Geschenkumtausch kann teurer werden

Erstellt: 29. Dezember 2006, 00:00 Uhr
Geschenkumtausch kann teurer werden Umtauschzeit: Informationselektroniker Steffen Hafner von Anthoni und Don mit einer Kundin. Foto: Sadler

Allerdings: Viele Artikel sollen nach dem Jahreswechsel im Preis nicht steigen – MT-Umfrage im Einzelhandel

Mühlacker/Pforzheim – Nachweihnachtszeit – Umtauschzeit. Doch wer zu spät umtauscht, den bestraft unter Umständen die zum 1. Januar greifende Mehrwertsteuererhöhung von 16 auf 19 Prozent. Einen Trost gibt es immerhin: Viele Produkte werden laut Einzelhandel 2007 nicht teurer.

VON THOMAS SADLER

Auch im Mühlacker Kaufhaus Sämann bleiben zahlreiche Waren im Preis konstant. Durch „Lieferantengespräche“ und „Kooperationen“ habe man verhindert, dass durchweg alles teurer werde, als dies nach dem Jahreswechsel tatsächlich der Fall sein wird, sagt Klaus Sämann von der Geschäftsleitung des Kaufhauses. Erst mal ändere sich für die Kunden nicht viel. Allerdings sei davon auszugehen, dass im Frühjahr verschiedene Artikel, hauptsächlich Elektrowaren, preislich anziehen.
 „Am 1. Januar wird fast nichts teurer“, versichert Gerhard Steegmaier, Inhaber des Mühlacker Spielwarengeschäfts Roller, auf MT-Anfrage. Manche Artikel seien schon während des zu Ende gehenden Jahres im Preis gestiegen, manches sei hingegen sogar billiger geworden. Dies liege zum Beispiel daran, dass mehr als die Hälfte der Spielwaren in China zu niedrigen Produktionskosten hergestellt würden. Manche Produkte werden im neuen Jahr allerdings doch kostspieliger – „um drei bis fünf Prozent“, schätzt Steegmaier. Dies liege aber weniger an der steigenden Mehrwertsteuer als an nach oben kletternden Löhnen und Gehältern sowie zunehmenden Metallpreisen.

 Pech für die Kunden: Wer ein Weihnachtsgeschenk, das den Geschmack des Beschenkten nicht getroffen hat, erst nach dem Jahreswechsel zurückgibt und ein anderes Spielzeug kaufen will, der muss wohl oder Übel den aktuellen Preis für den Ersatz zahlen. Und der liegt dann womöglich höher als noch kurze Zeit vorher.
 Der Umtausch sei ein Neukauf, für den der ab 2007 geltende Preis zu zahlen sei, findet auch Helmut Anthoni vom Senderstädter Hifi-Fachgeschäft Anthoni und Don. Allerdings, tröstet er seine Kunden schon vorab, werde kaum etwas in seinem Laden teurer. „Wir haben keine neuen Preislisten und zeichnen auch nicht nach oben aus.“ Bei den Hifi-Modellen sei die Preissteigerung schon 2006 eingerechnet gewesen, und kostspieligere Produkte wie Fernsehgeräte dürften preislich mehr oder weniger konstant bleiben. Grundsätzlich würden Elektronikprodukte ohnehin eher günstiger als teurer.

 Wie in anderen Einzelhandelsgeschäften sind auch bei Anthoni und Don gleich nach Weihnachten Kunden erschienen, die irrtümlich gemachte „Doppelgeschenke“ zurückgeben wollten. Dabei handle es sich gewöhnlich nicht um große Anlagen, sondern um kleinere Erzeugnisse wie beispielsweise MP3-Player.
 Gekauft werde indes auch jetzt, also nach der klassischen Schenkzeit. Gründe: Zum einen, weiß Helmut Anthoni, hätten zurzeit viele Menschen Urlaub, und zum anderen verfügten viele über Geld, das sie zu Weihnachten bekommen haben. „Außerdem erhalten wir zurzeit viele Reparaturaufträge“, ergänzt er. Klar, über die Feiertage liefen die TV-Geräte in vielen Wohnzimmern pausenlos…

 Bei der Galeria Kaufhof in Pforzheim bekomme ein Kunde, der seinen Weihnachtseinkauf nicht brauchen kann, den Betrag zurück, den er dafür bezahlt hat. Freilich: Erwerbe er etwas Neues, müsse er ab Anfang Januar eben die inbegriffenen 19 Prozent Mehrwertsteuer mitbezahlen, sagt Geschäftsführer Carl-Josef Dreker. Haben die Kaufhof-Kunden mit einem Preisanstieg zu rechnen? „Das wird sich nicht ganz vermeiden lassen“, meint Dreker, fügt aber hinzu, man werde dabei „moderat“ vorgehen. Der Kaufhof-Chef befürchtet indes nicht, dass sich das Kaufverhalten der Kunden wesentlich ändern wird – so gravierend seien die drei Prozent mehr Mehrwertsteuer dann doch nicht.

 Keine Angst davor, dass sie wegen der Mehrwertsteuer tiefer in die Tasche greifen müssen, brauchen derweil Leseratten zu haben. Der ermäßigte Mehrwertsteuersatz für Bücher bleibe weiterhin bei sieben Prozent, so Carola Goll von Buch-Elser in der Mühlacker Bahnhofstraße.

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