Großes Interesse an Lienzinger Geschichte

Erstellt: 12. Juli 2012, 23:30 Uhr
Großes Interesse an Lienzinger Geschichte Andreas Butz, die Mühlacker Stadtarchivarin Marlis Lippik und Professor Konrad Dussel (hinten v. re.) leiten das Projekt zur neuen Lienzinger Ortschronik.

Mühlacker-Lienzingen. Auf ein überraschend großes Echo ist der Aufruf von Stadtarchivarin Marlis Lippik gestoßen, sich an der Erstellung einer Chronik über den, wie schriftlich nachgewiesen ist, ältesten Stadtteil Mühlackers zu beteiligen. Am Mittwoch trafen sich rund 20 Mitstreiter zu einer ersten Vorbesprechung im evangelischen Gemeindehaus.

Lienzingen wurde 766 erstmals urkundlich erwähnt, und zur 1250-Jahr-Feier im Jahr 2016 soll eine neue Ortschronik erscheinen. Dafür versicherte sich Stadtarchivarin Lippik der Dienste zweier Experten, die schon die Geschichte Enzbergs, Lomersheims und Großglattbachs auf jeweils rund 250 Seiten niederschrieben. Diesen Umfang soll auch die Chronik von Lienzingen erhalten, erklärte Professor Konrad Dussel, der zusammen mit Andreas Butz und der Stadtarchivarin das Projekt leitet. Die Ehrenamtlichen, die sich am Mittwoch vorstellten, führten unterschiedliche Motivationen für ihre Mitarbeit an, und der bunt gemischte Kreis bestand beileibe nicht nur aus Lokalpatrioten. Zu den gebürtigen Lienzingern gesellten sich mehrheitlich an dörflicher Geschichte Interessierte, die in den vergangenen Jahrzehnten in Lienzingen heimisch wurden oder auch gar nicht im Ort wohnen. Die Faszination, alte, in der sogenannten Sütterlinschrift verfasste Dokumente zu entziffern, in Archiven zu stöbern oder sich auf die Suche nach historischen Fotos und Geschichten über Persönlichkeiten zu machen, ihr berufliches Fachwissen und die Bereitschaft, sich in irgendeiner Form für die Erstellung der Ortschronik einzubringen, führte sie bei dem Treffen zusammen. „Ein solches Projekt braucht seinen Vorlauf“, sagte Dussel über die fast vier Jahre währende Arbeit bis zur Fertigstellung. Es sei illusorisch zu glauben, man könne es in einem Jahr schaffen.

Die letzte Ortschronik von Lienzingen stammt aus dem Jahr 1970. Sie ist, so Lippik, schon seit Längerem vergriffen, naturgemäß nicht auf dem aktuellen Stand und soll auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Dorfgeschichte und -entwicklung beinhalten.

Als Nächstes vereinbarte die Stadtarchivarin mit den Ehrenamtlichen eine Führung durch das Archiv, und im Herbst werden sich die Experten mit den Hobbyforschern das nächste Mal treffen.

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