Helfer bestehen Lomersheimer Härtetest

Erstellt: 29. Juni 2011, 00:00 Uhr
Helfer bestehen Lomersheimer Härtetest Hitzeschlacht: Bei rund 30 Grad steigen die Feuerwehrmänner bei der Übung in ihre schweren Anzüge. Der Atemschutz ist nötig, um in verrauchte Bereiche vorzustoßen. Diese Gruppe kommt gerade aus der Behindertenwerkstatt, in der mit einem Nebelwerfer dichter Qualm simuliert wurde. Foto: Disselhoff

Die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz ziehen nach der Übung in den Behindertenwerkstätten der Lebenshilfe eine positive Bilanz

Heikle Mission erfüllt: 60 Einsatzkräfte der Feuerwehr und neun Helfer des Deutschen Roten Kreuzes haben beim Probealarm in der Behindertenwerkstatt der Lebenshilfe in Lomersheim alles aus sich herausgeholt. Die Führungskräfte sind mit ihren Teams zufrieden.

Von Maik Disselhoff

Mühlacker-Lomersheim. „Es ist sehr gut gelaufen. Nicht nur, was den Einsatz der Feuerwehr betrifft, sondern auch mit Blick auf die Verantwortlichen der Lebenshilfe, die eine klasse Vorarbeit geleistet haben“, zeigt sich der Gesamtkommandant der Mühlacker Feuerwehr, Ralph Keipp, zufrieden. „Es kam auch nicht zu Überreaktionen seitens der Werkstattmitarbeiter, die positiv auf die Übung reagiert haben.“ Für seine Mannschaft sei der Einsatz vor allem auch wegen der Hitze eine Herausforderung gewesen. Die Körpertemperatur der Männer steige im Einsatz auf 40 Grad an. „Die arbeiten sozusagen mit einer Temperatur, mit der man normalerweise im Bett liegt“, macht Keipp klar, der in diesem Zusammenhang auf die neue Schutzkleidung der Mühlacker Feuerwehrleute verweist, die atmungsaktiv sei. „Diese Anschaffung hat sich in jedem Fall gelohnt.“ Bis auf die Abteilung Mühlhausen seien alle Wehren der Stadt an dem Testlauf in Lomersheim beteiligt gewesen.

Nicht gestellt: Während der Übung gerät in der Stadt ein Auto in Brand

„Die Abteilungen der Stadtteile wollen wir im Feuerwehralltag ins Einsatzgeschehen der Kernstadt einbinden, damit das Ausbildungsniveau auf einem gleich hohen Niveau ist“, erklärt Keipp. Schließlich werden die Floriansjünger in der Kernstadt viel häufiger zu Einsätzen gerufen.

Wenn die Mühlacker Feuerwehr mit einem Großaufgebot im Einsatz ist, hält immer eine Abteilung in der Feuerwache die Stellung, falls ein zusätzlicher Ernstfall auftritt. Dies hat sich auch gestern bewährt. Während die Helfer in Rot in Lomersheim auf die Probe gestellt wurden, geriet in Mühlacker ein Auto auf Höhe des Arbeitsamts an der Hindenburgstraße in Brand. Die Enzberger Abteilung rückte aus und hatte das Feuer, das im Innenraum des Fahrzeugs ausgebrochen war, schnell im Griff. „Vermutlich war eine Zigarette die Brandursache“, so Keipp.

Nicht nur der Gesamtkommandant kann mit seiner Truppe zufrieden sein. Auch Steffen Renz, stellvertretender Bereitschaftleiter der Mühlacker Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), berichtet von einem reibungslosen Auftritt in Lomersheim. Auch wenn der Umgang speziell mit geistig behinderten Menschen im Ernstfall sicher immer problematisch sein wird. „Das haben wir am Montagabend auch noch mit den Betreuern der Lebenshilfe diskutiert“, so Renz. Diese hätten den Rot-Kreuz-Helfern gegenüber deutlich gemacht, dass Menschen mit einem geistigen Handicap notfalls mit Gewalt aus dem Gefahrenbereich geholt werden müssten. Renz betont, dass es wichtig gewesen sei, in der Behindertenwerkstatt zu üben und vor Ort Erfahrungen zu sammeln.

Der stellvertretende Bereitschaftsleiter ist mit der Leistung seines Teams, das insgesamt sechs Verletzte zu versorgen hatte, zwar zufrieden, doch hundertprozentig rund laufe eine Übung nie. Ein konkretes Ergebnis hat die Probe bei der Lebenshilfe gebracht: „Die Koordination der Helfer lässt sich noch verbessern. Das war für uns mit nur neun Einsatzkräften auf dem weitläufigen Gelände nicht einfach.“ Eine Nachbesprechung sei fest eingeplant, sagt Renz, der wie Feuerwehrkommandant Keipp die Praxis über alles andere stellt: „So eine Übung motiviert, man kann das Erlernte mal anwenden. Vor allem lernt man aus Fehlern. Die bleiben nach einer Übung viel eher hängen als nach einem theoretischen Kurs in neutraler Atmosphäre“, so der 37-Jährige.

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