Hilfe für Leukämie-Patienten

Erstellt: 30. April 2007, 00:00 Uhr
Hilfe für Leukämie-Patienten Kampf gegen Leukämie: Ärzte nehmen Blutproben Kleiner Pieks – große Hoffnung: Ramazan Dogan (l.) lässt sich von Dr. Stefan Bosch bei der Typisierungsaktion in Sternenfels eine Blutprobe abnehmen. Foto: Garhöfer

118 Menschen kommen zur Typisierungsaktion für Knochenmarkspenderdatei

Sternenfels – „Helden gesucht“ waren am vergangenen Samstag in der Sternenfelser Kraichquellenhalle. Der Deutsch-Türkische Gesprächskreis hatte dort eine Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) organisiert, die leukämiekranken Menschen durch Stammzellentransplantation hilft.

VON ANDREA GARHÖFER

„Es hätten ruhig ein paar Spender mehr kommen können“, lautet die Bilanz von Reiner Brand und Hüseyin Atik, den beiden Vorsitzenden des Gesprächskreises.
 Ein Held musste man wahrlich nicht sein, um sich fünf Milliliter Blut abnehmen zu lassen, die in Labors auf ihre Gewebemerkmale hin untersucht werden. Zu einem Helden kann der freiwillige Blutspender aber schnell werden. Zumindest aus der Sicht eines Leukämiekranken, für den die passende Stammzellentransplantation oft die letzte Hoffnung auf Heilung ist.

 118 potentielle Lebensspender ließen sich am Samstag bei der Aktion des Deutsch-Türkischen Gesprächskreises registrieren. „Über diese Zahl der Spender freuen wir uns sehr, aber es hätten gerne noch viel mehr sein können“, sagt Reiner Brand. Er persönlich habe sich eine „Spenderzahl von 300 plus“ gewünscht.
 „Dabei war es für unseren Gesprächskreis eine enorme Herausforderung, diese Aktion zu stemmen. Aber alle haben sich für die gute Sache mächtig ins Zeug gelegt“, sagt Brand. Allein vier Ärzte, zwei Krankenschwestern und sechs Arzthelferinnen, sowohl türkischer als auch deutscher Nationalität, hatten sich ehrenamtlich für die Aktion zur Verfügung gestellt, dazu kam noch ein Versorgungsteam des Gesprächskreises, das Spender und Gäste mit Gebäck, Snacks und Getränken versorgte. „Vielleicht lag es am Termin, viele sind ins verlängerte Wochenende verreist. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Aktion – glücklicherweise – der Bezug zu einem Leukämiepatienten aus unserer Gemeinde fehlte“, rätselte Brand. „Jetzt hoffen wir, dass wenigstens ein passender Spender für einen Kranken gefunden werden konnte“, zeigten sich Brand und Atik optimistisch.

 Optimistisch zeigten sie sich auch bezüglich des Spendenkontos für die Aktion. „Bis Freitag hatten wir 400 Euro auf dem Konto. Das Konto bleibt noch ein halbes Jahr bestehen, und in dieser Zeit hoffen wir noch auf weitere Spenden.“

 „Ich denke, es ist einfach eine menschliche Pflicht, sich für diese gute Sache zu engagieren. Leukämie ist eine schlimme Krankheit, gerade wenn Kinder betroffen sind“, sagt Spender Ramazan Dogan mit Blick auf die siebenjährige Amy aus Löchgau und den sechsjährigen Yusuf aus Hechingen, deren Schicksal die Mitglieder des Gesprächskreises mit zum Anlass für die Typisierungsaktion genommen hatten. „Gerade wenn man Kinder hat, berühren einen solche Schicksale ganz besonders“, findet Gülsin Dincel und hält Töchterchen Aylin (sechs Monate) auf dem Arm. „Ich hoffe jedenfalls, dass ich einem kranken Menschen helfen kann.“

 Zum ehrenamtlichen Medizin-Team gehörten unter anderem die Arzthelferinnen Marliese Pluchatsch und Gisela Schopp. „Für diese gute Sache opfern wir auch mal einen freien Tag“, ist für sie klar. „Hoffentlich kann ein passender Spender bei dieser Aktion gefunden werden.“ Rein statistisch gesehen ist dies durchaus möglich. Nach einer Berechnung der DKMS kommt es bei höchstens fünf von hundert potentiellen Lebensspendern innerhalb der nächsten zehn Jahre zu einer Stammzellenspende.

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