Heizstreit schwelt weiter

Erstellt: 28. November 2009, 00:00 Uhr

Im Heidenwäldle besteht „erhebliche Verunsicherung“ hinsichtlich erlaubter Brennstoffe

Der Brennstoffstreit über die Frage, ob im Heidenwäldle mit Holz geheizt werden darf, schwelt weiter. Die Bewohner des Gebiets sind gespalten.

Von Thomas Sadler

Mühlacker. „Das ist eine ziemlich unerfreuliche Geschichte für alle Beteiligten“, stellt Bürgermeister Winfried Abicht fest. Im Heidenwäldle herrsche eine „erhebliche Verunsicherung hinsichtlich der zugelassenen Brennstoffe“. Für Aufklärung soll eine Veranstaltung am Donnerstag, 3. Dezember, um 19 Uhr in der Feuerwache sorgen, bei der die Verwaltung unter anderem über die derzeitige Rechtssituation im Heidenwäldle und das Ergebnis einer Untersuchung durch Experten informieren wird.

 Fest steht schon jetzt: Die Situation ist reichlich verzwickt. Die Anfänge liegen Jahrzehnte zurück. Als die Stadt früher Grundstücke an Bürger verkaufte, habe sie in Verträge ein Verbrennungverbot für feste Brennstoffe, also Holz und Kohle, aufgenommen. Problem Nummer eins: Nicht in jedem Vertrag ist ein solches Verbot enthalten, sondern hauptsächlich in Verträgen mit Bürgern, die kundtaten, sie würden gerne mit Holz oder Kohle heizen, was die Kommune aber nicht wollte. Problem Nummer zwei: Die Untersagung fester Brennstoffe wurde nicht „dinglich“ über den ersten Grundstückskauf hinaus vertraglich klargemacht. Das bedeutet, wie Bürgermeister Abicht erläutert: Verkauft jemand sein Haus, trifft den Käufer das ursprüngliche Verbot in der Regel nicht. Die Folge sei „eine ungleiche Behandlung“, beschreibt Abicht die Crux.

Unterschriftenlisten dafür und dagegen

 Im Rathaus gingen immer wieder Anfragen ein von Heidenwäldle-Bewohnern, die gerne mit Holz beziehungsweise Pellets heizen und einen der wieder in Mode gekommenen beliebten Schwedenöfen aufstellen wollen. Während die einen mit festen Brennstoffen ihre Stube heizen möchten, befürchten andere eine dadurch entstehende Geruchsbelästigung. „Mir liegen Unterschriftenlisten dafür und dagegen vor“, so Abicht. Die Bevölkerung des Wohngebiets ist gespalten.

 Was den angeblichen Gestank angeht, so gibt ein Luftgutachten Entwarnung: Selbst dann, wenn praktisch jedes Haus mit Holz beheizt würde, zitiert Abicht das Untersuchungsergebnis, würden die gesetzlichen Grenzwerte nicht überschritten. Und eben deshalb, so die Auffassung des Bürgermeisters, wäre die nachträgliche Aufnahme eines Verbrennungsverbots im Bebauungsplan rechtlich nicht haltbar.

 Weil darüber hinaus sowieso immer weniger Häuslebesitzer ein Verbot in ihrem Kaufvertrag stehen hätten, laufe es de facto darauf hinaus, dass das „Nein“ in Zukunft entfalle. Indes: Ob das Verbrennen von Holz und Kohle fairerweise auch denjenigen Bürgern im Nachhinein erlaubt werde, die das Verbot noch aus früheren Zeiten schriftlich haben, oder ob sie bis zu ihrem Ableben wie bisher auf das Heizen mit Holz und Pellets verzichten müssen, könnte gegebenenfalls nur der Gemeinderat entscheiden, so Winfried Abicht.

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