Grundschule zeigt Alterserscheinungen

Erstellt: 28. Februar 2008, 00:00 Uhr
Grundschule zeigt Alterserscheinungen Die Fenster im Altbau der Grundschule sind sanierungsbedürftig. Die Schüler haben trotzdem gute Laune. Foto: Sadler

Architekt sieht zum Teil dringenden Sanierungsbedarf – Gemeinderat zieht Entscheidung zurück

Mühlacker-Lienzingen – An der betagten Lienzinger Grundschule besteht dringender Sanierungsbedarf. Das Problem: Eine kurzfristige Abhilfe ist nicht einfach, weil im erst kürzlich verabschiedeten Haushalt 2008 nur wenig Geld dafür zur Verfügung steht.

VON THOMAS SADLER

Das Hauptgebäude der Lienzinger Grundschule wurde 1958 errichtet und 1995 durch einen Anbau erweitert. „Bedingt durch Alter und Abnutzung entwickelt sich insbesondere im Altbau ein zunehmender Sanierungsbedarf“, stellt das städtische Grundstücks- und Gebäudemanagement fest. Mittlerweile erreichten die Verfalls- und Abnutzungserscheinungen zum Teil „ein kritisches Stadium“. Das bedeutet: Es muss gehandelt werden, um irreparable Schäden an der Bausubstanz zu vermeiden.
 Der mit einer genauen Untersuchung des Reparaturbedarfs beauftragte Architekt sieht zum Teil dringenden Sanierungsbedarf. So sollten nach seiner Einschätzung die Holz-Verbund-Fenster in der Schule noch in diesem Jahr gestrichen werden, um gravierende Schäden am Holz zu verhindern. Ebenfalls 2008 benötigten der Raum der Zweitklässler im Erdgeschoss und ein Teil des Vordaches am Nordeingang einen frischen Anstrich.

 „Baldmöglichst“, meint der Architekt in seinem Befund, sollten verschiedene fällige Dacharbeiten in Angriff genommen werden. Die „Restlebensdauer“ der Tonziegel, die aus dem Jahr 1958 stammen und von denen einige beschädigt sind, schätzt er auf zehn bis 15 Jahre.

 „Spätestens in den nächsten drei Jahren“, so der Planer, müssten Instandhaltungsmaßnahmen zu Substanzerhaltung und optischer Aufwertung vorgenommen werden. Weil die Ostseite des Gebäudes Feuchtigkeit aufweist, sollte hier eine Außenwandabdichtung mit Drainage angebracht werden. In drei Klassenzimmern und einem Kursraum im Obergeschoss gelte es, die Parkettbeläge abzuschleifen und neu zu versiegeln. Außerdem hätten die Türen der Klassenzimmer einen neuen Anstrich nötig. Damit nicht genug: Nach einer Deinstallation der Sanitärobjekte im „alten Badhaus“ sei eine Sanierung der zum Teil von Schimmel befallenen Wand- und Bodenflächen erforderlich. Im Übrigen sollte zusammen mit der Erneuerung der Heizkörper im Altbau die Wärmedämmung der Heizkörpernischen verbessert werden. Das Grundstücks- und Gebäudemanagement spricht in diesem Zusammenhang sogar von einem „Verletzungsrisiko durch im Schulbereich nicht mehr zulässige Heizkörper“.

Kritik aus Gemeinderat: „Das ist Lottospielen“

Allein die dringenden Sanierungen einschließlich der Dacharbeiten kosten rund 46400 Euro. Etwa 67700 Euro fallen für Instandhaltungsmaßnahmen an und fast 200000 Euro für die Erneuerung der haustechnischen Installationen. Hinzu kommen die Ausgaben für den vorgeschriebenen Brandschutz. 19600 Euro sind noch aus dem Jahr 2007 verfügbar; weitere 21000 Euro werden benötigt. Die Umsetzung aller Maßnahmen kostet über 350000 Euro. Die Stadtverwaltung schlug dem Gemeinderat am Dienstag vor, im Haushalt 2009 Mittel für Brandschutz und dringende Reparaturen einzustellen. Doch reicht das? Wenn die Sanierungen wirklich so dringend seien, wie der Architekt es darstelle, müssten manche Maßnahmen eigentlich schon im laufenden Jahr durchgeführt werden, gab FDP-Chef Frank Schneider zu bedenken. „Der Haushalt 2008 ist vor zwei Wochen verabschiedet worden, und schon geht’s weiter“, stöhnte LMU-Sprecher Klemens Köberle. „Das ist Lottospielen.“ Um „ein Tohuwabohu im Wahljahr 2009“ zu vermeiden, müsse der Gemeinderat sich auf eine neue Prioritätenliste einigen, in der festgelegt wird, welche Gebäudevorhaben am wichtigsten sind.

 Dass das Gremium die Sitzungsvorlage mit den Informationen zum Zustand der Grundschule erst nach den Haushaltsberatungen erhalten habe, obwohl die Informationen längst vorlägen, kritisierte CDU-Fraktionsvorsitzender Günter Bächle. „Das ist langsam ein Witz“, meinte er, ließ aber durchblicken, dass ihm nicht zum Lachen zumute war. Peter Marx (SPD), obwohl Lienzinger, sprach sich dafür aus, die Sanierung der Lienzinger Grundschule aus finanziellen Gründen erst 2009 anzugehen. Rolf Leo (FW) fand, es müsse nicht alles auf einen Schlag gemacht werden, und schlug vor, die Entscheidung darüber, wann was saniert wird, zurückzustellen.

 Vor einer weiteren Beratung soll die Verwaltung nun erst mal prüfen, ob die für das Allerdringendste nötigen 46400 Euro aus allgemeinen Unterhaltungsmitteln abgezweigt und finanziert werden können. Falls nicht gibt es zwei Möglichkeiten: entweder ein Etatnachtrag für 2008 – oder eine Sanierung erst im nächsten Jahr.

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