Historisches Gebäude putzt sich heraus

Erstellt: 31. Oktober 2011, 00:30 Uhr
Historisches Gebäude putzt sich heraus Die nächste Baustelle am Bürgerhaus: Aktuell steht eine Fassadenrenovierung an. Karl Hauschl, Rudi Federmann und Kurt Bickel (v.li.) begutachten das Fachwerk unter dem Putz.

Sternenfels. Das markante Gebäude in der Schlossbergstraße abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, ist in der Stromberggemeinde kein Thema. Obwohl umfangreicher Sanierungsbedarf besteht, wäre es für die Sternenfelser undenkbar, „ihre“ Sandbauernstube aufzugeben. „Das Haus hat eine ganz besondere Atmosphäre, und die wollen wir erhalten“, sagt Kurt Bickel, Vorsitzender des Fördervereins. Ziel des Vereins sei es zunächst, die Gemeinde – „entsprechend unserer finanziellen Möglichkeiten“ – beim Erhalt des Gebäudes zu unterstützen sowie am Konzept für die künftige Nutzung mitzuarbeiten.

Demnächst startet die Renovierung eines Teils der Hausfassade. „Unter dem Putz ist eine Fachwerkkonstruktion hervorgekommen. Ob die als Sichtfachwerk erhalten bleiben kann, muss aber erst noch untersucht werden“, sagt Bickel. Fertiggestellt sind die Kellerräume mit dem großen Sandstein-Gewölbekeller, auch die Sandbauernstube im Erdgeschoss präsentiert sich frisch renoviert und wohnlich. „Bei der Küchenausstattung stehen aktuell noch ein paar kleinere Verbesserungen an“, berichtet der Vorsitzende.

Eine „größere Baustelle“ und damit noch Zukunftsmusik ist dagegen die grundlegende Sanierung der Obergeschosse des Hauses. „Zur Zeit läuft für diese Stockwerke noch die Ist-Aufnahme. Bevor es hier losgeht, muss auch die Statik geklärt werden“, erläutert Bickel. „Unser Ziel ist die Einrichtung eines kleinen Heimatmuseums in diesen Räumen. Schon viele Leute haben uns Exponate geschenkt oder geliehen, die das Leben früher und speziell das Leben im Sandbauerndorf Sternenfels anschaulich machen“, sagt er. Der deutliche Schwerpunkt der Fördervereinsarbeit sei allerdings der Betrieb des Hauses als Treff- und Kommunikationspunkt für die Bürger. „Unsere Mitglieder, die Vorstandschaft und Freunde des Vereins engagieren sich stark dafür“, sagt er.

Ein Vorsitz mit dem Schwäbischen Albverein im Advent oder der Sternenfelser Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende sind für die Fördervereinsmitglieder Anlässe, um das Haus für Gäste zu öffnen. „Außerdem wollen wir noch in diesem Winter Abende veranstalten, bei denen sich die Leute zum Gespräch oder zum Kartenspielen treffen können“, berichtet Bickel von einem neuen Projekt. Das Geißenbulldogtreffen, das 2012 zum zehnten Mal stattfindet und damit ein kleines Jubiläum begeht, soll mit einem Fest gefeiert werden, „und auch das eine oder andere Benefizkonzert, wie wir es in diesem Jahr schon mit dem Musikverein Freudenstein hatten, wäre für uns denkbar“.

Am Wochenende stand jetzt zunächst einmal die „Sandbauernkerwe“ auf dem Programm. Zwei Tage lang bewirteten die Sandbauern ihre Gäste mit typisch schwäbischen Kerwespezialitäten wie Sauerbraten, Maultaschen oder Bratwürsten, herzhaften Kartoffel-, Zwiebel- oder Röhrleskuchen, köstlichen Torten und Kuchen sowie herbstlichen Spezialitäten wie Kürbissuppe und Quittenkuchen. Am Samstagabend gab es musikalische Unterhaltung, und an beiden Kerwe-Tagen war die Sandbauernstube gut besucht. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, bilanzierte Kurt Bickel für den Förderverein.

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