Gerettete nicht kurz vor dem Ufer ertränken

Erstellt: 18. Februar 2008, 00:00 Uhr
Gerettete nicht kurz vor dem Ufer ertränken Jan Schulzek mit einem Auftriebskörper auf dem schnellsten Weg zum Ertrinkenden. Im Ernstfall zählt für die Rettungsschwimmer der DLRG jede Sekunde. Foto: Küppers

Die DLRG legt bei Bezirksmeisterschaften den schlimmstmöglichen Fall zu Grunde

Mühlacker – Etwa 160 Rettungsschwimmer aus der Region haben am Wochenende im Mühlacker Hallenbad ihre Bezirksmeisterschaften ausgetragen. Die Aktiven zeigten, dass sie nicht nur schnell schwimmen können, sondern auch die wichtigsten Handgriffe zur Rettung Ertrinkender beherrschen.

VON RALPH KÜPPERS

„Die DLRG macht unter anderem Wachdienste an Nord- und Ostsee. Jetzt bilden wir gerade einige Strömungsretter aus, die speziell für die Gefahren in fließenden Gewässern geschult werden“, erläuterte die Bezirksvorsitzende Ingrid Lehr-Binder am Rand der Großveranstaltung die Bedeutung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. „Wir kümmern uns auch um die Ausbildung und Aufklärung, also beispielsweise mit Schwimmkursen und Hinweisen auf Gefahren im und am Wasser“, so Lehr-Binder. Am Wochenende zeigten die Retter ihr Können im sportlichen Wettbewerb. Hierzu waren die Abläufe, die bei der Rettung aus dem Wasser nötig sind, standardisiert worden, um die Leistung der Teilnehmer besser vergleichen zu können.

 In erster Linie ging es darum, schnell zu schwimmen, dabei mit Hindernissen zurecht zu kommen und die korrekte Rettung zu zeigen, beispielsweise mit Hilfe des so genannten Gurtretters. Das ist ein Auftriebskörper, der mit einem Riemen am Rettungsschwimmer befestigt wird. „Oft ist es so, dass jemand zu erschöpft ist, um aus eigener Kraft an Land zu kommen. Wenn wir ihm aber einen Auftriebskörper bringen, kann er sich manchmal noch daran festklammern und wir können ihn auf diese Weise leichter an Land holen“, erklärt die Vorsitzende. Am rettenden Ufer angekommen, ist die Arbeit für die Helfer von der DLRG längst nicht beendet. Je nach Zustand des Geretteten kann es sein, dass Verletzungen, Unterkühlung, oder Sonnenstich behandelt werden müssen.

Auch Wiederbelebung gehört zum Wettbewerb

Bei den Meisterschaften im Hallenbad ging man gleich vom schlimmsten Fall aus: Nach der Rettung mussten die Teilnehmer zeigen, dass sie auch die Herz-Lungen-Wiederbelebung beherrschen. Hierzu waren in den Katakomben des Hallenbads entsprechende Übungspuppen aufgebaut und mit Messgeräten verkabelt, die den Erfolg oder Misserfolg der Wiederbelebungsmaßnahmen anzeigten.
 Andere Puppen lagen im großen Schwimmbecken bereit und mussten von den Teilnehmern möglichst schnell aus dem Wasser geholt werden. Dabei war zu beachten, dass bei aller Eile das Gesicht des zu Rettenden über der Wasseroberfläche blieb, um den Patienten nicht im letzten Moment beim Retten zu ertränken. Das klingt zwar einfach, ist es jedoch nicht.

 Am Samstag zeigten die DLRG-Rettungsschwimmer aus Mühlacker, Niefern, Pforzheim, Ispringen, Kämpfelbach und Birkenfeld ihr Können mannschaftsweise, gestern standen Einzelwettkämpfe auf dem Programm. Über die Ergebnisse berichten wir in einer der folgenden Ausgaben.

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