Gläserne Produktion im Zeitraffer

Erstellt: 30. Mai 2011, 00:00 Uhr
Gläserne Produktion im Zeitraffer Reinfassen verboten: Klaus Dobler (2. v. re.) von der Störrmühle zeigt, wie Korn gewalzt wird.

Erzeuger aus Knittlingen zeigen den Weg vom Korn zum Brot – Werbung für Nahrungsmittel aus der Region

Weizen, Walzen, Erdbeerkuchen – den Weg vom Korn zum Endprodukt konnten die Besucher bei der Gläsernen Produktion am Sonntag im Zeitraffer verfolgen. Ganz ohne Stress ließen sich der Biohof Blanc, die Störrmühle und die Bäckerei Reinhardt im kostenlosen Shuttle-Bus er-fahren.

Von Isabel Hansen

 Knittlingen. Bei der Rundfahrt über die Felder des Bio-Bauernhofs Blanc in Kleinvillars konnten die Eltern und Kinder den Weizen wachsen sehen. „Je nach Bodenbeschaffenheit ist er jetzt zwischen 20 Zentimeter bis knapp einen Meter hoch“, erläutert Betriebsleiter Thomas Blanc. Bei der Frage, wer später was zu fressen bekommt, muss der der sechsjährige Paul Goll nicht lange überlegen: „Auf einem Acker wachsen Hafer und Getreide. Der Hafer ist für die Pferde, das Getreide für die Menschen. Daraus wird Mehl und Brot gemacht.“ Heute bestätigt die Ausnahme allerdings die Regel –  zum Kummer von Blanc. „Es ist so trocken, dass der Klee nicht nachwächst. Deshalb müssen wir Sommergetreide, das wir sonst verkaufen würden, an die Tiere verfüttern.“

 Und Tiere sind auf einem ordentlichen Bauernhof schließlich das Wichtigste. Da sind sich Paul Goll (6), seine Schwester Luna (4) und die sechsjährige Amelie Vischer sofort einig. Ponyreiten auf richtig großen Pferden, Schweine anschauen oder die ultimative Mutprobe –  Kühe mit großen Hörnern streicheln und füttern –  über Langeweile muss sich niemand beklagen.

 Vom Korn zum Mehl: Schon ein Blick in die schnell drehenden Walzen der Knittlinger Störrmühle, die das Getreide zerkleinern, macht die Warnung „Laufende Maschinen –  nicht reingreifen“ fast schon überflüssig. Weiter geht es über die steile Holztreppe ins nächste Stockwerk, wo der rüttelnde Plansichter das Mahlgut nach Korngröße sortiert, wo die Grießputzmaschine letzte Schalenreste entfernt und wo der Filter die Luft vom Feinstaub befreit.

 Fragen müssen bis zum Ausgang warten. „Ich war zum ersten Mal in einer Mühle. Dass es hier so laut ist, damit habe ich nicht gerechnet“, ist die elfjährige Anna-Maria Steinhilper überrascht von dem Lärmpegel. Auch Mutter Michaela ist beeindruckt: „Die Dimensionen der Maschinen sind schon riesig.“

 Vom Mehl zum Brot: In der Backstube der Bäckerei Reinhardt konnten die Besucher der Gläsernen Produktion sich in die hohe Kunst des Knetens einweisen lassen und bekamen zahlreiche Ratschläge zu Verarbeitung und Qualitätsbeurteilung Trotz der Schnupperstunde muss Bäcker Martin Reinhardt keine Konkurrenz fürchten. Was er aus rund 90 Kilo Mehl und 65 Kilo Erdbeeren gemacht hat, konnte sich nicht nur sehen, sondern auch riechen und erst recht schmecken lassen. Der Riesen-Erdbeerkuchen mit dem Gardemaß von 1,60 Meter auf 2,80 Meter schrumpfte im Eiltempo. Zur Freude von Marcus Tuschter und Andreas Domes vom Förderverein Freibad Knittlingen, die am Sonntag als Kassierer und Schnittmeister wirklich alle Hände voll zu tun hatten. Der Erlös aus der süßen Aktion geht als Spende an den Verein. Da kann dann auch Bürgermeister Heinz-Peter Hopp nicht Nein sagen und verdrückt eine Kalorienbombe. „So ein Freibad fördert auch die Volksgesundheit“, stellt der Schultes sich dabei natürlich ganz in den Dienst der Bürger.

 Um ein aktuelles Gesundheitsthema macht sich indes Thomas Goll keine Sorgen: „Vor Ehec-Keimen habe ich keine Angst. Meine Frau kauft regelmäßig im Hofladen ein. In die regionalen Erzeugnisse habe ich Vertrauen.“

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