„Ich bin ein Typ wie Zlatan Ibrahimovic“

Erstellt: 28. Dezember 2011, 00:30 Uhr
„Ich bin ein Typ wie Zlatan Ibrahimovic“ Im Einsatz gegen die ehemaligen Kameraden: Mattia Maggio (li.) kämpft im italienischen Trikot mit Cimo Roecker um den Ball. Das Länderspiel zwischen Deutschland und Italien bei einem U17-Freundschaftfsturnier im Saarland im September 2010 endete mit 2:2

Vaihingen. „Bei einem Unfall habe ich Glassplitter ins Auge bekommen“, berichtet Maggio, wie sein großer Lebenstraum Anfang 2010 um ein Haar geplatzt wäre. Das linke Auge wurde operiert, dennoch blieben lediglich zehn Prozent Sehkraft. „Ich habe mich mittlerweile darauf eingestellt. Um nach links den Überblick zu behalten, muss ich eben den Kopf drehen“, sieht er darin jedoch keinen Grund, warum es mit dem Sprung in die Bundesliga oder in die italienische Serie A nicht klappen sollte. Der 1,84 Meter große Mittelstürmer plaudert munter und mit einer Portion Selbstbewusstsein über seine fußballerischen Fähigkeiten: „Ich bin ziemlich schnell und körperlich robust.“ Mattia Maggio sieht sich weder als Strafraumwühler noch als Kopfballungeheuer, auch nicht als Stoßstürmer. „Ich kann eigentlich alles davon. Ich bin beweglich, nehme die Bälle an. Mich findet man im Strafraum, mich findet man links, mich findet man rechts. Ich bin ein Stürmertyp wie Zlatan Ibrahimovic.“ Große Kickstiefel, die sich der 17-Jährige da wie selbstverständlich anzieht. Der schwedische Nationalspieler mit bosnischen Wurzeln gilt schließlich als einer der brillantesten Angreifer der Welt, spielte für Juventus Turin, Inter Mailand und den FC Barcelona, ist derzeit für den AC Mailand auf Torejagd und Tabellenführer der ersten italienischen Liga.

Insofern ist Mattia Maggio von seinem Vorbild nicht weit entfernt. Im Sommer wechselte der Vaihinger von der Jugend des VfB Stuttgart zu Novara Calcio. Geografisch trennen ihn nur 50 Kilometer von Mailand, wenngleich Aufsteiger Novara Calcio in der italienischen Serie A gegen den Abstieg spielt. „Ich gehöre zum erweiterten Profikader, bin aber durch den Vereinswechsel noch gesperrt. Ab Januar dürfte ich spielen“, erzählt Maggio mit seiner für einen 17-Jährigen recht tiefen und etwas rauen Stimme. Erst im August ging der Transfer zu Novara über die Bühne, und war immerhin den großen italienischen Sportzeitungen „Gazzetta dello Sport“ und „Tuttosport“ entsprechende Meldungen wert. Ganz offenkundig gilt der Vaihinger in Italien als „der Vorzeigestürmer der U17-Nationalmannschaft“, Maggios Wert auf dem Transfermarkt wird auf etwa 50000 Euro geschätzt.

Sogar ein Wechsel zum großen Inter Mailand war einige Zeit im Gespräch, noch im Frühjahr wurde gemunkelt, Mattia Maggio würde zu den Schwarz-Blauen wechseln. Novara Calcio war jedoch schneller und schnappte sich das Stürmertalent. „Es war schwer, ohne Familie, ohne Freunde, ohne nichts“, erzählt Mattia Maggio von seinem Start in Novara, wo er das Internat des Clubs besucht. Wenigstens aber spricht er fließend Italienisch. „Das macht es natürlich einfacher.“

Geboren ist Mattia Maggio in Nürtingen, wo er auch die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte. Als Achtjähriger kam er mit seiner Familie nach Vaihingen/Enz, begann erst dort beim VfB Vaihingen mit dem Fußballspielen. Schon eineinhalb Jahre später, mit zehn Jahren, wechselte er in die Jugend des VfB Stuttgart, wo er seither zu einem Spitzenfußballer ausgebildet wurde. Nebenher besuchte Maggio in Stuttgart eine Berufsfachschule. „Damit ich außer Fußball noch etwas anderes kann“, sagt der junge Stürmer. Ein Bürojob ist natürlich nicht sein Berufsziel: „Ich will Fußballprofi werden.

Eines Tages meldete sich Steffen Freund, der Bundestrainer der deutschen U16-Nationalmannschaft. Zwei Freundschaftsspiele bestritt Mattia Maggio im DFB-Trikot, erzielte ein Tor. Aber im Herzen ist Maggio Italiener: „Es war immer mein Plan, eines Tages für Italien zu spielen.“ Und als sich die Chance bot, wechselte er ins Team der Azzurri. Mittlerweile hat Maggio 13 Einsätze für die italienische U17-Auswahl absolviert, dabei zwei Tore geschossen. Sogar gegen Deutschland durfte der Vaihinger schon ran. Im September 2010 spielte er bei einem U17-Turnier im Saarland. Deutschland gewann das Turnier, trennte sich von Italien 2:2. Da gelang Maggio jedoch kein Treffer.

Zurzeit weilt Mattia Maggio für einige Tage in Vaihingen bei seiner Familie. Auch seine große Schwester hat einmal aktiv Fußball gespielt, sein jüngerer Bruder (13) eifert ihm im Nachwuchs des VfB Vaihingen nach. Seine beiden Cousins Antonio und Andrea spielen in der Aktivenelf des VfB Vaihingen in der Kreisliga B5.

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