Glaubensgemeinschaft öffnet ihre Tore

Erstellt: 25. September 2006, 00:00 Uhr
Glaubensgemeinschaft öffnet ihre Tore Hoch hinaus ging’s beim Tag der offenen Tür für die Jugend. Foto: Stahlfeld

Tag der offenen Tür bei der Christlichen Gemeinde in Dürrmenz – Misstrauen abbauen

Mühlacker – Mehrere hundert Besucher erwarteten gestern die Mitglieder der Christlichen Gemeinde in Dürrmenz bei ihrem Tag der offenen Tür. Ein besonderes Anliegen der Gastgeber war es, den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, wer sich hinter dieser Glaubensgemeinschaft verbirgt. „Wir sind offen“, so der Vorsitzende Johannes Schmechel.

VON ULRIKE STAHLFELD

Er zeigte volles Verständnis dafür, dass die Glaubensgemeinschaft, als sie im Jahre 2002 auf der Suche nach größeren Räumlichkeiten in Dürrmenz fündig wurde, zunächst misstrauisch beäugt wurde. In Eisingen, dem bisherigen Sitz, habe ein über Jahrzehnte gewachsenes Vertrauensverhältnis bestanden. Schmechel: „Die Skepsis in Dürrmenz kann man verstehen.“

 Das Fremde lege sich mit der Zeit, gab er sich optimistisch. Inzwischen habe man zu vielen Bürgern und Geschäftsleuten gute Kontakte. Und auch der Kreis der Mitglieder komme längst nicht mehr nur aus dem Raum Eisingen, sondern auch aus Dürrn, Pinache, Perouse, Pforzheim und Mühlacker.

 Der Christlichen Gemeinde in Dürrmenz gehören laut Schmechel rund 240 Personen an. Der Anteil der Kinder und Jugendlichen liege bei rund 50 Prozent. Der Vorsitzende: „Wir sehen unsere besondere Verantwortung darin, diese jungen Menschen durch die praktizierte Gemeinschaft mit Jung und Alt zu einem gesunden Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren Mitmenschen und unserem Staat anzuleiten.“ An die Kinder und Jugendlichen war gestern nicht nur beim Programm gedacht worden, das mit zahlreichen Aktivitäten im Freien aufwartete. Bei strahlendem Sonnenschein sprang der der Nachwuchs auf der Hüpfburg, ritt auf dem Pony, warf Dosen, sprang in die Lüfte oder ließ sich schminken. Wie sehr den Mitgliedern die Nachwuchsarbeit am Herzen liegt, zeigte auch ein Blick in den im Dezember 2005 fertiggestellten Saal, der gleichzeitig als Raum für den Gottesdienst und als Sporthalle für eben die Jugend genutzt wird. Es handelt sich nach Angaben von Schmechel um einen ersten Bauabschnitt. Bislang sei nur ein Viertel der rund 2000 zur Verfügung stehenden Quadratmeter in der ehemaligen Fabrikhalle in der Herrenwaag 39 ausgebaut. Der weitere Ausbau sei auch eine Frage des Geldes, wie er einräumte. In den 40 Jahren, in denen die Gemeinde in Eisingen zu Hause gewesen sei, habe man mit einem eigenen Vereinsheim einen gewissen finanziellen Grundstock aufgebaut. Zumal das Gebäude an die Gemeinde verkauft wurde. Weitere 1,5 Millionen Euro seien bislang als Fremdkapital aufgenommen worden. Umgerechnet rund 500000 Euro hätten die Mitglieder in 16000 Arbeitsstunden an Eigenleistung bislang in das Bauprojekt eingebracht. Weitere Investitionen müssten vorerst warten.

 „Wir leben nur von den Spenden der Mitglieder“, betonte der Vorsitzende der Glaubensgemeinschaft, die sich als Teil der Freien evangelischen Kirche sieht. „Wir haben einen evangelischen Hintergrund“, so Schmechel. Die Gemeinsamkeiten mit den Protestanten seien größer als die Unterschiede.

 Dennoch gehe man eigene Wege, weil der Christlichen Gemeinde die Umsetzung in das praktische Leben sehr wichtig sei. Schmechel: „Es geht darum, die christlichen Inhalte in den Alltag zu bekommen.“ Dazu gehört auch, wie der zweite Vorsitzende Gunter Schmidt hervorhob, dass die Glaubensgemeinschaft keine angestellten, bezahlten Prediger habe. Statt dessen freue man sich um so mehr über zahlreiche aktive Mitglieder. Der Infotag war eine Gelegenheit, die Ziele kennenzulernen.

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