Gymnasium setzt auf Container-Klassen

Erstellt: 26. Oktober 2006, 00:00 Uhr
Gymnasium setzt auf Container-Klassen Viel los: Schon heute stößt das Mühlacker Gymnasium an manchen Tagen an seine Kapazitätsgrenzen. Foto: Franz

Mühlacker Schule platzt bald aus allen Nähten – Stadt will provisorisch helfen – Mühlehof als Alternative?

Mühlacker – Unterricht im Mühlehof? Bei der Suche nach Lösungen für ein überfülltes Theodor-Heuss-Gymnasium will der Mühlacker Gemeinderat auf Anhieb keine Möglichkeit ausschließen. Fest steht nur: Zusätzliche Räume können nur über ein Provisorium geschaffen werden. Eine teure Erweiterung der Schule, die bald aus allen Nähten platzt, schließt die Stadt aus.

VON THOMAS EIER

Von derzeit knapp 1400 Schülern soll das Mühlacker Gymnasium laut Prognose des Schulentwicklungsplans bis zum Schuljahr 2011/2012 auf einen Höchststand von 1530 anwachsen. Dabei ist das THG, wie die stellvertretende Schulleiterin Bärbel König auf Anfrage unserer Zeitung berichtet, schon heute bis an die Grenze ausgelastet. „An zwei Tagen, dienstags und donnerstags jeweils zur dritten und vierten Stunde, ist bereits kein einziger Raum im Haus mehr frei“, schildert sie die prekäre Situation. „Wenn heute der Sportunterricht einer Klasse ausfallen sollte, müssen wir sie in den Aufenthaltsraum stecken.“

 Allein die Zahl der neuen Fünftklässler am Gymnasium soll den Schätzungen nach bis ins Jahr 2010 nochmals um bis zu zwei neue Eingangsklassen ansteigen, und eine Entspannung der Lage deutet sich erst für das Schuljahr 2012/2013 an, wenn das achtjährige Gymnasium voll greift und die 13. Klassen wegfallen. Bis dahin aber braucht die Schule vier bis fünf zusätzliche Unterrichtsräume, weshalb bei der Beratung des Schulentwicklungsplans im Gemeinderat bereits Möglichkeiten für eine räumliche Ergänzung ins Spiel gebracht wurden. Richard Cassutti, Leiter des Amtes für Bildung und Kultur, erinnerte daran, dass sinkende Schülerzahlen in der Ulrich-von-Dürrmenz-Schule die Chance bieten könnten, Klassen aus dem Gymnasium vorübergehend dorthin auszulagern. Eine ganz andere Idee hatte CDU-Fraktionschef Günter Bächle, der als Ausweichmöglichkeit leer stehende Räume im nahe gelegenen Mühlehof ins Gespräch brachte.

  „Wir wollen“, stellte Bächle grundsätzlich fest, „keine Schüler abweisen.“ Das THG, stimmte Harald Töltl für die SPD zu, sei schulisches Aushängeschild der Stadt und brauche eine entsprechende Ausstattung. „Wir hoffen schließlich darauf, dass Schüler von außerhalb kommen, die der Stadt auch danach verbunden bleiben.“

 Die Sprecher aller Fraktionen, auch Rolf Leo von den Freien Wählern und Klemens Köberle von der LMU, schlossen einen teuren Anbau für das THG kategorisch aus. „Wir hätten zwar nichts dagegen“, zeigt Bärbel König Verständnis für die Haltung der Stadt, „aber wir sind realistisch.“ Erste Alternative aus Sicht der Schule ist deshalb eine Containerlösung direkt auf dem Schulgelände. Auch eine Entlastung durch den Saal der Feuerwache, wo bereits Abiturprüfungen stattfinden, liegt für die Schulleitung noch im Bereich des Möglichen. „Was wir unbedingt brauchen“, fasst die Stellvertreterin von Schulleiter Thomas Mühlbayer zusammen, „ist eine räumlich nahe Lösung.“ Einen Pendelverkehr in Richtung Ulrich-von-Dürrmenz-Schule oder Schillerschule schließt König aus. „Das wäre nur machbar, wenn ein Lehrer dort den ganzen Tag mit seiner Klasse verbringen würde“, erklärt sie, „weil bei uns aber die Fachlehrer von Stunde zu Stunde wechseln, sind die Wege zu weit.“

 Am Gymnasium hoffen Schulleitung, Lehrer, Schüler und Eltern nun auf eine praktikable Lösung des Raumproblems. Schon heute, informiert die dafür zuständige Bärbel König, erfordere die Ausarbeitung der Stundenpläne extremes Kopfzerbrechen und leide unter den beengten Verhältnissen. „Ab Klasse 11 haben wir heute schon nur noch Wanderklassen ohne festes Klassenzimmer. Auch bei den Fachräumen sind wir an der Grenze.“ Zunehmend beengt, befürchtet König, könnten sich bei wachsender Klassen- und damit Lehrerzahl aber auch die Pädagogen fühlen: „Im Lehrerzimmer haben die Praktikanten schon heute keine eigenen Plätze mehr.“

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