Harter Kampf um Stammplätze

Erstellt: 29. Juli 2006, 00:00 Uhr
Harter Kampf um Stammplätze Für den 1. FC Pforzheim läuft Martin Maier künftig mit der „Acht“ auf. Foto: Jahn

 Martin Maier aus Illingen und Michael Schrammel aus Enzberg verstärken den „Club“:

Mit zwei Spielern aus der Region geht der 1. FC Pforzheim in die neue Saison. Das Trikot des Fußball-Oberligisten werden künftig Martin Maier aus Illingen und Michael Schrammel aus Enzberg tragen. Beide kämpfen um einen Stammplatz.

VON DOMINIQUE JAHN

In der Jugend beim SV Illingen, danach in Lomersheim und beim FV Löchgau in der Bezirksliga, ab der kommenden Runde beim 1. FC Pforzheim in der Oberliga – Martin Maier aus Illingen hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Der 21-Jährige sagt selbstbewusst: „Ich will Stammspieler werden.“ Martin Maier ist ein Vollblutfußballer durch und durch. Schon vor einem Jahr war der FCP auf den flinken Mittelfeldspieler aufmerksam geworden. Doch damals wechselte Martin Maier nach Löchgau, „weil ich den Trainer kannte“, so der 21-Jährige. Am Ende dieser Saison nahm Martin Maier aber die Einladung zum Probetraining beim Club nochmals gerne an und hinterließ einen guten Eindruck. Die Unterschrift unter einen Zweijahresvertrag war nur noch Formsache.

 Vor gut drei Wochen war nun Trainingsauftakt. Und Martin Maier ist begeistert. „Ich bin von den Spielern und vom Umfeld gleich gut aufgenommen worden“, sagt er, „die Leute hier sind super freundlich. Jeder spricht mit jedem. Wir sind eine tolle Truppe.“ Martin Maier ist sich bewusst, dass der Sprung aus der Bezirks- in die Oberliga groß ist, doch er hat sich an das Spielniveau schnell gewöhnt. „Das Tempo ist extrem hoch. Man hat im Spiel kaum Zeit den Ball anzunehmen. Aber es macht unheimlich viel Spaß, das liegt vor allem auch am Trainer“, meint der Fußballer. Stefan Sartori ist seit einem Jahr Coach beim FCP, hat nach turbulenten Zeiten im Brötzinger Tal auf Anhieb den Aufstieg in die Oberliga geschafft und weiß, wie er mit seinen Spielern (Durchschnittsalter 22 Jahre) umzugehen hat.
 „Er ist ein lockerer Typ“, sagt Martin Maier, „aber er kann auch anders, wenn ihm etwas nicht gefällt. Wir haben viel Respekt vor ihm, er hat viel Ahnung und er bringt seine Vorstellungen super rüber.“ Doch in der Vorbereitung müssen die Jungs von Stefan Sartori kräftig ranglotzen. Viermal in der Woche bittet er sie auf den Trainingsplatz, ein Spiel steht auch immer noch auf dem Plan. „Wir machen alles mit Ball“, freut sich Martin Maier über ein attraktives Ausdauertraining, denn das ist neu für den 21-Jährigen, wie es auch die Spielerpräsentation zu Beginn der Vorbereitung im Brötzinger Tal war. Vor Pressevetretern und den Fans wurde jeder Spieler einzeln vorgestellt und kurz interviewt.
 
 Neu ist auch die Rundumbetreuung beim FCP. Zwei Physiotherapeuten stehen den Kickern ständig zur Verfügung und sorgen schon mal für eine entspannende Massage nach den harten Trainingseinheiten. „Ich muss schon was machen“, weiß Martin Maier, dessen Ziel es ist, zu den ersten Elf zu gehören. Der Kader ist groß. 26 Mann. Maiers Vorteil ist, dass er eigentlich jede Position spielen kann. Am wohlsten fühlt sich der Rechtsfuß allerdings im Mittelfeld. Sein größter Konkurrent auf diesen Platz spielt schon seit zwei Jahren in der Oberliga, doch Martin Maier ist nicht bange und gibt sich kämpferisch: „Ich werde hart an mir arbeiten.“ Seine Einsätze hat er in den Vorbereitungsspielen gehabt. Auch beim 2:0-Sieg kürzlich gegen die Stuttgarter Kickers durfte er eine Halbzeit im Mittelfeld wirbeln. „Martin ist ein sehr, sehr guter Fußballer. Gegen die Kickers hat er ein gutes Spiel gemacht“, lobt ihn sein Trainer. „Er hat es geschafft, sich dem Tempo anzupassen und wird sich weiter reinfinden.“ Martin Maier ist überzeugt: „Ich werde meine Chance bekommen und dann auch nutzen.“ Auf die bevorstehende Runde freut er sich. Vor allem auf die Derbys gegen den FC Nöttingen. Am 14. Oktober treffen beide Teams im Brötzinger Tal zum ersten Mal aufeinander.

 Vielleicht aber auch schon früher – im Hoepfner-Pokal, am 5. August, in der zweiten Runde. Dafür müssen aber beide Mannsachaften ihre Erstrundenbegegnungen gewinnen. Der Club spielt gegen Neuthard. „Das wäre ein echter Knaller“, meint der Kicker aus Illingen und erinnert sich gerne an die alten Zeiten zurück, als er im FCP-Stadion noch Eberhard Carl und Volker Rudel im Club-Dress zuschaute. Damals in der Oberliga, als noch 2000 Zuschauer das Stadion füllten. „Vielleicht wird es diese Saison ja wieder so“, sagt Martin Maier, den die Fans künftig mit der Rückennumer acht auf dem Feld begrüßen dürfen. Vom Klassenerhalt ist er überzeugt. „Die gute Stimmung im Team wird uns befügeln“, ist er sich sicher und setzt sich selbst als Ziel: „Dieses Jahr ein Stammplatz und in den kommenden Jahren noch ein, zwei Klasssen höher spielen.“

 Dieses Ziel verfolgt auch der Enzberger Michael Schrammel. Der Mittelfeldspieler spielte vergangene Runde beim Landesligisten Germania Brötzingen und will nun zwei Etagen höher Fuß fassen. „Der Sprung ist gewaltig“, weiß der 19-Jährige, „die Belastung in der Vorbereitung ist sehr hoch, ich bin froh, wenn ich mal einen Tag frei habe.“

 Sartori selbst ist auf den blonden Mittelfeldrenner aufmerksam geworden, der in der Jugend bei der Viktoria Enzberg kickte, bevor es ihn zum VfR Pforzheim und schließlich nach Brötzingen verschlug. Beim FCP muss er sich nun dem harten Konkurrenzkampf stellen. Gut möglich, dass der Club-Coach zum Rundenstart zwischen Michael Schrammel und Martin Maier entscheiden muss. In den bisherigen Testspielen gingen sich beide Kicker allerdings aus dem Weg. Schrammel spielte mehr defensiv. Maier offensiv. Auch wenn es auf dem Trainingsplatz zur Sache geht, „Martin und ich verstehen uns blendend“, so Schrammel, der seine Chancen, in der Anfangself zu stehen, gering einschätzt, aber fest an den Klassenerhalt glaubt.

 Davon ist auch Coach Sartori überzeugt, der bei der Kaderzusammensetzung darauf geachtet hat, dass keine Stinkstiefel verpflichtet wurden: „Der Zusammenhalt ist dieses Jahr noch größer als letztes Jahr“, weiß er. „Wir sind spielstark und taktisch gut geschult. Wir wollen den Fans in der kommenden Runde ehrliche Arbeit abliefern, wissen aber auch, dass durch unsere enorme Jugend Schwankungen passieren können.“ Zu den Meisterschaftsfavoriten zählt der 32-Jährige den FC Nöttingen („Vom Kader her müssen die aufsteigen“), Waldhof Mannheim und den SV Sandhausen. „Diese Teams arbeiten unter Profibedingungen, da können wir nicht mithalten, aber wir haben enormes Entwicklungspotenzial in unserer jungen Truppe.“

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