Häckselplätzen drohen Öffnungszeiten

Erstellt: 8. September 2006, 00:00 Uhr
Häckselplätzen drohen Öffnungszeiten Verbotene Ablagerung: Blaue Plastikmüllsäcke verschandeln den neu angelegten Enzberger Häckselplatz. Foto: Filitz

Eisenbahnschwellen und Gartenzaun deponiert: Sammelstellen werden oft als Mülldeponie missbraucht

Mühlacker – Müllsäcke, Metall, Teppichreste: kaum ein Müll, der nicht unerlaubt auf Häckselplätzen landet. Um Missbrauch zu verhindern, will der Enzkreis eine Öffentlichkeitsarbeitsoffensive starten. Hilft dies nichts, werden die Plätze in Zukunft vielleicht nur noch stundenweise geöffnet.

VON THOMAS SADLER
UND EVA FILITZ

Früher gab es im Enzkreis 44 Häckselplätze; in Zukunft sollen es nurmehr 28 sein – allerdings besser ausgestattet und mit einer Mulde, Anlieferungsweg und Ablagerungsfläche versehen. Herrichtungskosten: circa 400000 Euro. Zu den Plätzen, die der zuständige Enzkreis schließen möchte, gehören jene in Lienzingen und Mühlhausen, die voraussichtlich Ende 2007 eingestellt werden sollen, wie Ewald Buck, Amtsleiter Abfallwirtschaft beim Landratsamt, gestern im Gespräch mit dem MT sagte.
 Eine der neu angelegten Schnittgutsammelstellen ist die in Enzberg, unweit des Steinbruchs an der Brettener Straße. Hier können die Stücklesbesitzer ihren Baum- und Strauchschnitt ebenso abgeben wie Laub, Grasschnitt und verwelkte Blumenreste, wobei die Nichtholzabfälle in die ebenfalls neu angelegte Mulde gehören.

 Nicht erlaubt sind ganze Wurzelstöcke. Und schon gar nicht Müllsäcke und Plastiktüten. Doch solcherlei Müll werde des Öfteren auf den Häckselplätzen zurückgelassen, ärgert sich Ewald Buck. „Das ist eine Unart, die sich überall durchsetzt.“ Nicht nur, aber auch in Enzberg. Dort sei sogar schon ein „zugewachsener Gartenzaun samt Pfosten“ deponiert worden, weiß Buck.

 Ein Bürger will beobachtet haben, dass Gartenbaubetriebe oder Landschaftsgärtner hier große Mengen Schnittgut anfahren, um es kostenlos zu entsorgen. Und CDU-Stadtrat Theo Bellon moniert aus dem überfüllten Grascontainer tropfendes Sickerwasser, das für den Boden nicht gut sein könne. „Der Platz muss mehr kontrolliert werden“, fordert Bellon. Doch nicht nur in Enzberg gibt es Verstöße. Anderswo sind nachweislich Eisenbahnschwellen auf einer Sammelstelle gelandet.

 Um zu verhindern, dass die Plätze immer mehr als Abfalldeponien missbraucht werden, will das Landratsamt Enzkreis laut Ewald Buck ein Konzept zu verstärkter Öffentlichkeitsarbeit erstellen. Fruchte auch dies nichts, müsse man wohl dazu übergehen, auf den Enzkreis-Häckselplätzen Öffnungszeiten einzuführen.

 Und als nächster Schritt womöglich Gebühren, über die sich auch Nutzer ärgern würden, die sich gehorsam an diese Vorschriften halten? Wer weiß. Dies hänge auch davon ab, was politisch machbar sei, schließlich habe der Kreistag und sein zuständiger Ausschuss das letzte Wort in solchen Fragen, gibt sich Buck zurückhaltend.
 Allein schon die Einführung von Öffnungszeiten würde eine Erschwernis für die Bürger bedeuten, die auf das Angebot angewiesen sind. „Für die Leute ist es günstiger, wenn sie zu jeder Zeit kommen können“, weiß auch der Mühlacker Tiefbauamtsleiter Fritz Schick. Allerdings hätten sie sich an die Benutzungsordnung zu halten. Komme es zu einem Missbrauch, versuche die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Enzkreis, die „Störer“ zu ermitteln.

 In Ötisheim hat die Gemeindeverwaltung schon Erfahrungen mit Öffnungszeiten gesammelt. Durchweg gute, wie Bauamtsleiter Michael Rexer versichert. Die Reaktionen seien positiv. „Es hat sich noch niemand beschwert.“ Von November bis Ende März sei der eingezäunte Platz an der Bahnlinie (Richtung Waldsiedlung) an jedem Samstag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Während dieser Zeit halte sich ein Mitarbeiter der Gemeinde vor Ort auf. In den restlichen Monaten des Jahres stehe die Anlage den Nutzern an jedem ersten Samstag, ebenfalls von 10 bis 12 Uhr, zur Verfügung – wie immer unentgeltlich.

 Weitere Schnittgutstandorte, die nur zu den vorgegebenen Zeiten aufgesucht werden dürfen, gibt es zum Beispiel in Pinache und Öschelbronn. Auch sie, so Ewald Buck, würden von der Bevölkerung akzeptiert.

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