Gelbe Karte für Randalierer

Erstellt: 30. April 2011, 00:00 Uhr
Gelbe Karte für Randalierer Nicht nur bei Kindern beliebt, sondern auch bei Vandalen: der Spielplatz an der Metterhalle in Diefenbach. Foto: Hansen

Sternenfelser Gemeinderat beschließt nächtliches Aufenthaltsverbot für Spielplatz an der Metterhalle

Gelbe Karte für jugendliche Randalierer: Aufenthaltsverbot, Kontrollen, aber auch persönliche Gespräche mit Tätern sollen dafür sorgen, dass Ruhe auf dem Spielplatz an der Metterhalle in Diefenbach einkehrt. Andernfalls könnte die Rote Karte folgen.

Von Isabel Hansen

Sternenfels. Auch das Schulgelände der Freien Schule in Diefenbach in der Nachbarschaft von Spielplatz und Pavillon wird häufig zum Ziel der Ruhestörer. Erst Anfang April knickten betrunkene Jugendliche Halteschilder an der Bushaltestelle um, demolierten das Häuschen am Spielplatz und hinterließen Dreck und Scherben. Deshalb schickt Schulleiter Michael Klatt inzwischen einen privaten Sicherheitsdienst auf nächtliche Kontrollgänge.

 Um die Maßnahme zu unterstützen, beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Aufenthalt auf dem Spielplatz nach Einbruch der Dunkelheit generell zu verbieten. Außerdem dürfen nur Kinder bis zu einem Alter von 16 Jahren die Einrichtungen nutzen. Ein entsprechendes Hinweisschild soll demnächst aufgestellt werden. „Die Regelung gibt Sicherheitsdienst und Polizei erst die Handhabe für einen Platzverweis“, erläuterte Rolf Tautphäus, Leiter des Polizeipostens Maulbronn, den Hintergrund.
 
 Gleichzeitig soll das Gespräch mit den Übeltätern gesucht werden. „Wenn diese namentlich bekannt sind, müssen wir die Jugendlichen ins Gebet nehmen und auch die Eltern informieren“, forderte Gemeinderat Klaus Riekert von den Freien Wählern, das Hauptaugenmerk auf Prävention zu legen. „Es kann in unserer Ortschaft mit dieser Struktur nicht das Ziel sein, alles zu verbieten.“ Dass ein Appell an die Vernunft durchaus erfolgreich sein könnte, berichtete Hans-Dieter Schäfer (SPD) aus eigener Erfahrung. „Jugendliche hatten Flaschen zertrümmert und das Gelände im Umkreis von 50 Metern in ein Scherbenfeld verwandelt. Nach Rücksprache mit der Polizei habe ich den Jugendlichen vorgeschlagen, die Scherben unter meiner Aufsicht einzusammeln. Dann wäre das Thema ohne weitere Konsequenzen vom Tisch. Das hat gut funktioniert.“

 Für den Fall, dass alle Maßnahmen und Gespräche nicht fruchten, droht der Sternenfelser Gemeinderat mit der Roten Karte. „Dann müssen weitere Sanktionen wie das Aufenthaltsverbot für den Pavillon folgen oder auch mal eine Geldbuße verhängt werden“, macht die SPD-Gemeinderätin Marie-Luise Rohde klar. „Ich bezweifle, dass sich die Problematik durch Aufenthaltsverbote und Kontrollen eins zu eins an einen anderen Ort verlagert. Ich kann mir vorstellen, dass manche Jugendliche zu bequem sind, sich einen neuen Platz für Randale zu suchen.“

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