Hauptsache eine klare Linie pfeifen

Erstellt: 26. Oktober 2006, 00:00 Uhr
Hauptsache eine klare Linie pfeifen Wenn Kaspar Kraxner nicht selbst auf Torejagd ist, schlüpft er in die Rolle des Unparteiischen. Foto: Fotomoment

Schiedsrichter-Ehrenpreis für Handballvereine: TSV Wiernsheim belegt den zweiten Platz und wird belohnt

Das Spiel managen, Fehler erkennen, Fouls bestrafen – typische Aufgaben für den Schiedsrichter. Im Handball muss jeder Verein mehrere Unparteiische zur Verfügung stellen. Im Handballbezirk Enz-Murr ist ein Ehrenpreis an Vereine vergeben worden, die gute Schiedsrichterleistungen gezeigt haben. Der TSV Wiernsheim belegte hinter dem TSV Asperg den zweiten Platz.

VON CATHRIN FLÖßER

Im Handball muss jeder Verein eine bestimmte Anzahl von Schiedsrichtern stellen. Die Unparteiischen rekrutieren sich aus den Reihen der Clubs. „Der Ehrenpreis ist als Anreiz für die Vereine gedacht“, erklärt Bezirksvorsitzender Hanspeter Kurz die Idee, die hinter der Auszeichnung steht. Schon zum vierten Mal hat der Bezirk Enz-Murr den „Vereins-Schiedsrichter-Ehrenpreis“ ausgeschrieben, um diejenigen Clubs zu belohnen, die mit den besten Vereinsleistungen im Schiedsrichterbereich geglänzt haben.
 Als Kriterien dienen unter anderem die Anzahl der Schiedsrichter in Relation zur Vereinsgröße und die Anzahl der Schiedsrichterneulinge. „Die meisten Vereine bemühen sich schon, ihr Schiedsrichter-Soll zu erfüllen“, hat Kurz in den vergangenen Jahren beobachtet. Den Clubs drohen saftige Geldstrafen, wenn sie die Erwartungen nicht erfüllen. Für jeden fehlenden Schiri muss ein Verein 300 Euro bezahlen.

 Der TSV Wiernsheim hat die Kriterien mehr als erfüllt und erhielt dafür einen Geldpreis. Mit einem zweiten Platz hinter dem TSV Asperg kann die Handballabteilung des TSV Wiernsheim mit ihren Schiedsrichterleistungen zufrieden sein. „Insgesamt haben wir vier Aktive und zwei Passive, die für uns pfeifen“, erzählt Andreas Grasberger. Der Abteilungsleiter der Wiernsheimer kann mit Jürgen Mössner aus Knittlingen sogar seit Jahren auf einen externen Schiedsrichter zurückgreifen. „Darüber können wir wirklich froh sein“, betont er. „Es ist immer wieder schwierig, Schiedsrichter zu finden.“

 Oft sind die Handball-Schiedsrichter selbst aktive Spieler und müssen zusätzlich zum normalen Trainingspensum Schiedsrichter-Lehrgänge besuchen. Nach den Teamlehrgängen müssen sie einen Cooper-Test laufen und steigen dann in den Schiedsrichter-Kader auf. In Wiernsheim gibt es außer Jürgen Mössner drei Unparteiische, die das Soll für den Verein erfüllen: Andreas Grassberger, Johannes Kopp und Kaspar Kraxner. Letzterer ist im zweiten Jahr dabei und pfeift am liebsten Herrenmannschaften: „Das Spiel ist schneller und sie machen weniger technische Fehler. Dadurch wird das Pfeifen leichter“, so der Handballer. Der 24-Jährige hat sich freiwillig als Schiri zur Verfügung gestellt. Wenn er nicht pfeift, geht er selbst auf Torejagd für den TSV Wiernsheim. Sein Erfolgsrezept als Schiri: „Hauptsache eine klare Linie pfeifen und Motzereien am besten von Anfang an unterbinden. Und wenn die Trainer am Ende sagen, dass man gut gepfiffen hat, war es in Ordnung.“

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