„Heiße Muttis“ fiebern mit Max

Erstellt: 31. Januar 2012, 00:30 Uhr
„Heiße Muttis“ fiebern mit Max Jubel bei der Fangemeinde: Max Giesinger aus Waldbronn ist in der TV-Show „Voice of Germany“ nach wie vor im Rennen.

Remchingen-Singen. Dass sogar der traditionelle Bundesliga-Treff im Vereinsheim zugunsten der Live-Übertragung von „Voice of Germany“ ausfällt, hat einen guten Grund: Bei den Mitgliedern des Fußballclubs ist der Kandidat der Region, Max Giesinger aus Waldbronn, kein Unbekannter. Zwar hat der Sohn von Vereins-Vize Carlo Giesinger schon als Kind lieber zur Gitarre gegriffen als die Nachfolge seines Vaters als Mittelstürmer anzutreten, dafür traf er bei Weihnachtsfeiern und Sportfesten regelmäßig mit seinen Auftritten als Musiker ins Schwarze.

Das Publikum im Vereinsheim unterscheidet sich denn auch deutlich von kreischenden Girlies und verliebten Groupies. Die „heißen Muttis“, so hat Max Giesinger seine Fans in der Altersgruppe Ü30 einmal liebevoll bezeichnet, werden von ihren Töchtern begleitet. Die Fußballkumpel des Vaters sind ebenso vertreten wie die Freunde seines kleinen Bruders Yannick (14), und auch ein paar Teenies aus dem Dorf sind gekommen.

„Den Max kenne ich schon, seit er fünf Jahre alt war. Der Max ist einfach der Max. In die Stimme war ich schon immer ein bisschen verliebt“, erklären die 38-jährige Simone Schäfer und Nicole Seeman (43) abwechselnd. Zusammen mit einer ganzen Clique aus Muttis hat sie Max sogar schon nach Berlin begleitet. Die 15-jährige Laura Dill findet: „Er singt gut, er sieht gut aus, und er ist auch trotz des ganzen Rummels um ihn er selbst geblieben.“

Für die sängerische Konkurrenz interessieren sich die meisten Fans aus der Heimat eher wenig. Der 14-jährige Yannik und seine Freunde vertreiben sich die Wartezeit beim Kartenspiel „Schlafmütze“, an der Theke wird über Gott und die Welt gefachsimpelt. Papa Giesinger unterhält sich mal mit diesem, mal mit jenem. Allein die Frauen-Clique honoriert das Weiterkommen ihrer Favoriten aus den ersten drei Teams mit Applaus und „Jucheee!“.

Doch gegen 22.30 Uhr erschallt plötzlich der laute Ruf nach „Ruhe!“. Endlich betritt das Team „Xavier“ die Bühne. Die Zitterpartie beginnt. Max Giesinger muss sich mit dem „Ich + Ich“-Song „Vom selben Stern“ gegen Rino Galiano mit „All night long“ (Lionel Richie) und Mic Donet mit „I believe I can fly“ (R. Kelly) durchsetzen. Das erste Mal singt er auf Deutsch. Die Fans sind skeptisch: „Der Titel ist ganz schön abgenudelt“, befürchtet Vater Carlo, dass der Hit nicht ganz auf der Linie des Sohnemanns liegt. „Wie gut Max ist, hängt auch vom Titel ab, den er bekommt“, glauben auch Laura Dill und ihre Freundin Michelle Schäfer.

Der 23-Jährige beweist allen das Gegenteil: Über das Zuschauer-Voting schafft er direkt den Sprung ins Halbfinale. Mitbewerber Mic wird von seinem Coach gewählt. Rino scheidet aus.

Ein paar hundert Stimmen kommen aus dem Vereinsheim: Vater Carlo hat 40 SMS mit der Endnummer „-12“ verschickt. Bruder Yannick hat rund 50-mal telefoniert. Laura ist um 25 Votings und Michelle um 40 Votings ärmer. „Die Kosten sind abgesegnet und gesponsert“, lachen sie. Das ist nur fair: Schließlich lassen auch ihre Mütter die Finger über die Mobiltastatur fliegen.

„Jaaahha, Jaaahhh, Jaaaaahhhhh!“ – im Moment der Entscheidung entlädt sich die Spannung, die vorher verborgen unter der Oberfläche schwelte, in einem vielstimmigen, erlösenden Jubelorkan. Fast so wie bei einem entscheidenden Fußballtor in der 90. Minute eines Finales. „Max war überraschend gut und locker“, freut sich Vater Carlo. Bruder Yannik kommentiert den Auftritt mit einem „Aber Hallo!“. Und Laura und Michelle, Simone und Nicole, Tina und Leonie finden: „Das ist supergenial, megageil, einfach irre.“

Für Jürgen Wenz, Vorsitzender von Germania Singen, steht damit fest, dass es auch am kommenden Freitag ein Public Viewing geben wird: „Mal sehen, ob wir dann in eine größere Halle wechseln. Da kommen bestimmt noch mehr Zuschauer.“

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