Gemeinderat zweifelt eigenen Beschluss an

Erstellt: 25. April 2008, 00:00 Uhr

Abriss des Stegs in Erlenbach: Nach Protesten Sondersitzung am Montag – Kehrtwendung möglich

Ötisheim (fg) – Der Protest scheint Früchte zu tragen: Am Montag kommt der Ötisheimer Gemeinderat zusammen, um noch einmal über den Abriss des Fußgängerstegs in Erlenbach nachzudenken. Die Verwaltung schlägt erneut vor, ihn nicht abzureißen, sondern für 75 000 Euro zu sanieren.

Unmittelbar nach der Protestversammlung im Erlenhof (MT berichtete) zwei Tage nach dem umstrittenen Ratsbeschluss haben einige Gemeinderäte den Antrag gestellt, das Gremium unverzüglich einzuberufen und das Thema neu zu behandeln. „Wir begründen unseren Antrag damit, dass der Beschluss des Gemeinderats, den Fußgängersteg nicht zu sanieren, sondern abzureißen, auf massiven Widerspruch bei der Bevölkerung trifft“, heißt es in dem Schreiben der Gemeinderäte.

 Da die Verwaltung bei der Prüfung des Antrags auf keine Gründe gestoßen ist, die rechtfertigen würden, den Gemeinderat nicht einzuberufen, könnte es am Montagabend zur großen Kehrtwendung kommen.

 Die Ötisheimer Verwaltung nimmt dabei noch einmal einen Anlauf, den Gemeinderat zu überzeugen, an der Brücke festzuhalten. Sie schlägt vor, das Bauwerk für 75000 Euro „einfach“ zu sanieren. Damit wäre dessen Bestand für die nächsten zehn bis 20 Jahre gesichert. Die Alternativen wären: Ersatz durch eine gebrauchte Brücke (Kosten 125000 Euro, Haltbarkeit 60 bis 80 Jahre), Generalsanierung (Kosten 200000 Euro, Haltbarkeit 40 bis 60 Jahre) oder Abriss und Neubau (Kosten 400000 Euro, Haltbarkeit 100 Jahre).

 Gründe, die für die Sanierung der Brücke sprechen, sind aus Sicht der Verwaltung: Die Brücke ist eine kurze und für Kinder sichere Verbindung nach Mühlacker, vor allem zum Bahnhof. Wanderwege laufen über den Steg. Die Brücke ist unmittelbar angebunden an das Naherholungsgebiet Aischbühl und Schönenberg. Und zu guter Letzt führt die Verwaltung auch das Interesse der Erlenbacher Bürger ins Feld, das mit einer Unterschriftenaktion und einer Fußgängerzählung bekundet wird.

 Die Sanierung sollte, wenn der Gemeinderat seinen Beschluss vom 15.April noch einmal kippt, unbedingt noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, weil die Bahn dann ihre Gleise saniert und der Gemeinde nicht noch zusätzliche Kosten für eine Langsamfahr-Genehmigung entstehen.

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