Gemeinsame Leitstelle kann starten

Erstellt: 29. Juli 2010, 00:00 Uhr
Gemeinsame Leitstelle kann starten Die Vereinbarung zwischen DRK, Stadt und Enzkreis über eine Integrierte Leitstelle. Vorn von links Landrat Karl Röckinger, Oberbürgermeister Gert Hager, DRK-Vorsitzender Prof. Wolfgang Kramer, dahinter Landrat-Vize Wolfgang Herz, Erster Bürgermeister Roger Heidt, und stellvertretender DRK-Kreisgeschäftsführer Roland Peyer. Foto: Kollros

Ab 2012: Feuerwehr und Rotes Kreuz sitzen in einem Raum – Vertrag unterzeichnet

Alle Protagonisten sprachen von einem „Tag großer Freude“: Gestern haben die Verwaltungschefs der Stadt Pforzheim, des Enzkreises und des DRK-Kreisverbands den Vertrag über eine integrierte Leitstelle unterzeichnet.

Von Norbert Kollros

Pforzheim/Enzkreis. Im ersten Halbjahr 2012 soll dieses Instrumentarium zur Hilfe in allen Notlagen in Betrieb gehen.
 
Zehn, 15 Jahre verstrichen, bis der gestrige Tag Realität werden konnte. Unterschiedliche Standpunkte, insbesondere zwischen Rotem Kreuz und Pforzheimer Berufsfeuerwehr, die bislang jeweils eigene Leitstellen unterhalten, sorgten für einen steinigen Weg bis zum „Durchbruch“, den Stadt und Enzkreis dann Anfang dieses Monats öffentlich verkündeten – noch ehe indes die politischen Gremien ihren Segen dazu gegeben hatten.

 Nachdem der Rohbau bereits steht – die Leitstelle zieht in einen Neubau der Stadtwerke Pforzheim am Sandweg in Brötzingen ein – geht es laut dem DRK-Kreisvorsitzenden nun darum, der Bevölkerung ein Optimum für ihre Grundsicherung, die nicht zur polizeilichen Gefahrenabwehr gehört, zu bieten. Heute könne man bestätigen, dass die Verhandlungen zwischen den drei Partnern „auf Augenhöhe“ zu Ende gebracht worden seien und das Ergebnis „ausschließlich dem Bürgerinteresse dient“.

 Es muss ein zähes Ringen hinter den Kulissen gegeben haben, „jeder hat seine Standpunkte vertreten“, so Kramer – und teilweise wohl auch darauf beharrt haben, denn, wie Kramer gestern einräumte, habe es die kommunale Seite mit ihm nicht immer leicht gehabt, und er bat darum, „es mir nicht nachzutragen“. Es war ein „spannender und gleichzeitig kontroverser Prozess“, bestätigte auch Landrat-Stellvertreter Wolfgang Herz, der Verhandlungsführer seitens des Enzkreises.

 Erster Bürgermeister Roger Heidt rief in Erinnerung, dass ihn dieses Thema schon seit seinem Dienstantritt im Herbst 2008 beschäftigte und die ins Stocken geratenen Verhandlungen er schon wenige Wochen später wieder aufgenommen habe. Landrat Karl Röckinger nahm für den Enzkreis in Anspruch, vermittelnd zwischen dem DRK und der Feuerwehr und damit der Stadt tätig gewesen zu sein. Nun habe man eine ausgewogene Vereinbarung auf dem Tisch, die dem gesetzlichen Auftrag entspricht.

 Wie DRK-Vorsitzender Kramer ergänzte, sei langfristiges Ziel, die Rettungsstrukturen großräumiger zu fassen. Dafür würden in Pforzheim die technischen Voraussetzungen geschaffen. Aber auch die Disponenten würden künftig von neuer Qualität sein, quasi Multitalente, die sich ein hohes Maß an Wissen anlegen und große organisatorische Fähigkeiten besitzen müssten. Zu den Kosten für Einrichtung und Betrieb vermochten die Partner noch nichts sagen, eine Summe im mittleren siebenstelligen Bereich werde es aber sicher sein, prognostizierte Landrat-Vize Herz. Warum noch keine konkreten Zahlen auf dem Tisch lägen, sei darin begründet, dass man nach dem Vertragsabschluss auch erst jetzt konkret planen könne. Fest steht indes, dass auf das DRK 50 Prozent der Kosten zukommen, auf die Stadt 30 und auf den Enzkreis 20 Prozent. Und auch die Krankenkassen würden zur Kasse gebeten. Erster Bürgermeister Roger Heidt ergänzte, dass er bereits kommenden Freitag im Karlsruher Regierungspräsidium erste Verhandlungen über finanzielle Beihilfen führen werde.

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