Hellas will sich teuer verkaufen

Erstellt: 25. Februar 2010, 00:00 Uhr
Hellas will sich teuer verkaufen Vielleicht noch zwei oder drei Plätze klettern und dabei den einen oder anderen Favoriten stolpern lassen, das sind die Ziele von Hellas Mühlacker (in Blau) für die Rückrunde. Archivfoto: Eigner

Rückrunden-Auftakt beim Spitzenreiter SK Hagenschieß – Zwei Neuverpflichtungen stehen drei Abgänge gegenüber

Zwischen dem Hellas Mühlacker der vergangenen und dem der laufenden Saison besteht ein Unterschied wie Tag und Nacht. Aus dem Titelanwärter ist ein Hinterbänkler geworden. Sich möglichst teuer verkaufen, heißt nun die Devise. Auftakt zur Rückserie ausgerechnet beim Tabellenführer.

Von Steffen-Michael Eigner

Mühlacker. Große Chancen räumt selbst Hellas-Spielleiter Athanasios Totolidis seiner Elf für den Auftritt bei der SK Hagenschieß nicht ein. „Aber wir versuchen es“, verspricht Totolidis zumindest. Die Rückrundenvorbereitung lief nicht unbedingt zufriedenstellend. „Wir haben zwar dreimal pro Woche trainiert. Kondition. Kraft. Takitk. Aber meist waren nur acht bis neun Leute da“, berichtet der Hellas-Spielleiter. Immer wieder hätten Spieler berufsbedingt gefehlt. So war den Hellenen nicht einmal möglich, ein Testspiel auszutragen. Kein Vergleich zur vergangenen Saison, in der Hellas Mühlacker vom zweiten bis zum vierten Spieltag die Kreisklasse B1 anführte und als Viertplatzierter fünf Spieltage vor Saisonschluss noch offen vom Aufstieg in die A-Klasse oder gar der Meisterschaft sprach. Am Ende ging den Hellenen allerdings ein wenig die Puste aus, letztlich wurde es Platz sechs.

Auf den letzten Drücker sagen acht Spieler dem Verein adieu

 Danach hatte die Mannschaft einen personellen Aderlass zu verkraften. Bereits seit längerem hatte der Weggang von Kapitän und Abwehrchef Athanassios Kaliudis festgestanden, der aus beruflichen Gründen nach Stuttgart zog. Dann sagten urplötzlich weitere acht Spieler dem griechischen Club adieu. „Die haben uns am 30. Juni per Postkarte von ihrem Wechsel informiert. Am letzten Tag der Wechselfrist, so dass wir keine Möglichkeit mehr hatten zu reagieren“, ärgert sich der Spielleiter noch heute darüber.

 Die Personaldecke des Clubs ist deshalb seit dem vergangenen Sommer auf Kante genäht. Mal standen nur acht Spieler zur Verfügung wie vor dem Heimspiel gegen die Sportfreunde Mühlacker, das deshalb ausfiel und mit 0:3 aus Hellas-Sicht gewertet wurde. Mal kam Hellas Mühlacker ohne einen einzigen Ersatzmann zum Punktspiel wie bei der 0:12-Niederlage in Lienzingen, als die Hellenen beim Schlusspfiff nur noch mit acht Mann auf dem Platz standen, weil sich drei Spieler während der Partie verletzt hatten.

 Für die Rückserie habe Hellas Mühlacker zwei neue Spieler verpflichtet, teilt Totolidis mit. Nämlich Alkan Tanjou, der bei seinem seitherigen Club TSV Mühlhausen/Enz jedoch nicht zur ersten Garnitur zählte. Außerdem habe man vom FSV Buckenberg einen jungen 18-Jährigen namens Rifat geholt, der jedoch einige Jahre nicht mehr aktiv gespielt habe.

 Den beiden Neuverpflichtungen stehen jedoch drei Abgänge gegenüber: Angreifer Yalcin Zengin ist wie bereits berichtet zum Ligakonkurrenten Fvgg 08 Mühlacker abgewandert. Dasselbe Ziel hatte der bisherige Ersatz-Torhüter der Hellenen, Miroslav Josic. Zudem hat Hellas seinen Mittelfeldspieler Erdi Yildiztepe an den 1. FC Eutingen verloren.

 Entsprechend bescheidene Ziele formuliert Athanasios Totolidis, der selbst in der Abwehr aufläuft und gerade eine Verletzung auskuriert hat, für die restliche Saison: „Wir wollen uns möglichst teuer verkaufen, die Runde anständig zu Ende spielen.“ Hellas liegt in der Tabelle derzeit an drittletzter Stelle vor der Spvgg Zaisersweiher II und dem SV Königsbach II. „Vielleicht noch zwei oder drei Plätze gutmachen, damit wir nicht ganz so im Keller stehen. Aber mehr ist mit unserem jetzigen Kader nicht drin“, so Totolidis.

Totolidis: „Keine so hohen Niederlagen mehr kassieren“

 Immerhin sieht das hellenische Punktekonto nicht so desolat aus wie die griechischen Staatsfinanzen. Neun Zähler aus zwei Siegen (2:1 bei Zaisersweiher II und 2:1 gegen die PSG 05 Pforzheim) sowie drei Unentschieden stehen zu Buche. Dass am kommenden Samstag im Auswärtsspiel bei der SK Hagenschieß (Anpfiff 15 Uhr) weitere Punkte hinzukommen, ist eher unwahrscheinlich. „Hagenschieß ist klarer Favorit“, räumt Totolidis ein, der noch ein weiteres Saisonziel formuliert: „Keine so hohen Niederlagen mehr kassieren.“

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