrums will er am 20. März, um 19 Uhr, für sein Hobby werben. „Vielleicht entsteht dadurch ein fortlaufender Kurs“, hofft Harry Fritsch.

 Der große Traum des Ötisheimers ist ein astronomischer Zirkel in Mühlacker, in dem sich Gleichgesinnte zusammenfinden und austauschen können. „Ein kleines Observatorium, das wäre klasse“, schwärmt der leidenschaftliche Hobby-Astronom. Täglich guckt Harry Fritsch in den Nachthimmel. Der Ötisheimer hat festgestellt, dass die Sicht immer schlechter wird. „Die Lichtverschmutzung nimmt zu.“ Pforzheim und Stuttgart hellten den Himmel stark auf, so dass es in Ötisheim für Beobachtungen schon schwierig würde. Für die nötige Klarsicht fährt Fritsch mit seiner Ausrüstung beispielsweise auf den Dobel in 900 Meter Höhe im Schwarzwald.

 Wenn der verheiratete Vater, der vier Kinder hat, von seinen nächtlichen Beobachtungen erzählt, wird klar: Sternegucken ist nichts für Weicheier. „Im Winter herrschen optimale Bedingungen. Da sitze ich schon mal bis zu sieben Stunden bei minus 15 Grad in der Kälte. Da muss man genau wissen, wie man atmet und wie die Geräte zu handhaben sind, damit sie nicht vereisen. Wenn etwas zufriert oder beschlägt, ist es aus.“ Doch meistens kehrt Harry Fritsch zufrieden von seinen Touren durch das All zu seiner Bodenstation am Ötisheimer Schelmenweg zurück. Dort ist er zu Hause – genau wie in den Sternen.

Anmeldung für den Vortrag „Das Weltall: Du lebst darin – entdecke es!“ unter der E-Mail harry.fritsch@arcor.de

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