„Heute bieten wir DRK zum Anfassen“

Erstellt: 27. August 2012, 23:30 Uhr
„Heute bieten wir DRK zum Anfassen“ Erster Vorsitzender Professor Dr. Thomas Haalboom im Gespräch mit Besuchern.

Maulbronn. Gut 500 interessierte Gäste besuchten das Bahnhofsfest des DRK Maulbronn. Sie konnten sich über die Arbeit der Helfer informieren und es sich in gemütlicher Atmosphäre gutgehen lassen.

Zunächst kamen die Besucher recht spärlich zu der traditionellen Veranstaltung des DRK, ging doch fast pünktlich zum Festbeginn um 11 Uhr ein heftiger böiger Regen nieder. Eilig musste umgeräumt werden, was nicht nass werden durfte, zum Beispiel die Kasse. Ab 12 Uhr füllten sich die Plätze im „Bahnhofscafé“ oder draußen unter dem Dach.

„Am frühen Nachmittag setzte dann so ein richtiger Ansturm ein“, berichteten am Ende des Tages der Erste Vorsitzende, Professor Dr. Thomas Haalboom, und sein Bruder, der Bereitschaftsleiter Wolfgang Haalboom. „Insgesamt werden es zwischen 500 und 600 Besucher gewesen sein.“ Das Küchenteam meldete: Waffeln, Pommes, Kuchen, Eiskaffee und Bier ausverkauft. „Nicht nur aus dem Ort kamen die Besucher, sondern bis aus Eppingen oder aus Rheinstetten, wie sie uns erzählten.“

Mit Familie war Bruno Hildwein aus Zaisersweiher einer der frühen Gäste. „Wir sind hergekommen erstens wegen des guten Essens und zweitens, um das Rote Kreuz, das genau so wichtig ist wie die Feuerwehr, zu unterstützen.“

„Heute bieten wir DRK zum Anfassen“, hatte Wolfgang Haalboom den geplanten Verlauf des Tages im Gespräch am Vormittag geschildert, „keine Aktionen, so richtig gemütlich soll es zugehen, die Maulbronner kommen gerne zu unserem Fest. Wir haben rund 800 Fördermitglieder, viele werden den offenen Tag nutzen, um sich über den neuesten Stand bei uns zu informieren, und wir nehmen uns Zeit für Gespräche.“

In Zahlen präsentiert sich der DRK-Ortsverein Maulbronn laut Vorsitzendem wie folgt: 1913 gegründet, neben den Fördermitgliedern 30 aktive Mitgliedern in der „Bereitschaft“, 15 Mitglieder im Jugendrotkreuz, zehn „freie Mitarbeiter“ im Arbeitskreis Blutspende Maulbronn und 30 freie Mitarbeiter im „Arbeitskreis Blutspende Sternenfels-Diefenbach“. Das DRK Maulbronn ist neben der Stadt auch zuständig für die Ortsteile Schmie und Zaisersweiher, Sternenfels, Diefenbach und Ölbronn. Die Ortsgruppe finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Einnahmen aus Kleidersammlungen und , dem Bahnhofsfest und der Teilnahme am Maulbronner Weihnachtsmarkt.

Alle Vorstandsmitglieder und Aktive arbeiten ehrenamtlich und erhalten keinerlei Vergütung. Rotkreuzler zu sein, bedeutet, Dienst an der Gemeinschaft zu leisten, der mit entsprechender Schulung dann Beratung, Vorsorge, Rettung, Betreuung und Nachsorge umfasst. Bei öffentlichen Veranstaltungen aller Art ist stets der Sanitätsdienst vor Ort. Seit mehr als 20 Jahren gibt es das „Helfer-vor-Ort-System“. Das heißt: Ausgebildete Sanitätshelfer leisten in Notfällen Erste Hilfe, bis der Rettungsdienst eintrifft. Seit 1989 waren es rund 1500 Einsätze. Daneben stellt das DRK Maulbronn einen Betreuungsdienst, der in extremen Notfällen wie Bränden oder Naturkatastrophen den Betroffenen mit praktischer, aber auch psychologischer Nachsorge hilft. Schulsanitäter werden ausgebildet und Jugendrotkreuzler als Nachwuchs gefördert. „Auch in der eigenen Persönlichkeitsbildung“, sagte dazu Thomas Haalboom. „Die Kinder lernen schon früh: ‚Einer ist für den anderen da‘. Zukünftig wird es ein Ziel sein, auch Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichem Migrationshintergrund mit ins Boot zu holen.“ Erste-Hilfe-Kurse werden angeboten und Blutspende-Aktionen durchgeführt. „Das alles bietet unseren Besuchern Gesprächsstoff, sie fragen nach. Viel Dankbarkeit spüren wir auch nach Jahren noch bei denen, wo wir schon einmal im Einsatz waren und helfen konnten. Das sind ganz treue Besucher unserer Feste.“

Bei Erste-Hilfe-Wettbewerben des DRK sind die Maulbronner Rotkreuzler seit 20 Jahren immer vorne dabei, wurden dreimal Bundessieger, fünfmal Landessieger, errangen neben weiteren nationalen Erfolgen auch internationale Platzierungen bei Europäischen Meisterschaften. Die Helfer-vor-Ort-Gruppe wurde 2010 mit dem „Deutschen Bürgerpreis“ als zweiter Preisträger in der Kategorie Alltagshelden ausgezeichnet.

Was treibt jemanden wie Wolfgang Haalboom an, neben seinem sozialen Engagement als Bereitschaftsleiter in Maulbronn noch als Kreisbereitschaftsleiter in Pforzheim und im Enzkreis tätig zu sein, dazu noch das Amt des stellvertretenden Landesdirektors der Bereitschaften und des Vizepräsidenten des DRK-Landesverbandes Baden-Württemberg zu übernehmen? „Ach wissen Sie“, sagte er, „man tut vieles im Leben, das wenig Sinn macht – das hier macht Sinn.“

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