Großglattbach taumelt in Richtung B-Liga

Erstellt: 31. März 2008, 00:00 Uhr
Großglattbach taumelt in Richtung B-Liga Gedanklich sind die Spieler des TSV Großglattbach (rote Trikots) immer wieder einen Schritt zu langsam. Foto: Eigner

Mutloses 0:1 auf eigenem Platz gegen wenig engagierten Spitzenreiter Vaihingen.

Mühlacker-Großglattbach – Einen glanzlosen Auswärtssieg hat der VfB Vaihingen beim TSV Großglattbach gelandet. Im Duell des Schlusslichts gegen den Spitzenreiter der Kreisklasse A 3 boten die beiden Mannschaften nur wenig ansehnlichen Fußball.

VON STEFFEN-MICHAEL EIGNER

Ja, der VfB Vaihingen war die bessere Mannschaft. Der Tabellenführer der Kreisliga A 3 hatte die technisch besseren Einzelspieler auf dem Platz. Doch überlegen? Gar übermächtig? Nein. Gegen diesen Gast wäre für den TSV Großglattbach ein Punkt drin gewesen, wenn er denn gewollt hätte. Doch der Wille, sich für den Erfolg zu zerreißen, sich reinzuhauen in das Spiel, war beim Tabellenletzten nicht zu erkennen. Dabei hätte Großglattbach doch jeden Punkt im Kampf um den Klassenerhalt bitter nötig. Stattdessen präsentierte sich die Heimelf mut- und einfallslos, beschränkte sich erst einmal lediglich darauf, das gegnerische Angriffsspiel zu zerstören. Das gelang den Großglattbachern auch recht gut, zumal auch der Spitzenreiter aus Vaihingen von der Frühjahrsmüdigkeit befallen schien. Der VfB tat im Spiel nach vorne nicht übermäßig viel, und schon gar nicht mit Tempo und Zug zum Tor.

 So erkämpfte sich die Großglattbacher Defensive zwar immer wieder das Leder, doch dann schien die Mannschaft auch mit ihrem Latein bereits am Ende zu sein. Gedanklich zu langsam, das Passspiel reichlich ungenau, der überaus holprige Fußballacker tat ein Übriges – so machten sich die TSV-Akteure im Spiel nach vorne selbst das Leben schwer. Viel zu lange brauchte der jeweils Ballführende, das Leder anzunehmen und zu kontrollieren. So stand ihm meist ein Vaihinger auf den Füßen, noch bevor er sich entschlossen hatte, was mit dem Ball nun anzufangen sei.

 Dazu kam, dass die Großglattbacher bei eigenen Angriffen nicht nachrückten. Symptomatisch zwei Szenen. Einmal Mitte der ersten Halbzeit: Großglattbach im Angriff, Spielmacher Andreas Geiger führt das Leder auf der linken Außenbahn, wird bedrängt von drei Vaihingern. Hilfe seiner Mitspieler – Fehlanzeige. Keiner fühlt sich berufen, aus dem defensiven Mittelfeld in die Schaltzentrale nachzurücken, um sich Geiger als Anspielstation anzubieten. Stattdessen klafft im offensiven Mittelfeld ein riesiges Loch. Zweites Beispiel in Halbzeit zwei. Abermals Großglattbach im Angriff, der Ball ist bereits in der gegnerischen Hälfte, doch die Viererkette des TSV schlendert gemeinsam gemütlich auf Höhe der eigenen Strafraumgrenze. Zu den Vorderleuten klafft ein Loch von mehr als 30 Metern. Die mühen sich zu sechst vergeblich, eine Lücke in der zu elft verteidigenden VfB-Mannschaft zu finden.

 Das Spiel wäre vermutlich torlos ausgegangen, hätte nicht Uwe Prohaska bereits nach einer Viertelstunde Spielzeit eine flache Hereingabe mit dem Fuß unglücklich ins eigene Netz abgelenkt. Dominik Deutschbein im Tor des TSV Großglattbach war bei dem Gegentor machtlos. Er war noch der beste Akteur auf dem Platz und bewahrte seine Mannen während einer kurzen Drangphase der Gäste um die 70. Spielminute mit drei, vier Glanzparaden vor einem höheren Rückstand.

 Seine Mitspieler hingegen schienen sich früh mit der Niederlage abgefunden zu haben. Ruhig, zu ruhig agierten sie insbesondere während der zweiten Halbzeit. Keiner, der mal seine Kameraden angefeuert und mitgerissen hätte. Lediglich Trainer Martin Weeber an der Seitenlinie forderte mit zunehmender Spieldauer lautstark nach Einsatz, fand damit aber bei seinen Spielern wenig Gehör. „Mensch Heiko, geh vor und hau ihn rein“, wollte Weeber alles nach vorne werfen, als sich kurz vor dem Spielende Uwe Prohaska den Ball an der Mittellinie zum Freistoß zurecht legte. Doch der angesprochene Heiko Migulla quittierte die Aufforderung seines Trainers nur mit einem lustlos-resignierenden Gesichtsausdruck und trabte weiter gemächlich am Mittelkreis.

 Auf diese Weise taumelt der TSV Großglattbach am Tabellenende der Kreisliga A weiter dem Abstieg entgegen. Unaufhaltsam, wie es scheint. Immerhin: Der Rasen hat bereits jetzt B-Liga-Niveau.

Tore: 0:1 Prohaska (15., Eigentor)

TSV Großglattbach: Deutschbein, Krauth, Gläser, Schöttle, Migulla, Prohaska, Kurfiß (68. Rank), Gille, Bögelsack, Geiger (73. Gerhart), Trzeciak

VfB Vaihingen/Enz: Richter, Anastasiou, Maggio, Lindauer, Martines, Coric, De Sousa, Licht (77. Blimundo), Carta, Stanic, Elezoj (56. Gjinovic)

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