Illinger Messe meldet Rekordbeteiligung

Erstellt: 31. März 2010, 00:00 Uhr
Illinger Messe meldet Rekordbeteiligung Können auch trotz der vielen Arbeit gut lachen (v.li.): Thomas Bertelsbeck und Christine Kull Bertelsbeck von der Bäckerei Kull, Jürgen Glöckler vom Büro- und EVD-Service Grausam, Brigitte Grausam, Vorsitzende des Gewerbevereins, und Frank Powilleit von espo Elektro-Service auf der Leiter beim Aufbau der Illinger Leistungsschau. Foto: Goertz

64 Aussteller zeigen am Wochenende nach Ostern auf 6000 Quadratmetern ihre Kompetenz

„Hier herrscht eine wahnsinnige Aufbruchstimmung“, sagt Brigitte Grausam, Vorsitzende des Illinger Gewerbevereins, die sich über eine Rekordbeteiligung von 64 Ausstellern auf der Gewerbeschau in der Stromberggemeinde vom 9. bis 11. April freut.
 
Von Frank Goertz

Illingen. Überall wird gehämmert, gebohrt und genagelt – der Aufbau für die große Leistungsschau ist in vollem Gange. „Am Sonntag haben wir in einer Gemeinschaftsaktion den Schutzboden verlegt“, erzählt Grausam, dass die Illinger Gewerbetreibenden an einem Strang ziehen. In der Stromberghalle mussten sogar 1200 Quadratmeter OSB-Platten verlegt werden, die als Ausstellfläche für Autos dienen. „In Rekordzeit lagen die schweren Platten auf dem Boden“, so Grausam.
 Die Vorsitzende des Gewerbevereins kann noch mehr Rekorde vermelden: „Vor vier Jahren hatten wir 39 Aussteller, jetzt sind es 64, die auf 6000 Quadratmetern ihre Leistungsfähigkeit demonstrieren.“ Wie kommt – ausgerechnet in der Krise – dieser enorme Sprung zustande? „Die Aussteller wollen offensichtlich ein Zeichen setzen“, antwortet Grausam. „Wir haben aber auch ordentlich gebaggert.“

  Als sich der Gewerbeverein vor knapp 18 Monaten entschieden habe, die Leistungsschau zu veranstalten, sei für alle Beteiligten klar gewesen: „Die Jubiläumsausstellung – seit 40 Jahren gibt es in der Stromberggemeinde Leistungsschauen – muss ein Wahnsinnsevent werden.“

 Die Aussteller haben offensichtlich den Lockruf vernommen. Dass sie bis auf wenige Ausnahmen fast alle aus Illingen kommen, ist für Grausam ein Indiz dafür, wie gut die 7000-Seelen-Gemeinde aufgestellt ist. Aber die Gewerbetreibenden müssen kämpfen. Discounter und andere Billigheimer machen ihnen das Leben schwer. „Wir müssen unsere Wertigkeit ins rechte Licht rücken“, fordert Grausam, die einen Büro- und EDV-Service betreibt. Der Kunde würde mit den Füßen abstimmen. Er müsste für sich selbst entscheiden, ob er die Kompetenz vor Ort erhalten will oder nicht. Grausam kommt richtig in Fahrt: „Die kleinen Selbstständigen sind doch die Säule der Wirtschaft – und werden an allen Ecken und Enden ausgebremst. Sie gehen ein hohes unternehmerisches Risiko ein und sorgen dafür, dass Orte wie Illingen attraktiv bleiben.“ Und sie würden sich ihrer Verantwortung stellen, indem sie auch Arbeitsplätze im Ort sichern. „Meines Wissens hat kein Illinger Betrieb wegen der Wirtschaftskrise einen Mitarbeiter gekündigt“, macht Grausam den Unterschied zu Discountanbietern deutlich.

 Maler Schach, 50 Jahre, Fensterbau Adam, 80 Jahre, Stuckateur Roller, 60 Jahre, und Fink-Bedachungen müsste auch schon bei 80 Jahren angekommen sein, rechnet Grausam vor. „Solche Firmengeschichten gehen doch nur über Qualität, Beratung und Service“, betont Grausam. Und diese Vorzüge müssten die Betriebe eben immer wieder ins rechte Licht setzen. Etwa bei der Illinger Gewerbeschau, die treffenderweise unter dem Motto „Regional ist genial“ steht.

 Die letzten Wochen und Monate, in der sie unzählige Stunden mit der Vorbereitung der Messe verbracht hat, hätten ihr aber auch noch was anderes vor Augen geführt: „Der Zusammenhalt unter den Illinger Gewerbetreibenden ist phänomenal. Hier hilft einer dem anderen, und der gegenseitige Respekt ist hoch.“ Jetzt hofft Grausam nur, dass die Arbeit sich bezahlt macht. Wobei, wie sie betont, sich das Engagement auf der Gewerbeausstellung nicht sofort amortisiert, sondern erst auf mehrere Jahre gesehen.
 „Mindestens 6000 Besucher“, kalkuliert Grausam vorsichtig für die drei Messetage. Auf sie wartet nicht nur ein Branchenmix, in dem eigentlich keine Sparte fehlt, sondern auch ein umfangreiches Rahmenprogramm.

 „Organisierte Kinderbetreuung – das ist nichts“, winkt Grausam entschieden ab. Die Illinger hätten ein anderes Rezept: „Wir binden die Kinder ins Messegeschehen ein. Wenn sie zufrieden sind, sind die Eltern auch zufrieden.“ Also würde es von Puppenspiel, Kinderschminken oder Dampfbahnfahrten an vielen Ecken und Enden auf der Messe für Kinder etwas zu entdecken geben. Auch der Pantomime Pablo Zibles aus Argentinien, der Zauberer AbraXas und PitPatu, der Messeclown auf Rollschuhen, wollen nicht nur die Kinder verzaubern, sondern Unterhaltung für die ganze Familie bieten.

Die Gewerbeschau in den Stromberghallen und einem großen Freigelände ist am Freitag, 9.April, und am Samstag, 10.April, von 11 bis 20 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 11.April, öffnet die Messe von 11 bis 18 Uhr ihre Pforten.

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