Handel findet Standort interessant

Erstellt: 27. April 2012, 23:30 Uhr
Handel findet Standort interessant Die Volkshochschule wird noch 2013 innerhalb des Mühlehofs umziehen. (Foto: Sadler)

Mühlacker. Scheinbar geht, was den Kulturbetrieb betrifft, alles seinen gewohnten Gang. Vorige Woche hat der Gemeinderat das neue Programm der Volkshochschule abgesegnet, das auch für die Saison 2012/2013 hochkarätige Aufführungen vorsieht. Allerdings macht dem Gremium der Zustand des Gebäudes, über dem ohnehin das Damoklesschwert des Abbruchs schwebt, zunehmend Sorgen.

Obwohl der Mühlehof „verlottert“, wie zuletzt mehrere Stadträte beklagten, will keiner größere Summen investieren, bevor nicht über die Zukunft des Bauwerks entschieden ist, und das soll im Lauf des Jahres passieren. 120000 Euro für die Unterhaltung sind im aktuellen Haushalt eingestellt, wobei darin auch die Kosten für die Wartungsverträge mit einfließen. Gleichzeitig geht jeder Eingriff am Mühlehof ruck, zuck ins Geld, wie Bürgermeister Winfried Abicht an zwei Beispielen verdeutlicht: Allein die Reparatur des Personalaufzugs wird auf 30000 Euro geschätzt, und bei den verrosteten Stahltüren am Gebäude handle es sich um Sondermaße: „Ersatz dafür gibt es nicht im Baumarkt.“

Der Wunsch, das Gebäude mit einem „überschaubaren Aufwand“ in Schuss zu halten, sei nicht leicht zu erfüllen, macht Abicht deutlich. „Es ist wie bei einem alten Auto. Sie können hier und da was austauschen, doch dann kommt noch das und jenes dazu.“ Am Ende könne das alte Auto den Besitzer rasch teurer kommen als ein Neuwagen, warnt der Bürgermeister.

Dass die Stadt Mühlacker für ihren Kulturbetrieb dringend einen Neuwagen in Form einer modernen Kulturhalle braucht, steht für Dr. Rainer Vögele längst außer Frage. Der Stuttgarter Projektentwickler möchte in den kommenden Wochen Nägel mit Köpfen machen. Die Vorbereitungen, die den städtischen Teil – also eine neue Stadt- beziehungsweise Kulturhalle – betreffen, seien bereits weitgehend abgeschlossen. Deshalb könnte demnächst erstmals das Projektteam zusammenkommen, in dem unter anderem Vertreter der Kommunalpolitik über die Eckpunkte einer neuen Halle diskutieren sollen. „Ich denke, dass wir vielleicht schon Mitte Mai Klarheit haben könnten, was die neue Kulturhalle betrifft“, beschreibt Vögele seinen persönlichen Zeitplan.

Gleichzeitig stimmten auch die Gespräche mit potenziellen Investoren zuversichtlich. Am Standort des Mühlehofs neben einer Stadthalle ein weiteres Gebäude für Handel und, eventuell, ein Hotel zu erstellen, sei räumlich gesehen kein Problem, betont Vögele. Auch der Standort in der Stadtmitte, am Ende der Fußgängerzone und direkt an der B10 gelegen, stoße beim Handel durchaus auf Interesse, wobei der Projektentwickler von Kontakten zu namhaften Ketten berichtet – von Kaufland über C&A bis hin zum Schweizer Bekleidungsunternehmen Charles Vögele („Nicht verwandt und nicht verschwägert“).

Berührungsängste unter den Händlern gebe es keine, hält Rainer Vögele durchaus auch mehrere neue Geschäfte unter einem Dach für vorstellbar. Etwa bis Mitte Juni, schätzt er, könnte ein Konzept für den gewerblichen Teil Konturen annehmen.

In den Gesprächen mit Vereinen und Veranstaltern in Mühlacker, stellt er auf Nachfrage fest, gebe es eine eindeutige Tendenz zu einem Abriss des Mühlehofs und einem Neubau an gleicher Stelle. Vögele: „Unterschiedliche Meinungen gibt es höchstens, was die Zeitachse betrifft.“

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