Helfer lösen schweres Problem

Erstellt: 28. Dezember 2010, 00:00 Uhr
Helfer lösen schweres Problem Helfer lösen schweres Problem

Schnee von Biomarkt-Dach geräumt – Salz wird zunehmend Mangelware – Verspätungen im Stadtbusverkehr

Schnee und Matsch behindern den Verkehr. Auch die Müllabfuhr leidet unter den schwierigen Straßenverhältnissen. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk befreien Dächer von der schweren Last, um Einbrüche zu verhindern. Der Straßenmeisterei geht allmählich das Streusalz aus.

 Von Thomas Sadler

Mühlacker/Enzkreis. „Wir schaffen von morgens 5 bis abends 18 oder 19 Uhr“, sagt Heinrich Elwert, Leiter der Straßenmeisterei Enzkreis. „Seit Ende November machen wir durchgängig Winterdienst“, sagt er. Die Folge: Weil es Lieferengpässe gebe, werde das Salz langsam knapp. Von den 3800 Tonnen, die am Anfang des Winters in den Depots lagerten, seien nur noch circa 300 Tonnen übrig. Etlichen Gemeinden sei das Streumaterial bereits ausgegangen, weiß Elwert.

 In Mühlacker herrscht derweil noch keine akute Not. Von den ursprünglichen 900 Tonnen stünden dem Bauhof, der am ersten Weihnachtsfeiertag von 3.30 bis 22 Uhr unterwegs war, immerhin noch etwa 400 Tonnen zur Verfügung, so der stellvertretende Leiter Harald Vogt. Damit das kostbare Gut nicht vorzeitig zur Neige geht, werden schwerpunktmäßig Gefällstrecken gestreut. Aber es gibt ein anderes Problem: „Wir wissen nicht mehr, wohin mit dem Schnee.“ Gehe der Platz aus, müsse die weiße Pracht gegebenenfalls auf den Festplatz verfrachtet werden. Während der Schnee Fußgängern schöne Spaziergänge in der Natur und Kindern Spaß beim Schlittenfahren beschert, bedeutet der ungewöhnlich harte Winter für Vogt und seine Kollegen viel Arbeit. Manch ein Bauhofmitarbeiter fällt derzeit krankheitsbedingt aus – nicht zuletzt, weil Dauereinsätze und Schlafmangel den Räumteams zusetzen. Dafür hätten andere sogar ihren Urlaub unterbrochen, um auszuhelfen, berichtet Vogt. „Was menschenmöglich ist, ist getan worden“, lobt Bürgermeister Winfried Abicht seine Mannschaft.

 „Die Nachfrage übersteigt das Angebot um ein Vielfaches“, bestätigt Hans-Joachim Voss, Vorstandsmitglied der Südwestdeutschen Salzwerke AG, die trotz Arbeit rund um die Uhr mit der Produktion kaum nachkommt. „Ganz Europa ist ausverkauft“, stellt Voss fest.

 Umso erfreulicher ist die Mitteilung von Wolfgang Höhner, Chef des Mühlacker toom-Baumarkts. Damit der Vorrat länger halte, seien zuletzt nur noch Zehn-Kilo-Rationen Salz verkauft worden. Doch schon heute und in den nächsten Tagen erwartet er eine Lieferung von etwa 50 Tonnen Salz, was die Situation entspannt.

 Nicht nur ungezählte Autofahrer, sondern auch die Fahrzeuge der Müllabfuhr tun sich auf seifigen Straßen schwer. „Manche Mülltonnen verschwinden fast hinter Schneebergen und müssen mühsam rausgezogen werden“, sagt Gerd Schwedes, Disponent beim Knittlinger Entsorgungsunternehmen SITA. Dort, wo eine Anfahrt nicht möglich sei, werde der Müll eben ein paar Tage später abgeholt. Doch falle die Abfuhr nicht komplett aus.

 Ebenfalls mit den Witterungsverhältnissen, vor allem an Steigungen, zu kämpfen hat der Mühlacker Stadtbusverkehr. Es komme immer wieder zu Verspätungen, sagt Rolf Aichelberger von den zuständigen Stadtwerken.
 Gefahr droht indes nicht nur auf den Straßen, sondern auch auf Dächern, die unter dem Gewicht des Schnees einzubrechen drohen. Um dies zu verhindern, befreiten gestern die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk den Denn’s-Biomarkt in der Kernstadt und einen Scheunenanbau in der Mühlhäuser Wasserstraße vorsorglich von der schweren Last.

 Des einen Leid, des anderen Freud: Während die motorisierten Verkehrsteilnehmer unter dem harschen Winter stöhnen, freut sich der Skilift-Betreiber in Dobel. Rund 50 Zentimeter hoch liegt dort der Schnee. „Beste Wintersportbedingungen“, meldete die Stimme vom Band des Schneetelefons am Montagvormittag.

 Gute Nachricht auch für diejenigen, die die freien Tage für einen Marsch durch den malerisch verschneiten Wald nutzen wollen. Nach Auskunft von Guido Wölfle, Sachgebietsleiter beim Forstamt des Enzkreises, sei zumindest an den Hauptwegen die Gefahr durch Schneebruch nur gering.

 Ebenfalls Positives weiß die Polizei zu melden: Die Zahl der Unfälle, die über Weihnachten noch bei über 50 lag, ist zurückgegangen. Gestern registrierte die Polizeidirektion nur noch relativ wenig „Blech“, was auch daran liegt, dass es zurzeit nur wenig Berufsverkehr gibt.

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